Der erste Frühlingsputz

«Es nahet gen der vasennacht, des süll wir gail und frölich sein!» So sang vor 500 Jahren Oswald von Wolkenstein. Für Gail-Kraut (Basilikum)ist es noch zu früh. Doch kommt die Zeit, wo bei schneefreien Gärten ein Frühlingsputz angebracht ist.

Urs Stieger Berneck, Www.u-Stieger.com
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«Es nahet gen der vasennacht, des süll wir gail und frölich sein!» So sang vor 500 Jahren Oswald von Wolkenstein.

Für Gail-Kraut (Basilikum)ist es noch zu früh. Doch kommt die Zeit, wo bei schneefreien Gärten ein Frühlingsputz angebracht ist.

Hohe Gräser sind im Herbst vielfach zusammengebunden worden. Man kann sie jetzt zurückschneiden und etwas formen. Ich nehme dazu eine Heckenschere und mache aus den grossen Stöcken Halbkugeln, da es doch noch lange geht, bis sie wieder grün sind und hoffentlich bald die Zeit wiederkommt, wo man mehr im Garten ist. Wenn Schneeglöckchen, Winterling, Cyclamen, Krokus schon treiben, müssen sie Platz haben, damit man sie auch sieht. In der Hoffnung, dass es keine allzu starken Fröste mehr gibt, entferne ich auch an gewissen Orten das Laub. Bei empfindlicheren Pflanzen wie Orchideen oder Rosen lasse ich es noch liegen.

Hohle Pflanzenstengel (wie bei Sedum) schneide ich noch nicht, weil sie sich dann mit Wasser füllen und gerne faulen, andere mit schöner Bodenrosette wie Königskerze putze ich etwas heraus, damit sie diese zeigen kann.

Baumpäonien werden manchmal immer höher und treiben am Fuss nicht mehr aus. Im Februar kann man einen Trieb um die Hälfte kürzen, damit das wieder geschieht. Man hat dann aber an diesem Trieb keine Blüten für mindestens ein Jahr.

Christrosen fangen an zu blühen. Sie sollen zur Geltung kommen, darum schneide ich braune Blätter vom Vorjahr zurück, die neuen haben dann auch mehr Platz und man sieht die Blüten.

Der nicht stinkende Nieswurz füllt jetzt schon mit seinen schönen Grüntönen, Christrosen in gelb, rot oder gesprenkelt widerstehen auch dünnen Schneeschichten. Will man, dass sich diese vermehren und hat man auch Stöcke, die fruchtbaren Samen bilden, so ist es sowieso gut, rund um die Pflanzen etwas freien Boden zu lassen. Viele Sämlinge, die im Herbst oder im nächsten Frühjahr versetzt werden können, sind der Lohn dafür.

Den Lavendel schneide ich im Herbst nicht stark zurück, damit die Pflanze etwas Winterschutz hat. Lavendel ist anfällig bei Nässe und fault gerne. Wird er nicht genug geschnitten, verkahlt er unten durch und macht keinen schönen Eindruck. Wenn es nicht zu kalt ist, kann er jetzt zurückgeschnitten werden. Vom Jahrestrieb nur ganz wenig stehen lassen und versuchen, eine Halbkugel zu schneiden. So wird Lavendel dicht und gibt eine schöne Form und nicht «en Bäse».

Wenn auch Duftschneeball und Hamamelis wunderbar blühen: Es ist erst Februar! Der Frühling ist noch weit.

Wer aber dem Frühlingskribbeln an lauen Tagen nicht widersteht, kann wenigstens für etwas Ästhetik im Garten sorgen.

Oder sonst wo.

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