Das Spiel der späten Tore

In einem dramatischen und attraktiven Match auf hohem Niveau trotzte der FC Altstätten dem bisher verlustpunktfreien Tabellenleader Chur 97 mit Toren in der letzten Minute ein Unentschieden (2:2) ab. Altstätten – Chur 97 2:2 (1:1)

Gerhard Huber
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Altstätten (vorne Ylber Krasniqi) wehrte sich gegen Leader Chur. (Bild: Ulrike Huber)

Altstätten (vorne Ylber Krasniqi) wehrte sich gegen Leader Chur. (Bild: Ulrike Huber)

FUSSBALL. Es scheint, dass Altstätten gerade rechtzeitig die innere Balance gefunden hat. Die unnötigen Heimniederlagen gegen Schluein-Ilanz und Buchs konnten nach dem Erfolgslauf mit zwei Auswärtssiegen in Triesen und Vaduz abgehakt werden. Mit wiedergewonnenem Selbstvertrauen und gestärkter Brust stiegen die Städtli-Kicker in die Partie mit der bisher klar besten Mannschaft der Liga, Chur 97, das noch keinen Punkt abgeben musste.

Bunt und abwechslungsreich

Sie lieferten dem Favoriten einen Match auf Augenhöhe, ein buntes, abwechslungsreiches Spiel, mit hohem läuferischem und kämpferischem Einsatz auf beiden Seiten. Schon in der vierten Minute wären die Gastgeber beinahe in Führung gegangen, als Krasniqi den zu weit vor seinem Gehäuse verweilenden Gäste-Tormann Ryffel beinah mit einem Heber von links überrascht hätte. Während Altstätten sein Heil mit langen Bällen aus der Verteidigung heraus auf die stets lauernden Offensivkünstler Steiger und Krasniqi suchte, versuchten die Bündner, sich durchs Mittelfeld zu kombinieren.

Trotz attraktivem Spiel blieben zwingende Torchancen lange aus. Erst zwei Minuten vor der Pause überspielte der Churer Eric Tia Chef von der Eckfahne kommend gleich drei Verteidiger – ein scharfer, flacher Querpass, Zanolari stand goldrichtig und erzielte die Führung für die Gäste. Vom Anspiel weg konnte die Brunner-Truppe auf ähnliche Weise ausgleichen. Steiger vernaschte an der verlängerten Tor-out-Linie die Churer Verteidigung, passte zum frei vor dem Tor stehenden Gächter, der kaltblütig zum Ausgleich verwandelte.

Die zweite Halbzeit war ein Abbild der ersten. Allerdings war das Spiel etwas zerfahrener. Mehr Fouls, mehr Abseitspfiffe, mehr Verletzungspausen trübten das bis dahin sehr gute Spielbild. Beide Teams kamen einem weiteren Tor aber näher. So legte Gächter zehn Minuten nach Wiederbeginn per Kopf auf den kurz ausserhalb des Strafraums lauernden Steiger ab. Dessen tolle Direktabnahme strich aber vorbei.

Auf der anderen Seite war es der technisch beschlagene Eric Tia Chef, der einen gefährlichen Fallrückzieher anbrachte. Der sehr gut disponierte Goalie Lüchinger konnte ihn sicher entschärfen.

Zwei Tore zum Schluss

In der letzten Minute der regulären Spielzeit war er aber machtlos, als der Churer Schwendt über rechts kommend eine gefühlvolle Flanke über Lüchinger hinweg auf den am zweiten Pfosten lauernden Da Silva schlug, der nur mehr den Kopf hinhalten musste. Die Schützlinge von Adrian Brunner warfen jetzt alles nach vorne. Und tatsächlich, nach zwei Minuten Nachspielzeit wurde Steiger vom Torhüter brutal aus der Luft geholt. Den klaren Penalty verwertete Ilic sicher.

«Meine Jungs haben grossen Mut bewiesen, gegen den Tabellenersten so zu spielen», resümierte FCA-Trainer Brunner.

2. LIGA, GRUPPE 1

Gesa – 150 Zuschauer – SR: Schüepp.

Tore: 43. Zanolari 0:1, 44. Gächter 1:1, 90. Da Silva 1:2, 92. Ilic 2:2 (Penalty).

Altstätten: Lüchinger; Faleschini, Eugster, Bösch, Lichtenstern; Shaqiri (64. Jovicic), Ilic, Steiger, Gächter; Krasniqi (80. Bektesi), Uzunovic.

Chur: Ryffel; Zanorlari (75. Beso), Joos, Gruber, Caluori; Chef, Demarmels, Schwendt, Ibrahimi (8. Meier, 65. Da Silva); Machado, Salihagic.

Gelbe Karten: Ryffel, Meier, Steiger, Joos, Schwendt, Chef.

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