Dementer wandert nach Grabs

DIEPOLDSAU. In der Dienstagnacht entfernte sich ein 87-Jähriger unbemerkt aus dem Altersheim Diepoldsau. Die Suchaktion dauerte bis gestern Mittag. Der Mann wurde in Grabs gefunden. Wohlauf.

René Schneider
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Entspannung nach elf Uhr gestern Vormittag bei Feuerwehrmännern vor dem Altersheim: Der Vermisste wurde in Grabs gefunden. (Bild: René Schneider)

Entspannung nach elf Uhr gestern Vormittag bei Feuerwehrmännern vor dem Altersheim: Der Vermisste wurde in Grabs gefunden. (Bild: René Schneider)

DIEPOLDSAU. Während zwölf langen Stunden und bei Minustemperaturen suchten in der Nacht auf Mittwoch rund 70 Angehörige von Polizei und Feuerwehr sowie Private nach dem 87-jährigen Mann. Der Demenzkranke war gegen 23 Uhr weggegangen. 52 Angehörige von Feuerwehren, 15 Polizisten sowie 10 Private mit Hunden suchten während der Nacht und am Vormittag das Dorf und seine Umgebung ab. Am Morgen flog ein Suchhelikopter ein, kam aber nicht mehr zum Einsatz. Die Polizei bat am frühen Morgen über Radio um Hinweise und Aufmerksamkeit. Kurz vor elf Uhr am Vormittag wurde der Mann gefunden, von Passanten, auf einem Trottoir liegend, in Grabs. Der kürzeste Weg von Diepoldsau nach Grabs misst dreissig Kilometer. Gemäss Hans Peter Eugster vom Mediendienst der Kantonspolizei hat die Polizei «keine Ahnung, wie der Mann nach Grabs gelangte». Gesucht habe man im Grossraum Diepoldsau, unter Benachrichtigung der Polizei in Vorarlberg. Der Mann sei «entkräftet» gewesen, «aber offenbar zwäg». Man habe ihn zur Kontrolle und Betreuung ins Spital Grabs gebracht. «Die schöne Nachricht ist, dass der Mann gefunden wurde, und er die Nacht bei bis minus acht Grad überstanden hat», so Eugster. Nebenbei erwähnte er: «Aus polizeilicher Sicht» wünsche er sich, dass Menschen mit Orientierungs-Schwierigkeiten einen sogenannten Tracker auf sich tragen. Das sind kleine elektronische Geräte, die über GPS sehr einfach gefunden werden können. Amtsvormundin Barbara Gantenbein von der Amtsvormundschaft Mittelrheintal in Heerbrugg sagt dazu: GPS-Sender und -Tracker seien kein Problem, solange der oder die Betroffene seine/ihre Zustimmung gebe. Oder geben könne. «Komplex» sei die Frage, wenn Angehörige oder Vormundschafts-Behörden über solche Mittel (je nach Sichtweise) der Kontrolle, der Überwachung, des Selbstschutzes befinden. Der Einsatz solcher Geräte müsse sehr sorgfältig, von Fall zu Fall und individuell abgewogen werden.