Der erste Einsatz seit über drei Monaten –Widnau, Rebstein und Staad bestritten am Wochenende Testspiele

Am Wochenende bestritten sowohl Widnau als auch Rebstein und Staad Testspiele. Alle Beteiligten sind glücklich, wieder auf dem Platz zu stehen.

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Lars Ivanusa erzielt das erste Tor der «Saison».

Lars Ivanusa erzielt das erste Tor der «Saison».

Bild: Yves Solenthaler

FC Widnau

Nach dem 6:1-Heimsieg gegen Winkeln wurde es emotional wie in einem Pflichtspiel: Widnaus neuer Trainer Andreas Lüchinger und sein Pendant Thomas Koller lieferten sich ein Wortgefecht über den halben Platz hinweg. Fünf Minuten später vertrugen sich die beiden Coaches wieder, die einst bei Au-Berneck mit Lüchinger als Chef im Trainerteam zusammengearbeitet hatten.

Ähnlich wie Widnaus Angreifer Lars Ivanusa fühlten vor dem Spiel alle Akteure und viele der 150 Zuschauer: «Beim Betreten des Fussballplatzes roch ich endlich wieder das Gras – das ist geil.» Ivanusa schraubte seine Gefühlslage in den ersten 20 Minuten in noch luftigere Höhen: Der Flügelstürmer, der nach dem Abgang von Andrea Lo Re in der Spitze spielte, erzielte die ersten zwei Tore für Widnau. «So kann’s weitergehen. Ich wurde ideal bedient und stand zweimal am richtigen Ort», sagte der 22-Jährige.

Die jungen Widnauer wirbelten die Gäste aus St.Gallen gehörig durcheinander. Auch als Lüchinger zur Halbzeit die Offensive und die Aussenspieler austauschte, war kein Leistungsabfall erkennbar. Vor dem Seitenwechsel setzten Ivanusa, Varano, Noah Thönig und Fales­chini Impulse, danach blühten Techt, D’Amico, Hutter und Samuel Thönig auf – jeder von ihnen trug sich in die Torschützenliste ein. Der auffälligste Spieler im zweiten Durchgang war Sandro Hutter. Der Diepoldsauer krönte seine Vorstellung mit einer starken Einzelaktion, die er zum 5:1 abschloss. Wenig später agierte er beim Nachsetzen etwas zu motiviert, was ihm eine gelbe Karte einbrachte – die erste im Rheintal seit mehr als drei Monaten. (ys)

Simon Schranz ist zurück im Rebsteiner «Eins».

Simon Schranz ist zurück im Rebsteiner «Eins».

Bild: Remo Zollinger

FC Rebstein

Auf der Birkenau dauerte es keine Minute, bis das erste Tor fiel. Winter-Zuzug Taras Zinko legte auf den 16-jährigen Kevin Egbon ab, der mit einem satten, sehenswerten Linksschuss zum 1:0 traf. Für das 2:1 (19.) waren die gleichen Spieler verantwortlich: Egbon lancierte Zinko, der mit einem herrlichen Heber traf.

Es waren Rebsteins einzige Tore. Das spritzigere Bad Ragaz erzielte drei weitere und gewann den Test mit 4:2. Der Sieg der Gäste, deren Trainer Ex-Profi Marius Zarn ist, war verdient.

«Man wird die Handschrift der neuen Trainer sehen»

Bei Rebstein kamen 20 Spieler zum Einsatz. Einer von ihnen war Widnau-II-Knipser Nderim Bektashi, der wahrscheinlich zu seinem Stammverein zurückkehren wird. Ein anderer war Simon Schranz, der zuletzt zwar in der zweiten Mannschaft spielte, aber viel Erfahrung im Fanionteam hat. Er wird das belebende Element sein, das dem Rebsteiner «Eins» letzte Saison noch gefehlt hat.

Einer der wenigen, die die ganzen 90 Minuten spielten, war Mittelfeldstratege Valentino Tomasic. «Es war ein sehr gutes Gefühl, endlich wieder ein Spiel machen zu dürfen», sagte er. Die Mannschaft sei im Training stets mit viel Einsatz dabei und habe sich sehr auf das Spiel gefreut. Tomasic räumte ein, es habe noch nicht alles wie gewünscht geklappt, er habe aber trotz der Niederlage auch Gutes gesehen.

Neu betreut das Trainerduo Werner Baumgartner und Stefan Städler den FCR. «Man wird die Handschrift der neuen Trainer sehen. Wir werden parat sein und um jeden Meter kämpfen», sagte Tomasic. (rez)

Der FC Staad schlug sich gegen Arbon sehr gut.

Der FC Staad schlug sich gegen Arbon sehr gut.

Bild: Remo Zollinger

FC Staad

Besonders hart vom Saisonabbruch betroffen waren die Seebuben. Sie führten ihre 4.-Liga-Gruppe souverän an und hätten beste Chancen gehabt, in die 3.Liga zurückzukehren. Die Enttäuschung ist gross – Trainer Voja Pekic will darüber aber nicht zu viele Worte verlieren, er konzentriert sich voll auf die neue Saison. «Wir müssen jetzt beweisen, dass die letzte Saison kein Zufall war», sagte er nach dem Duell mit dem zwei Ligen höher spielenden Arbon.

Dieses verlor Staad 1:3, Pekics Team gab aber eine gute Figur ab. Es liess sich vom 0:2-Pausenrückstand nicht beeindrucken und kämpfte sich ins Spiel zurück. Milos Markovic verkürzte per Penalty verdientermassen auf 1:2 (79.), ehe Arbon noch der dritte Treffer gelang. Die Gäste waren besser, ein grosser Klassenunterschied war jedoch nicht spürbar. «Diese Mannschaft gehört nicht in die 4.Liga», sagte Voja Pekic, der sich fest vorgenommen hat, diese Aussage durch beharrliche Arbeit und gute Resultate zu untermauern. Die Vorzeichen dafür sind gut, bleiben die Leistungsträger dem FC Staad doch erhalten.

Der Trainer sagte, er habe vor dem Spiel Schmetterlinge im Bauch gehabt, sei viel nervöser gewesen als vor anderen Tests. «Fussball bedeutet mir so viel. Endlich kann ich meine Visionen mit dem Team wieder in Angriff nehmen», sagte Pekic.

Wieder auf dem Platz zu stehen, war auch für den Schiedsrichter befreiend. Arben Prevlukaj war die Pause nicht anzumerken, er leitete Staad–Arbon souverän. «In den ersten fünf, zehn Minuten hatte ich etwas Mühe, ins Spiel zu finden, dann lief es ganz gut», sagte er. Und: «Die Vorfreude, wieder pfeifen zu können, war riesig!» (rez)