Der Altstätter Kantonsrat Ruedi Mattle findet, es ist Zeit, die Corona-Strategie zu überprüfen

Kantonsrat Ruedi Mattle sind die Corona-Isolationsmassnahmen zu einschneidend.

Max Tinner
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Für Ruedi Mattle ist die vom Bund vorgeschriebene Isolationsdauer von zehn Tagen ein in vielen Fällen unangemessener Ressourcenverschleiss, der die Wirtschaft unnötig belastet.

Für Ruedi Mattle ist die vom Bund vorgeschriebene Isolationsdauer von zehn Tagen ein in vielen Fällen unangemessener Ressourcenverschleiss, der die Wirtschaft unnötig belastet.

Bild: Benjamin Manser

Der parteilose Altstätter Kantonsrat Ruedi Mattle fordert die Regierung auf, die Isolationsvorschriften zur Eindämmung der Coronapandemie zu hinterfragen. In einem Vorstoss, den er zusammen mit den GLP- Kantonsrätinnen Sonja Lüthi (St. Gallen) und Sarah Noger (Häggenschwil) eingereicht hat, regt er an, dass St. Gallen zusammen mit anderen Kantonen beim Bund vorstellig wird und diesen auffordert, die Strategie des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zu überprüfen.

Oft würde eine halb so lange Isolation genügen

Die Interpellanten anerkennen zwar, dass die Quarantäne- und Isolationsvorschriften des BAG zu einer tiefen Zahl Infizierter führt. Das Vorgehen sei aber teuer und habe für Arbeitgeber und Wirtschaft einschneidende Konsequenzen, umso mehr als die Strategie konsequent weitergeführt werden müsse, bis ein Impfstoff verfügbar sei. Sie bezweifeln aber, dass wirklich eine solch lange Isolationsdauer nötig ist, wie sie der Bund vorschreibt. Sie verweisen auf eine wissenschaftlich begründete Anfrage von Infektiologen des Kantonsspitals St.Gallen beim BAG, nach der zumindest bei mildem Krankheitsverlauf fünf Tage Isolation anstelle der vom Bund vorgeschriebenen zehn Tage ausreichen würden. Das BAG habe den Vorschlag nicht abgelehnt, weil er falsch wäre, sondern weil die Zehn-Tage-Regel auch in anderen Ländern gelte und einfacher zu handhaben sei, heisst es in der Interpellation.

Eine unnötige Verlängerung der Isolation über die Zeit hinaus, während der ein Erkrankter ansteckend ist, ist für Ruedi Mattle und seine Mitinterpellantinnen aber ein «inadäquater Ressourcenverschleiss, der zu einer unnötigen Belastung der Wirtschaft führt».

Es scheint ihnen deshalb an der Zeit, die Strategie des BAG hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Kosten von einem interdisziplinären Team aus Experten der Wirtschaft, Medizin und anderen Fachrichtungen überprüfen und mit alternativen Strategien vergleichen zu lassen, im Besonderen mit dem Vorschlag aus St.Gallen für kürzere, auf die tatsächliche Notwendigkeit beschränkte Isolationsdauern. Sie fordern die Regierung weiter dazu auf, laufend über die vom Kantonsarztamt verordneten Isolations- und Quarantänemassnahmen zu informieren, auch über Probleme, die sich bei der Durchsetzung der Massnahmen ergeben.