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Den Wirtschaftsstandort Rheintal stärken

Behörden und Wirtschaft bewegen sich in der Bauplanung in verschiedene Richtungen: Gäste des Arbeitgeberverbandes und des Vereins St.Galler Rheintal diskutierten die Zukunft der Raumplanung im Rheintal.
Chris Eggenberger
So könnte die Stadt der Zukunft aussehen; der Trend zur Innenentwicklung fördert den Hochbau. (Bild: Titus Ladner)

So könnte die Stadt der Zukunft aussehen; der Trend zur Innenentwicklung fördert den Hochbau. (Bild: Titus Ladner)

«Eine Notbremsung des Volkes auf Kosten der Wirtschaft» wäre die Annahme der Zersiedelungsinitiative laut Marc Mächler vom Baudepartement des kantonalen Amts für Raumentwicklung. Andere sehen die Vorlage als dringend nötig, um die unaufhaltsame Verbauung von Kulturland zu stoppen. Es sei ein politisch aufgeladenes Thema, ist sich Mächler mit Reto Friedauer, dem Präsidenten des Vereins St. Galler Rheintal (VSGR), einig. Die Zukunft gehöre der Innenentwicklung, sagt Friedauer, und es sei wichtig, haushälterisch mit Bodenressourcen umzugehen. Der VSGR lud deshalb zu einem Dialog zwischen Politik und Wirtschaft über das Thema Raumplanung ins Kinotheater Madlen.

Vor allem Arbeitsplatzförderung

Im Rheintal arbeiten Kanton und Gemeinden daran, die Vorgaben aus dem revidierten Raumplanungsgesetz von 2013 umzusetzen. Daher komme die Zersiedelungsinitiative zum falschen Zeitpunkt, meint Mächler. Er erklärt weiter die Bedeutung des kantonalen Richtplans für die Region Rheintal. Der Kanton setzt darin die Arbeitszonen in den Vordergrund; mit dem Ziel der Erhöhung des Einwohner-Arbeitsplatz-Verhältnisses auf 2:1,2. Laut Karin Jung vom Amt für Wirtschaft und Arbeit ein hohes, aber erreichbares Ziel. Der Richtplan definiert im Rheintal drei wirtschaftliche Schwerpunktgebiete: das Altfeld in St. Margrethen, das Leica-Areal in Balgach und das Widnauer Viscose-Areal. Als Problem erweist sich zudem, dass nur sechs Prozent der ungenutzten Bauzonen auch tatsächlich marktfähig und verfügbar sind.

Kommunikation noch zu langsam

Im Weg steht der Arbeitsplatzförderung allerdings ein zentraler Konflikt, wie auch andere Referenten im Verlauf des Abends bestätigten: In der heutigen Zeit sind Firmen darauf angewiesen, dass Bauprojekte schnell umgesetzt werden können.

Doch die Planungsprozesse bei den Behörden dauern immer länger. Oftmals führen zudem komplexe Bewilligungs- und Einspracheprozesse zu Zeitverlusten und Unsicherheiten bei Firmen, die Expandieren oder sich in der Region ansiedeln wollen. Für KMU sei dies fatal; bei Grossunternehmen bestärke es den Wunsch, lieber im Ausland zu bauen. Marc Mächler fordert von Firmen eine frühere Kontaktaufnahme und einen offeneren Da­tenaustausch im Planungsprozess. Dies ermögliche den Gemeinden eine schnellere Planung des Projekts. Mächlers Forderung kommt aber nicht bei allen Zuschauern gut an. Die Offenlegung von Daten bei noch unsicherem Projektstand wird von Wirtschaftsvertretern scharf kritisiert. Mächler gibt schliesslich zu, am Problem der zu langen und komplizierten Prozesse habe man noch zu arbeiten. Architekt Titus Ladner fordert mehr Toleranz: «Jeder will eine Innenentwicklung mit Hochbau, aber keiner vor der eigenen Haustür.»

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