Den Jubiläumskranz im Visier

Marcel Kuster aus Altstätten ist mit 24 Kränzen der momentan erfolgreichste Rheintaler Schwinger. Morgen Sonntag soll auf der Schwägalp der zweite Bergkranz dazukommen – dort, wo er seinen ersten Kontakt mit dem Schwingsport hatte.

Mäx Hasler
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Marcel Kuster ist mit 24 Kränzen der momentan erfolgreichste Rheintaler Schwinger. (Bild: Mäx Hasler)

Marcel Kuster ist mit 24 Kränzen der momentan erfolgreichste Rheintaler Schwinger. (Bild: Mäx Hasler)

SCHWINGEN. Marcel Kuster, wohnhaft im Gupf im Warmesberg, ist eigentlich ein Spätzünder, was das Schwingen betrifft. Der 23-jährige Automechaniker hat nämlich erst im Alter von 15 Jahren zum Schwingsport gefunden. «Unser Vater nahm meine zwei Brüder und mich an das Schwägalp-Schwingen mit. Das hat uns sehr gut gefallen, und so besuchten wir später beim Schwingclub Gais einmal ein Training. In Gais, und nicht in Montlingen, weil Johnny Mösli ein guter Freund der Familie ist. Ich und mein jüngerer Bruder Thomas, der momentan in der RS ist, schwingen noch immer, der andere hat aufgehört.»

Dreimal im Schlussgang

Kein Gedanke, mit Schwingen aufzuhören, verschwendet hingegen Marcel Kuster. Im Gegenteil, ihm bereitet Schwingen je länger je mehr Spass. Vor allem seit er in letzter Zeit dreimal im Schlussgang war. Das erste Mal 2010 am Appenzeller Kantonalen, wo er gegen Jürg Abderhalden ins Sägemehl musste. Die beiden anderen Schlussgänge waren heuer beim Appenzeller Kantonalen in Haslen, wo er gegen Beat Clopath das Nachsehen hatte, und kürzlich am Schaffhauser Kantonalen, wo er gegen Pascal Gurtner auf dem Rücken landete. Der erste Festsieg ist aber in Reichweite und wird wohl sicher einmal Realität. Vom Schlussgang am Schwägalp-Schwinget will Kuster aber nichts wissen, da sei die Konkurrenz zu gross.

Zweiter Bergkranz

Zumal dieser Schwinget dieses Jahr der Saisonhöhepunkt ist. Favoriten am Fusse des Säntis sind für ihn die Berner Matthias Sempach oder Christian Stucki und der Toggenburger Noldi Forrer.

Er konzentriere sich auf seinen zweiten Bergkranz. Der erste Bergkranz, geholt vor einem Jahr auf der Schwägalp, ist für ihn der schönste seiner bisher 24 Kränze. Zudem wäre es ein Jubiläumskranz, der wohl besonders gefeiert werden würde. Den ersten Kranz holte Kuster übrigens als 17-Jähriger 2006 am Appenzeller Kantonalen in Urnäsch. Unter den 24 Kränzen sind auch vier Teilverbandskränze.

Höhepunkt kommt noch

Den schönsten Kranz, den ein Schwinger holen kann, hat sich der 100-Kilo-Mann aufgehoben. Mit einer Grösse von 180 Zentimetern und seinen zwei Zentnern ist Kuster nicht gerade ein Hüne unter den Schwingern. Dieses Manko muss Kuster mit seiner Bodenarbeit ausgleichen, seiner Stärke im Ring.

Dennoch ist er voller Hoffnung, sich dereinst einen eidgenössischen Kranz aufsetzen lassen zu dürfen. Dazu müsse aber alles stimmen. Die Einteilung, die Tagesform und die mentale Stärke. Ausgerechnet diese machte ihm in den drei bisherigen Schlussgängen einen Strich durch die Rechnung. Er sei zu aufgeregt und zu nervös gewesen, da sei es fast normal, dass man verliert.

Training und Schule

Ausgerechnet für das Eidgenössische in Burgdorf stehen seine Sterne aber wieder nicht so gut. «Normal trainiere ich dreimal pro Woche. Nun müsste ich das Training intensivieren. Weil ich aber beruflich eine Weiterbildung mache, ist das leichter gesagt als getan. Ich bin selber gespannt, wie ich alles unter einen Hut bringe.»

An zwei Eidgenössischen war Kuster bisher dabei und beide Male nach vier Gängen ausgeschieden. «In Burgdorf möchte ich acht Gänge überstehen, dann könnte es mit einem Kranz klappen. Wenn nicht, geht die Welt nicht unter, ich bin ja noch relativ jung und bekomme hoffentlich noch eine oder sogar zwei Chancen.»

Vorerst gilt die ganze Aufmerksamkeit und Konzentration aber der Schwägalp. Gegen wen er antreten müsse, sei ihm eigentlich egal, er habe keinen Angst- oder Lieblingsgegner. Wer vorne mitmischen will, müsse gegen jeden Gegner bestehen können.