Dauernd im Abstiegskampf

Für Altstätten ging eine verkorkste Saison dank einer tollen Serie in der Rückrunde versöhnlich zu Ende. Die Trennung von Retter Emilio Knecht ruft aber Unverständnis hervor.

Günther Böhler
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Emilio Knecht und Assistent Javier Rudi verabschieden sich nach dem letzten Saisonspiel von den Spielern. (Bild: Yves Solenthaler)

Emilio Knecht und Assistent Javier Rudi verabschieden sich nach dem letzten Saisonspiel von den Spielern. (Bild: Yves Solenthaler)

FC ALTSTÄTTEN. Der Optimismus zu Saisonbeginn war unbegründet. Und auch ansonsten läuft es bei der Städtli-Elf nicht rund, denn wenn man in 19 Monaten drei Trainer verbraucht, muss die Ursachenforschung auch anderswo betrieben werden. Zur Erinnerung: Nach dem Abgang von Manfred Eisbacher vor der Winterpause 2013 folgte Ralf Grabher, der zu Beginn der neuen Saison von Walter Bachofner, dem Vorgänger des nun scheidenden Emilio Knecht, abgelöst wurde.

Jedes halbe Jahr neuer Trainer

Schon nach fünf Runden, in denen nur zwei Punkte aufs Konto kamen, war klar, dass Altstätten den Wiederaufstieg in die Interregio abschreiben muss. Die erhoffte Wende nach dem Derbysieg in Montlingen blieb aus. Es folgte das spektakuläre 4:5 in Rebstein, bei dem man nach 2:0-Führung sogar 2:5 hinten lag. Aber es kam noch dicker: Im nächsten Spiel entführte Ems in doppelter Unterzahl mit 4:1 die Punkte von der Gesa. Zu diesem Zeitpunkt war Feuer im Dach, und wohl auch schon klar, dass Bachofner – da nützten auch das folgende Remis gegen Steinach und der Sieg gegen St. Margrethen nichts – vorzeitig die Trainerbank räumen muss. Parallel wurde auch Sportchef Sandro Mazenauer deinstalliert.

Emilio Knecht übernahm und versuchte, neues Feuer zu entfachen. Mit nur einem Punkt Vorsprung konnte das Ziel nur Klassenerhalt lauten. Das wurde umso deutlicher, als nach den ersten zwei Frühjahrspartien das Punktekonto noch immer auf «10» stand. Doch mit dem Derby-Erfolg in Diepoldsau stellte sich der gewünschte Erfolg endlich ein – in acht Spielen (davon fünf Siege) blieb der FCA nur gegen Rapperswil-Jona II ohne Zähler. Dass es im Abstiegskampf aber dennoch bis zwei Runden vor Schluss sehr eng blieb, resultierte daraus, dass auch die Kontrahenten stetig Punkte sammelten.

Die 1:7-Abschlusspleite gegen Meister St. Margrethen war der Tatsache geschuldet, dass nach dem überraschenden Bekanntwerden des Knecht-Aus die Luft völlig draussen war.

«Trotz einer guten Rückrunde mit 17 Punkten blieb es immer spannend. Ein riesiges Kompliment an die ganze Mannschaft, die sehr gut mit diesem Druck umgegangen ist», lobt der scheidende Knecht seine Kicker, der sowohl die bestehenden Mängel in der Offensive und der Defensive erkannt hat. Eigentlich schade, dass der Übungsleiter, der den Zuspruch der ganzen Mannschaft hat, nicht weitermachen darf. Auf Unverständnis stösst diese Entscheidung auch bei Kevin Steiger, der sich in der Rückrunde als bester Torschütze hervorhob. Gleich sechs (vier Elfmeter) der 17 Treffer gingen auf sein Konto und somit rangiert er insgesamt ganz knapp hinter Stürmer Ramon Gächter (7). Steigers Rückrunden-Analyse trifft den Nagel auf den Kopf: «Jeder hat gewusst, um was es geht. Obwohl wir schlecht gestartet sind, haben wir nie nachgelassen und haben dem enormen Druck standgehalten», streut der 24-Jährige seinen Teamkollegen Rosen.

Viele Fragen vor nächster Saison

Was die zweite Saison nach dem Interregio-Abstieg bringt, ist noch ungewiss. Neben der Trainerfrage ist auch offen, wer in der nächsten Saison das Altstätter Dress weiterträgt. Doch eines ist jetzt schon klar: Möchte sich der FCA wieder nach vorne ausrichten, muss sich einiges ändern.