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Der Glanz von Camor Care ist jäh verblasst

Kommentar

Forsch und mit hohem Anspruch war Bernhard Dostal angetreten, frischen Wind ins Rheintaler Gesundheitswesen zu bringen. Zwei, drei Jahre später hat dieser Wind seine eigene Firma, die Camor Care AG, hinweggefegt.

Dostal gab sich stets als Mann der hehren Werte. Bescheidenheit als besondere Tugend und den Dienst am Menschen (notfalls mit Verzicht aufs Honorar) strich der frühere Mitarbeiter der Diözese Feldkirch gern hervor.

Indem er seine Nähe zum berühmten amerikanischen Arzt Patch Adams betonte und diesen für einen Auftritt ins Rheintal holte, bekräftigte Dostal auch bildhaft, wofür er stehen wollte. Der Camor-Care-Unternehmer sagte über den Sozialaktivisten, «Bürger-Diplomaten», Profi-Clown, Darsteller und Autor: «Er ist mehr ein Arzt der Gesellschaft als des Einzelnen.» Auch der Satz «Humor und Mitgefühl sind die beste Medizin» ist ganz in Dostals Sinn. Der Diözese-Pressesprecher und Pastoralassistent, der zum Unternehmer geworden war, lenkte den Blick auf Tugendhaftes und Vorbildlichkeit. Doch angesichts des Scheiterns seiner Camor Care AG ist aller Glanz verblasst.

An einem Anlass zugunsten von Flüchtlingen im November 2015 hatte Bernhard Dostal von ungleich verteilten Gütern in den Heimatländern der Flüchtlinge gesprochen und gemeint, es sei wichtig, «zu dienen, anstatt zu verdienen». Gegen Ende des letzten Jahres hiess es dann, die Camor Care AG werde in eine gemeinnützige Stiftung umgewandelt, weil das Wohl und die Genesung des Patienten an erster Stelle stünden. Ein allfälliger Gewinn komme so wieder den Patienten zugute.

Statt dieser Umwandlung, die im Nachhinein wie eine Flucht erscheint, gibt es nun bloss den Konkurs. Unterm Strich haben viele verloren.

Wenigstens die Patienten nicht.

Gert Bruderer

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