Den Meistertitel im Visier

Schon seit Jahren sind die Ringer von der RS Kriessern stete Gäste in den Halbfinalpartien. Auch dieses Jahr steht nach dem 22:13-Heimsieg gegen die Athleten von der RS Hergiswil die Tür zum Final weit offen.

Gerhard Huber
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RINGEN. Und wieder war es so weit. Halbfinalatmosphäre in der Mehrzweckhalle in Kriessern: Volles Haus. Enthusiastische Fans, die ihre Lieblinge mit Trommeln, Klatschen und aus vollem Hals zu Höchstleistungen antreiben: Gänsehaut-Atmosphäre pur.

Und mittendrin die Hauptakteure des Abends, die Ringer von der RS Kriessern. Mit Ausnahme von zwei Bündnern allesamt Rheintaler – wie auch der Trainer. Und der ganze Verein – bodenständig, verlässlich und gut organisiert.

Spektakulär und spannend

In teils äusserst spektakulären und spannenden Auseinandersetzungen konnten die Kriessner die Gäste von der RS Hergiswil in diesem ersten Halbfinal der Swiss Hutter League mit 22:13 Punkten besiegen, und sich damit eine sehr gute Ausgangsposition für den entscheidenden Rückkampf in einer Woche sichern. «Heute bin sich sehr zufrieden», resümiert ein sichtlich entspannter Trainer Hugo Dietsche: «Wir hatten ja eine ansonsten durchschnittliche Saison mit vielen Verletzten. Dies bot aber auch die Möglichkeit unsere Nachwuchskämpfer einzusetzen und ihnen Meisterschafts-Praxis zu ermöglichen.» Und auf die Erwartungen für den Rückkampf und einen möglichen Final angesprochen, erklärt der langjährige Erfolgstrainer, dass es zwar gut aussehe, «aber zuerst muss dann doch noch gerungen werden. Wir haben gut vorgelegt, jetzt müssen wir noch nachlegen, auch wenn wir gute Chancen auf den Final haben. Und da mir im Moment die stärkste Aufstellung zur Verfügung steht, ist es uns auch egal, welche Ringerriege dort auf uns wartet.»

Wertvolle Wettkampferfahrung

RSK-Präsident und Ringerlegende Paul Dietsche sieht diese Saison sehr positiv: «Hugo hat immer wieder junge Leute eingesetzt und ihnen so wertvolle Wettkampferfahrung verschafft, ohne dass sie angesichts der sonstigen Stärke des Teams unbedingt gewinnen mussten. Jetzt zahlt sich die so erworbene Routine aus.» Auch für Ringervater Dietsche war es ein toller Halbfinalauftakt gegen Hergiswil, «Jetzt hat unser Trainer die Karten aufgedeckt und die beste Mannschaft in den Match geführt. Denn im Halbfinal kann man seine Trümpfe nicht mehr verstecken, da kann man nicht mehr spielen. Es wurden seriös alle Mittel ausgeschöpft. Und dass Mirco Moser in die Mannschaft zurückkehrte und erstmals dieses Jahr auf die Matte trat, brachte für das Team sicher einen zusätzlichen mentalen Schub.»

Kein Geschiebe auf der Matte

Das Ziel sei jetzt natürlich der Meistertitel, wie wohl von jeder Mannschaft, die den Halbfinal erreicht. Dass der Ringsport derzeit so attraktiv sei, sei natürlich auch ein Verdienst der neuen Regeln. «Die das frühere Geschiebe auf der Matte tatsächlich abgestellt haben», wie Präsident Paul Dietsche weiter erklärt. Und die künftige Entwicklung des Teams? «Wahnsinnig wichtig ist, dass weiter Junioren gut eingebaut werden, so dass für jede Gewichtsklasse, für jeden Stil immer zwei gleichwertige Ringer zur Verfügung stehen, das führt dann zu einer dynamischen, erfolgreichen Mannschaft. So auch die Intensität und die Begeisterung, die ich bei jedem Trainingsbesuch sehe und spüre. Obwohl wir mit Hugo Dietsche einen konsequenten Trainer haben, macht der Sport jedem unserer Akteure grossen Spass.»