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Dem Pöstler Geld mitgeben? – Gut, bin ich kein Pöstler

Meinung
Gert Bruderer

Die Post hat in der jüngeren Vergangenheit viel Sympathie verspielt. Vor allem ältere Menschen sahen sich durch die Schliessung von Poststellen vor den Kopf gestossen.

Die Politik hat sich eingemischt, und die Post wäre nun doch gern ein bisschen beliebter. Sie wirbt deshalb für sich, für die neue Bequemlichkeit, die sie der Kundschaft in Zukunft zu gönnen gedenkt. Zum Beispiel ein Plakat in Marbach lädt die Menschen ein, einen besonderen Service zu nutzen: «Bezahlen Sie Ihre Rechnungen bequem an der Haustür.»

Huch!

Der arme Pöstler!

Gehetzt gibt er sich redlich Mühe, mit seiner täglichen Tour fristgerecht fertig zu werden, was er wahrscheinlich nur darum knapp schafft, weil er – anders als in alten Zeiten – nicht mehr aufgehalten wird und sich nur ausserhalb der Arbeitszeit mit Menschen unterhält.

Man stelle sich vor, die Einladung der Post würde dankbar im grossen Stil angenommen – und viele Kundinnen und Kunden in postentwöhnten Dörfern gäben tatsächlich dem Pöstler ihr einzuzahlendes Geld mit, Tausende von Franken. – Oder nein, das stelle man sich besser doch nicht vor!

Die Post tut’s ziemlich sicher auch nicht, sondern flunkert wohl ein bisschen.

Die vollmundige Einladung an alle, bequem an der Haustür daheim einzuzahlen, ist nämlich eine, von der sich vermuten lässt, dass sie gut tönen, aber (um Himmels Willen) bloss nicht fleissig angenommen werden soll.

Die aktuelle Werbung ist wohl so gemeint: «Seht her, liebe Kundinnen und Kunden, wir beglücken euch mit einem neuen, fantastischen Angebot. Das können wir, weil anzunehmen ist, dass kaum ein Mensch den neuen Service wirklich nutzt.»

Und falls doch? – Bitte fragen Sie den Pöstler.

Oder nein, vielleicht doch besser nicht.

Gert Bruderer

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