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Der grüne Exot aus der Urzeit

Französische Bulldoggen sind Charlotte Damljanovics Passion, doch die grösste Beachtung schenkt sie Mister Bongo – ihrem grünen Leguan.
Benjamin Schmid
Kein Kuscheltier: Mr. Bongo, der grüne Leguan von Charlotte Damljanovic. Bild: Margit Bartl-Frank

Kein Kuscheltier: Mr. Bongo, der grüne Leguan von Charlotte Damljanovic. Bild: Margit Bartl-Frank

Mister Bongo versteht es, das Leben zu geniessen. In aller Ruhe sitz er auf den sonnenerwärmten Steinplatten am Swimmingpool und tankt Wärme. Er kennt keine Hektik und keinen Stress. Wird es ihm zu heiss, sucht er eine Abkühlung in einem von drei extra für ihn bereitgestellten Schwimmbädern oder sucht sich einen Platz im Schatten. Er liebt es, aus erhöhter Lage die Umgebung im Blick zu haben und geniesst auch mal die Aussicht über das Dorf. Ob Regen oder Sonnenschein, solange die Temperaturen stimmen, fühlt sich Mister Bongo wohl. Wenn ihm dann noch 
ein Salat, etwas Gemüse oder Früchte gereicht werden, ist sein Glück vollkommen. Mister Bongo geniesst die Bewegungsfreiheit, zieht sich aber bei zu viel Rummel gern in seine eigenen vier Wände zurück. Denn der Mittelamerikaner im besten Alter ist kein Macho, sondern ein knapp 1,60 Meter grosser grüner Leguan.

James Bond –
Lizenz zum Töten

Tierlieb war Charlotte Damljanovic schon immer. Eines Tages sass sie in der Stube und schaute James Bond «Lizenz zum Töten». Dabei fiel ihr erst die wunderschöne Diamanthalskette auf und beim zweiten Blick der Träger des Bijoux – ein grüner Leguan. «Das war der Moment der Erleuchtung», sagt die 54-Jährige. Danach habe sie begonnen, sich intensiver mit den Tieren auseinanderzusetzen, die Haltebedingungen zu studieren und gezielt Nachforschung zu betreiben. Bevor die Familie Mister Bongo als Baby von einem Bekannten, der den Aufwand mit dem Tier unterschätzte, übernahm, hatten sie bereits zwei Leguane. «Seit 13 Jahren ent­wickelt er sich prächtig», sagt Charlotte Damlja­novic, «ein Zeichen, dass er sich hier wohlfühlt.» Er hat es ihr angetan, nicht nur mit seiner Farbenpracht, sondern auch mit seinem Wesen. Ruhig, eher scheu und zurückhaltend, aber zahm. Mit viel Feingefühl und Geduld habe sie ihn an sich gewöhnt, sodass er ihr aus der Hand frisst und sie ihm problemlos die Krallen stutzen kann. «Die grösste Freude erfahre ich», so die Auerin, «wenn ich sehe, dass es ihm gut geht, er gedeiht und gesund bleibt.» Mister Bongo sei weder ein Statussymbol, das gezeigt werden muss, noch ein Kuscheltier zum Anschmiegen.

Im Interesse 
der Tiere handeln

Ihre Schwäche für exotische Tiere habe sie ihrem Sohn zu verdanken. Schon als Junge war er von Reptilien fasziniert. Also habe sie ihm eine Schlange gekauft und ihre ersten eigenen Erfahrungen mit diesen Lebewesen gesammelt. «Mir war es immer ein Anliegen, die Tiere artgerecht und in einer möglichst naturbelassenen Umgebung zu halten», sagt Charlotte Damljanovic. Mit der Zeit wurde es ihr zuwider, den Schlangen tote Mäuse zum Frass vorzu­werfen oder das Chamäleon mit Grillen zu füttern. «Es liegt in der Natur von Wildtieren, sich ihr Futter selbst zu suchen», sagt die Auerin, «das versuchen wir Mister Bongo zu ermöglichen.»

Er besitzt sowohl im Haus wie im Garten einen grossen Käfig. Bei entsprechenden Wetterbedingungen geht er selbstständig im Garten auf Futtersuche oder zieht sich auf einen Baum zurück. Er geniesst viele Freiheiten ohne dabei vernachlässigt zu werden. «Die Haltung und Pflege ist nicht extrem aufwendig oder zeitintensiv», sagt die 54-Jährige, «aber man trägt über 20 bis 30 Jahre die Verantwortung für ein bis zu zwei Meter gross werdendes Tropentier.» Daher gehört es sich, Informationen über die Tiere und ihre Haltebedingungen vorgängig einzuholen.

Die Gemeinde 
weiss Bescheid

Dass sich das urzeitliche Tier noch nie in die Gemeinde verirrt hat, ist der Aufmerksamkeit von Charlotte Damljanovic zu verdanken. «Sobald Mister Bongo draussen ist, beobachte ich ihn, um gegebenenfalls eingreifen zu können», sagt die Tierfreundin. Er sei schon etliche Male bei­nahe ausgebüxt, konnte aber immer noch daran gehindert werden. «Einmal haben wir ihn auch nach stundenlangem Suchen nicht entdeckt», sagt Charlotte Damljanovic, «da wurden wir leicht nervös.» Bevor sie die Gemeinde über das Verschwinden informiert habe, hätten sie und ihr Mann nochmals alle Schlupflöcher und Rückzugs­-
orte abgesucht und ihn schliesslich auf dem Gartenhausdach gefunden.

Für die Haltung von grünen Leguanen sei eine Bewilligung beim Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen einzuholen und zusätzlich die Gemeinde darüber zu informieren. Mitarbeiter vom Veterinäramt führen mindestens alle zwei Jahre unangemeldete Kontrollen bei den Besitzern durch und untersuchen die Tiere. Bisher gab es nichts zu beanstanden, und Charlotte Damljanovic hofft, dass es so bleibt und sie ihrem Schützling weitere schöne Jahre bescheren kann.

Kein Kuscheltier: Mr. Bongo, der grüne Leguan von Charlotte Damljanovic. Bild: Margit Bartl-Frank

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