Demokratie wohin?

Betr. Standpunkt «Demokratie auf dem Acker» von SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel im «Rheintaler» vom 8. Dezember Nationalrat Roland Büchel beklagt die angeblich undemokratische Gesinnung der Waadtländer gegenüber seiner Partei.

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Betr. Standpunkt «Demokratie auf dem Acker» von SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel im «Rheintaler» vom 8. Dezember

Nationalrat Roland Büchel beklagt die angeblich undemokratische Gesinnung der Waadtländer gegenüber seiner Partei. Der bis anhin vor allem als linientreuer Hardliner in Erscheinung getretene Standpunktschreiber nützte gleichzeitig die Gelegenheit zu einem verbalen Rundumschlag gegen alles Unschweizerische wie Intellektuelle, linke Chaoten, «Stadtbubis» oder ängstliche Kommunalbehörden.

Diese Rhetorik erinnert jedoch an ungute Zeiten!

Wer als echte Schweizer nur die eigene Wählerschaft akzeptiert, wer kritiklos die Ideologie eines Übervaters zur Religion erhebt, wer ständig Parteiinteressen vor Landesinteressen stellt, wer Abweichler umgehend ausschliesst und diffamiert, wer für Andersdenkende und politische Gegner nur Hohn und Spott übrig hat, und wer der Machtausweitung der Partei und ihrer Protagonisten alles andere unterordnet, der muss sich

weder beklagen noch wundern, wenn er bei vielen Demokraten Ängste schürt und Widerstände provoziert. Meines Erachtens hat das vorerwähnte Verhalten sehr wenig mit echtem Schweizer Geist gemein!

Im Interesse des inneren Zusammenhaltes und zum Wohle des ganzen Landes ist zu hoffen, dass sich die SVP ihrer staatspolitischen Verantwortung wieder bewusst wird und baldmöglichst in freundeidgenössischer Tradition und gegenseitigem Respekt zu einer konsens- und lösungsorientierten Sachpolitik zurückkehrt.

Die mahnenden Worte des sterbenden Attinghausen in Schillers Tell «Seid einig, einig, einig» seien angesichts der vielen internen Probleme und externen Bedrohungen hier wieder einmal allen in Erinnerung gerufen!

Willy Gerber Balgach