Den 33. Stern vom Himmel geholt

«Wir holen für Sie die Sterne der Kleinkunst vom Himmel» versprach der Diogenes-Theater-Vereinsvorstand vor einem Jahr. Seit September wurde auf der Bühne des Kleintheaters dem Publikum fast jedes Wochenende etwas geboten.

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Die Vorstandsfrauen Franziska Graber, Maria Kuratli und Eva Graf Poznicek (von links) sind am Wochenende von ihrem letzten Flug ins Universum zurückgekehrt. (Bild: pd)

Die Vorstandsfrauen Franziska Graber, Maria Kuratli und Eva Graf Poznicek (von links) sind am Wochenende von ihrem letzten Flug ins Universum zurückgekehrt. (Bild: pd)

altstätten. 24 Gastspiele und neun Vorstellungen von Eigenproduktionen zeigte das Diogenes-Theater im vergangenen Vereinsjahr. Zu den auftretenden Künstlerinnen und Künstlern gehörte etwa das Duo Lapsus, der Gewinner des bedeutendsten Kabarettpreises «Salzburger Stier» Michel Gammenthaler oder Martin O., welcher vor zehn Tagen den Schweizer InnovationsPreis «Goldener Thunfisch» verliehen bekam.

Weiter waren da Max Lässer und Töbi Tobler, der Berner Spoken-Word-Autor Pedro Lenz sowie Jodok Seidel und Michael Schacht als Philipp Maloney und Polizist. Die Diogenes-Bühne zeigte in der vergangenen Saison auch regionale Gruppen: Die Band «Loom» mit Frontfrau Manu Oesch Olowu begeisterte ebenso wie das Quartett «Voice and Strings» mit Sonja Zünd.

1400 Kinder in Vorstellungen

Über 1400 Kinder aus Rheintaler Kindergarten und Primarschule besuchten die geschlossenen Schulvorstellungen dieses Frühjahr. Das Diogenes-Theater ist bestrebt, auch im nächsten Jahr Theaterangebote für diese Schulstufen zu machen. Zwar sind diese nicht ganz kostendeckend, «doch die Schülerinnen und Schüler sind unser Publikum von morgen», so Diogenes-Präsidentin Eva Graf Poznicek. «Da lohnt es sich zu investieren.

» Jedes Kind, das ein- oder mehrmals die Schwelle des Diogenes-Theaters überschritten hat, das Theaterluft schnupperte und sich vom Geschehen auf der Bühne faszinieren liess, wird auch später einmal dahin zurückkehren, hofft der Vereinsvorstand des Diogenes-Theaters.

Eigenproduktionen

Höhepunkte in der vergangenen Saison waren die beiden Eigenproduktionen in den Sparten Theater und Chor.

Unter der Regie von Theater-Profi Brigitte Walz zeigten Rheintaler Laien im September 2009 zur Saisoneröffnung das moderne Stück «Zmittst im Gjätt us» und begeisterten mit ihrer schauspielerischen Leistung. Ende Jahr dann bot der Diogenes-Chor, geleitet vom Rheintaler Musiker Urs Stieger, sein zweites, ebenfalls voll überzeugendes Programm «Schwarze Madonna, weis(s)e Göttin».

Diese beiden Produktionen sind für den Diogenes-Vorstand ganz besondere Sterne im Programm, ist doch mit ihnen die Zeit, in welcher das Diogenes nur mehr Gastspielhaus ohne Eigenproduktionen war, definitiv beendet.

Zufrieden mit Belegung

Mit einer durchschnittlichen Belegung von über 60 Prozent und eine Deckungsgrad von knapp 80 Prozent kann das Diogenes-Theater zufrieden sein. Gefeiert wird der Saisonschluss offiziell am kommenden Mittwochabend anlässlich der Hauptversammlung.

Es haben sich so viele Mitglieder wie noch nie angemeldet. Woran das liegen mag? «Ich bin überzeugt, dass das am gebotenen Kulturprogramm liegt», so die Vereinspräsidentin. Neben den Traktanden und einem feinen Essen werden dieses Jahr nämlich Häppchen aus der Theater-Eigenproduktion sowie Lieder des Diogenes-Jodelchörlis geboten.

Abgerundet wird das Menu vom Körper- und Stimmen-Artist Alessandro Zuffellato, welcher im Rahmen des Diogenes-Aktiv-Programms einen mehrteiligen Stimmenkurs sowie Beatbox-Workshops für Kinder anbietet.

Jährlich ein neues Motto

Am Mittwoch feiert der Diogenes-Theater-Verein seinen 32. Geburtstag. Nach den vielen Flügen zu den Sternen ist ein neues Motto angesagt. Wie dieses heisst, ist noch geheim.

Nach den Tauchgängen zu den Perlen im Vorjahr und dem Sternen-Pflücken dieses Jahr darf man gespannt sein … Fest steht bereits jetzt, dass das Programm in der neuen Saison in gewohnter Qualität sein wird. Ausserdem wird im August/September 2010 wieder die Gartenbühne aufgebaut, so dass an schönen Sommerabenden Kultur im prächtigen Diogenes-Garten genossen werden kann.