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Nach einem Match ist sie unansprechbar: Der Tennisball prägt das Leben der Altstätterin Muriel Mattle

Seit über 20 Jahren ist Tennis der Lebensmittelpunkt von Muriel Mattle. Auch wenn die amtierende Ostschweizer Meisterin ihr Know-how bereits weitergibt, will sie sich auch persönlich stetig weiterentwickeln.
Andrea Kobler
Muriel Mattle bringt nicht nur Kindern Tennis bei: Sie will sich auch persönlich weiterhin verbessern. (Bild: Andrea Kobler)

Muriel Mattle bringt nicht nur Kindern Tennis bei: Sie will sich auch persönlich weiterhin verbessern. (Bild: Andrea Kobler)

Mit drei Jahren stand Muriel Mattle zum ersten Mal in der Tennishalle. «Schnell wurde uns gesagt, sie habe ein gutes Ballgefühl», erinnern sich ihre Eltern, die die Tennisleidenschaft ihrer Tochter unterstützten. Später machte Mattle Karate, spielte Fussball und nahm Reitstunden. Doch das Tennis blieb immer im Mittelpunkt. In der Primarschule stand sie täglich auf dem Tennisplatz, trainierte auch, wenn andere den Turnunterricht besuchten.

Die Altstätterin mag das Auf und Ab während eines Spiels, die Fortschritte, die sie auch heute mit 24 Jahren noch machen kann. Auf dem Platz ist Muriel Mattle mental sehr stark und spielt taktisch klug. Nur kurz nach einem Match darf man sie nicht ansprechen:

«Dann muss man mich toben lassen. Zwei bis drei Stunden später ist das Spiel wieder verarbeitet.»

Schon in frühen Jahren beachtliche Erfolge

Muriel Mattle kam im Suzuki Tennis Grand Prix und in der Nike Junior Tour in den Final der besten zehn Spielerinnen, wurde im selben Jahr Ostschweizer und Thurgauer Meisterin. Sie spielte gegen Nina Stadler, die aktuell eine WTA-Klassierung in den Top 400 anstrebt, und auch schon am selben Turnier wie Belinda Bencic (WTA-Nr. 20). Zudem hatte sie einst denselben Trainer wie Henri Laaksonen, dem drittbesten Schweizer auf der ATP-Tour, dessen Karriere sie deshalb besonders gespannt verfolgt.

Zweimal stand Muriel Mattle vor der Entscheidung, den Tennissport zum Beruf zu machen. Nach der obligatorischen Schulzeit überlegte sie sich, die Sportschule zu besuchen.

Viel Spielraum in der Lehre

Doch sie entschied sich, zur Lehre als Coiffeuse im Betrieb ihrer Mutter: «Diese Entscheidung ermöglichte es mir, weiter täglich zu trainieren.» So arbeitete Muriel Mattle während der dreijährigen Ausbildung morgens und trainierte am Nachmittag. Trotz dieser Lösung lief es ihr nicht nach Wunsch. Turniere zu bestreiten war bald nicht mehr Muriel Mattles oberes Ziel:

«In dieser Zeit genoss ich es, am Wochenende mit Kollegen in den Ausgang zu gehen, anstelle auf dem Tennisplatz zu stehen.»

Nach ihrer Ausbildung zur Coiffeuse besuchte Muriel Mattle berufsbegleitend die Modeschule Barbara Wegelin, wo sie lernte, Kleidungsstücke vom ersten Entwurfsgedanken bis zum letzten Handgriff selber herstellen zu können.

Modeschule, Fussball und Ostschweizer Meisterin

Neben dem Tennis spielt sie seit sechs Jahren Fussball in der ersten Mannschaft des FFC Widnau. «Im Sommer werde ich wohl kaum dazu kommen, Meisterschaftsspiele zu bestreiten. Es kann aber sein, dass ich nach einem Tennisturnier noch an ein Meisterschaftsspiel gehe», erzählt sie lachend.

«Dann sind meine Kolleginnen froh, wenn ich auf der Ersatzbank sitze und bei Bedarf eingewechselt werden kann.»

Denn in den letzten Jahren erhielt die R2-Spielerin wieder vermehrt Lust an Turnieren. Sie mag den Teamgedanken bei den Interclub-Einsätzen mit Egnach, wo sie bereits als Juniorin bei den Aktiven mitspielte, und Feldkirch. Nach vier Titeln bei den Ostschweizer Meisterschaften bei den Juniorinnen, gewann sie erstmals auch bei den Aktiven und ist somit amtierende Ostschweizer Meisterin.

Auch eine kreative Trainerin

Neu ist Muriel Mattle auch als Tennislehrerin beschäftigt. Dass sie einst diesen Weg gehen würde, hätte sie nicht gedacht. Nachdem sie in einem Camp ausge­holfen hatte, wurde sie immer wieder motiviert, Kinder zu trainieren: «Mit ihnen ein Ziel anvisieren und sie technisch zu formen, ist eine Arbeit, die mir grosse Freude bereitet.»

Dabei kommt ihr auch ihre Kreativität wieder entgegen, schätzen doch die Kinder ihre abwechslungsreichen Stunden, bei der auch mal Ballone, Malerrolle oder Schmetterlingsnetze zum Einsatz kommen.

«Es freut mich zu sehen, wie sich die Kinder entwickeln, mit welcher Freude sie dem Sport frönen und sie fast ein bisschen traurig sind, wenn die Lektion jeweils vorüber ist.»

Derzeit trainiert Muriel Mattle im Tennisclub Rebstein-Marbach, in Diepoldsau, Widnau, Zizers und Grüsch in einem Pensum von total rund 40 Prozent.

100 Prozent als Tennislehrerin zu arbeiten, kann sie sich derzeit nicht vorstellen: «Ich schätze die Abwechslung und auch die Möglichkeit, weiterhin in meinem erlernten Beruf arbeiten zu können.» Auch persönlich hat sie Ziele: «Ich werde dieses Jahr noch mehr Turniere spielen und möchte mein Tennis nochmals verbessern.»

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