«Der Halbmond stand am falschen Ort»

Der Innerrhoder Künstler Christian Meier hat den Halbmond abmontiert. Dazu sagt Landammann Inauen knapp: «Wir mussten reagieren.»

Maria Kobler-Wyer
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Der rund drei Meter hohe Halbmond im Alpstein erhitzte die Gemüter und sorgte in den sozialen Medien für Diskussionen. «Im Gegensatz zu den Reaktionen in den Medien war die Aufregung in Innerrhoden klein», sagt der regierende Landammann Roland Inauen. Und seit Dienstag ist die Installation auf dem Gipfel der Freiheit nun weg: Christian Meier liess den Halbmond fristgerecht abtransportieren. «Der Künstler hat sich an unsere Abmachungen gehalten. Für uns ist die Sache damit erledigt», sagt Inauen. Wie vereinbart kommt Christian Meier ohne Busse davon. Würde der Kanton bei einem solchen Vorfall wieder gleich reagieren? «Ich gehe davon aus, dass so etwas nicht wieder passiert», sagt Roland Inauen. Falls doch: In Innerrhoden kenne man sich und rede miteinander, da lasse sich schon eine Lösung finden. Die Frist von einer Woche, die Christian Meier zum Abtransport des Halbmondes eingeräumt worden ist, hält Inauen für angemessen. «Uns war klar, dass es Zeit braucht, um einen Helikopter zu organisieren und für den Flug war schönes Wetter nötig.» Was er persönlich vom Halbmond im Alpstein hält, gibt Inauen nicht preis. Er sagt nur: «Der Halbmond stand am falschen Ort.» Bereits früher seien Gesuche für Bewilligungen für Marketing- und Kunstprojekte im Alpstein eingegangen. Solche seien in jenem Gebiet aber praktisch immer abgelehnt worden. «Wir mussten reagieren, damit alle gleich behandelt werden», sagt Inauen. Noch ist unklar, was jetzt mit dem Halbmond passiert. Christian Meier sagte kürzlich, er habe mehrere Anfragen von Privaten und Institutionen, die die Skulptur haben möchten. Der in Shanghai lebende Appenzeller überlegt sich aber auch, das Werk auf Ebay zu versteigern.