«Den Fünfer und das Weggli gibt es nicht»

Am Neujahrsapéro der Politischen Gemeinde erinnerte Präsident Roland Wälter an den «guten alten Kompromiss», obwohl sicher jede und jeder lieber den Fünfer und das Weggli haben würde.

Remo Zollinger
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«Bestimmt ist bei uns alles anders. Besser, und sicher nicht so wie beim Rest der Schweizerinnen und Schweizer», sagte Roland Wälter.

Diepoldsaus Gemeindepräsident meinte es ironisch, nachdem er Widersprüche aufzählte, die sich aus den Wünschen der Schweizer bezüglich Leben und Wohnen herauslesen lassen.

«Es ist hier eben nicht so wahnsinnig anders»

So etwa, dass die meisten nicht zu weit abgelegen, aber doch im Grünen leben möchten, womit sie dem Anspruch nach einem schonenden Umgang mit der Landschaft entgegenwirken. Oder, dass viele wohl ein grünes Bewusstsein haben, aber dann doch lieber täglich im eigenen Auto zur Arbeit fahren.

Wälter widersprach seiner ironischen Bemerkung gleich selbst und sagte: «In unserer schönen und liebenswerten Gemeinde Diepoldsau ist es eben nicht wahnsinnig viel anders.» Er stützte sich auf die Diskussionen in den letzten Wochen und Monaten – und dürfte wohl auch die äusserst lebhafte Debatte um den Standort der geplanten Gemüserüsthalle gemeint haben.

Es werde sich auch in Zukunft zeigen, dass viele zwar den Fünfer und das Weggli wollen, sie aber auf das eine oder das andere verzichten müssen. «Den Fünfer und das Weggli gibt es nicht. Und genau darum wird der gute alte Kompromiss an Bedeutung gewinnen müssen», sagte Wälter. Dieser Kompromiss müsse mehrheitsfähig, nachhaltig und enkeltauglich sein. Denn auf Diepoldsau kommen auch 2019 Herausforderungen zu, so etwa die Gesamtrevision des Zonen- und Richtplans.

Auch 2019 wieder viele Besucher

Der Rede des Gemeindepräsidenten hörten viele Diepoldsauerinnen und Diepoldsauer zu. Wie schon in den letzten Jahren trotzten sie dem leicht misslichen Wetter auch 2019 und kamen auf den Gemeindeplatz, um sich gegenseitig alles Gute für das neue Jahr zu wünschen.

Den Einstieg in den geselligen Vormittagsanlass gestaltete der Männerchor Diepoldsau-Schmitter mit drei Liedern, nach der Rede folgten weitere drei, die dem Publikum sehr gut gefielen.

Der Männerchor zeigte einen kleinen Querschnitt durch sein breites Repertoire, sang «Heimat, o Heimat, ewig liebe Heimat» ebenso wie heitere Lieder auf italienisch.

Um die Verpflegung – es gab Wienerli aus einem grossen Kessel, Brot sowie warme und kalte Getränke – kümmerte sich der Feuerwehrverein Mittelrheintal.