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Der Alte Rhein auf 244 Buchseiten

Willi Haag, seit 13 Tagen alt Regierungsrat, die Bürgermeister von der linken und rechten Seite des Flusses und Gäste waren dabei, als am Montagabend im «Rheinspitz» das Buch «Der Alte Rhein – Unser Lebensraum» präsentiert wurde.
Rudolf Hirtl
Die Buch-Initianten Daniel Dietsche (l.) und Adi Fischer mit Sonja Blumauer, die das neue Buch über den Alten Rhein gestaltet hat. (Bild: Rudolf Hirtl)

Die Buch-Initianten Daniel Dietsche (l.) und Adi Fischer mit Sonja Blumauer, die das neue Buch über den Alten Rhein gestaltet hat. (Bild: Rudolf Hirtl)

ALTENRHEIN. Es dauerte eine Weile, ehe die Gäste im Saal des Restaurants an der Mündung zum Alten Rhein das 244 Seiten dicke Buch endlich in die Finger nehmen konnten. Adi Fischer, ehemaliger Chefredaktor von ORF Vorarlberg, und Rheinbauleiter Daniel Dietsche bauten die Spannung geschickt auf, ehe es so weit war. Nach der Begrüssung hatten vier der 35 Autoren und Fotografen das Wort. Geologe Oskar Keller nahm die Gäste mit auf eine geschichtliche Reise und zeigte auch einen faszinierenden, beinahe erschreckenden Blick in in die Zukunft.

Alter Rhein wird zum alten Rhein

Er müsse nicht, wie es Geologen in der Regel tun würden, Millionen Jahre zurückblicken, ein paar Tausend würden genügen. Etwa, als der Alte Rhein bereits bei Lustenau in den Bodensee mündete. Er zeigte anhand von an die Wand projizierten Karten auf, wie sich das Delta in den vergangenen Jahrhunderten stetig veränderte. Nach dem Hochwasser 1343 mündete der Fluss beispielsweise dort in den See, wo heute die Fabrikanlagen beim Airport stehen. Mit dem Fussacher Durchstich im Jahr 1900 begann für den Rhein ein neues Zeitalter; der Alte Rhein wurde sozusagen neben dem Alpenrhein zum alten Rhein. Die folgende wirtschaftliche Entwicklung hatte grosse Auswirkungen auf den Natur- und den Erholungsraum am Alten Rhein, wo heute etwa 25 000 Menschen leben. Oskar Kellers Blick in die Zukunft hatte apokalyptische Ausmasse. «Der Bodensee-Obersee wird in 40 300 Jahren bis Konstanz zugeschüttet sein», so der ehemalige Dozent der PHSG St. Gallen. Durch das Material, das der Alpenrhein anliefert, werde das Gebiet bei der Mündung dann mit 40 bis 50 Meter Schutt überdeckt sein.

Erinnerungen von Paul Gerosa

«28 Fischarten haben früher im Alten Rhein gelebt. Sie sind heute grossteils noch da, aber nicht mehr im selben Ausmass», sagte im Anschluss Nikolaus Schotzko, dessen Artikel im Buch dem ökologischen Potenzial gewidmet ist.

Früher seien mehr Strömungsfische vorgekommen. Dank Massnahmen wie Baumbuhnen und der Aufweitung von Kiesbänken habe sich etwa die Anzahl von Äschen und Seeforellen verdreifacht. Eindrücklich die Schilderung von Markus Kaiser, der aus den Aufzeichnungen von Pfarrer Gabriel Walser vorlas. Dieser schildert die Überschwemmung aus dem Jahr 1762 in derart beklemmenden Worten, dass die für Mensch und Tier verheerende Naturkatastrophe die Besucher erschaudern lässt.

Frauen und Männer getrennt

Entspannung verschaffte abschliessend Paul Gerosa, ehemaliger Gemeindepräsident von St. Margrethen, der in seinem Kapitel die enge Beziehung mit dem Fluss-Nachbarn Höchst schildert. Obwohl die Gemeinden verschiedenen Staaten angehörten, hätten sie eine enge gemeinsame Geschichte.

Dass er selbst eine Höchsterin geheiratet hatte, erwähnte er beiläufig, als er von der Badeanstalt erzählte, in der Frauen und Männer nur nacheinander ins Wasser durften.

Initiiert worden war das Buch, das die Veränderungen des Lebensraums am Alten Rhein dokumentiert, 2012 von Adi Fischer und Daniel Dietsche.

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