Den Sieg im Schlussdrittel erbeutet

Es war durchaus kein Spaziergang, doch der SC Rheintal konnte sich gegen Lenzerheide mit 5:2 (1:0, 0:1, 4:1) durchsetzen und holte damit drei weitere wichtige Punkte.

Sepp Schmitter
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Wie erwartet, wurde es ganz eng im Bündnerland. Die arg dezimierten Gastgeber versuchten alles, um den Rheintalern das Leben schwer zu machen.

Schwieriger Beginn für die Gäste

So starteten beide Teams fulminant, mit gutem Tempo, aber ohne grosse Wirkung. Riesiges Glück hatten die Rheintaler, als die Bündner während eines Angriffs siebenmal auf das SCR-Tor schiessen konnten. Die Scheibe blieb aber jedes Mal irgendwo an einem Bein oder Stock hängen, bis Lütscher sie blockieren konnte. Auch im Powerplay vermochten die Luchse nicht zu überzeugen, sie hatten ihre Visiere noch nicht richtig eingestellt. In der 14. Minute dann aber endlich der erste Treffer. Sandro Bartholet versorgte die Scheibe im Netz, doch die erwartete Befreiung war das nicht. Die Räume waren extrem eng, die Steinböcke störten sehr früh und die Rheintaler konnten sich mit ihren vielen Alleingängen nicht entfalten. Mit knappem Vorsprung gab es die erste Verschnaufpause.

Überraschender Ausgleich im Mitteldrittel

Die Rheintaler schossen weiterhin den Bündner Torhüter warm, der dadurch zur Höchstform auflief und die Angreifer verzweifeln liess. Der SC Rheintal war zwar klar überlegen, bei gefühlter Zehn-zu-Eins-Schussbilanz fehlte aber das Glück und die Präzision. Es brauchte schon einen grossen Fehler, um die Bündner in Abschlussposition zu bringen. Und dieser Flop kam dann auch prompt. Während die Nater Boys noch in der Vorwärtsbewegung waren, schnappten sich die Gastgeber die Scheibe, zogen zwei gegen einen los und erwischten Lütscher kalt zum Ausgleich. Ein klassischer Konter wie aus dem Lehrbuch. Dieses Tor gab den Berglern zusätzliche Energie, denn wer glaubte, dass ihnen mal die Puste ausging, der sah sich eines Besseren belehrt. Sie kämpften bis zum Umfallen und hatten sogar noch die Chance, in Führung zu gehen. Zum Glück für die Rheintaler blieb es bei der Chance, denn ein weiteres Tor hätte eine Vorentscheidung bringen können. Beim Stand von 1:1 ging es nochmals in die Kabinen.

Rheintaler Gala zum Abschluss

Offensichtlich fand Roger Nater bei seiner Kabinen-Ansprache klare Worte, denn aus dem Anspiel heraus legten seine Jungs zum 2:1 vor. Holenstein hatte für einmal Zeit, sich die Ecke auszusuchen und markierte das wichtige Tor. Es waren gerade mal 16 Sekunden gespielt. Damit kam auch die SCR-Spielkultur wieder zurück und mit einem Doppelschlag machten die Luchse alles klar. Moser hämmerte im Powerplay die Scheibe in den Torhimmel, und nur gut vierzig Sekunden später traf Holenstein zum 4:1. Die Demontage der Bündner ging noch weiter. Sandro Bartholet stand goldrichtig, wurde mit einem Zuckerpässchen bedient und konnte seelenruhig einschieben. Fünf Minuten vor Schluss dann die erste Strafe gegen den SC Rheintal, und weil das statistisch relativ wenig ist, folgten noch weitere drei. Dies gab den Bündnern mehrere gute Gelegenheiten, wovon sie eine zur Resultatkosmetik nutzten.

Damit ist der SC Rheintal weiterhin auf dem zweiten Platz und auf Tuchfühlung zu Spitzenreiter Herisau. Am kommenden Samstag bekommt es das Team von Coach Nater zu Hause mit Wallisellen zu tun. Anfang Saison musste man noch eine bittere Niederlage nach Verlängerung hinnehmen. Der SCR ist somit hungrig auf eine Revanche gegen die auf den neunten Tabellenrang abgerutschten Zürcher.

2. Liga, Gruppe 2

Lenzerheide – Rheintal 2:5 (0:1, 1:0, 1:4)

Dieschen – 60 Zusch. – SR: Haidner, Dufner.

Tore: 14. Bartholet (Ströhle, Pfeiffer) 0:1, 27. Bossi (D. Ehinger) 1:1, 41. Holenstein (Pfeiffer, Strebel) 1:2, 46. Moser (Stoop, Sabanovic) 1:3, 46. Holenstein (Strebel, Pfeiffer) 1:4, 49. Bartholet (Breitenmoser, Ströhle) 1:5, 59. Lenzerheide 2:5. Strafen: Lenzerh. 6 × 2 Min. Rheintal 4 × 2 Min.

Rheintal: Lütscher (Metzler); Sutter, Moser, Binder, Schawalder, Ammann, Bartholet, Obrist, Holenstein, Strebel, Diener, Stoop, Vonbun, Breitenmoser, Pfeiffer, Knöpfel, Ströhle, Sabanovic, Berweger.

Weitere Resultate: St. Moritz – Dielsdorf 8:4. Wallisellen – Kreuzlingen 3:6. St. Gallen – Prättigau 0:6. Engiadina – Herisau 2:4.