Das «Schlatt»-Dach ist bereits weg

Am Montag wurde mit dem Rückbau des fast 120 Jahre alten Schulhauses Schlatt begonnen. Vor zwei Wochen sind alle Klassen in die neuen Räume umgezogen. Der Abbruch des alten Schulhauses muss bis zu Semesterbeginn abgeschlossen sein.

Susi Miara
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WIDNAU. Mit dem alten Schulhaus Schlatt verknüpfen Tausende Widnauerinnen und Widnauer viele schöne Erinnerungen. 1897 erbaut, war das Schlatt das älteste Schulgebäude des Dorfes. Nach drei grossen Renovationen, letztmals 1979, hat das Gebäude jedoch seine Historizität eingebüsst und war im heutigen Zustand nach Meinung von Fachleuten weder ein Zeuge für den Schulhausbau vergangener Zeiten noch ein gutes Beispiel für die Architektur der 1950er-Jahre.

Betriebliche Mängel, eine zu erwartende aufwendige Sanierung und die ortsbaulich beengende Situation durch einen Erweiterungsbau führten schliesslich zum Entscheid, den Bestand vollständig durch einen Neubau zu ersetzen. Anfang 2014 hatten die Stimmberechtigten grünes Licht für den Neubau gegeben, der vor zwei Wochen bezogen werden konnte.

Zuerst das Dach

In diesen Tagen beginnen die Rückbauarbeiten des 120 Jahre alten Schulhauses. «Letzte Woche wurde bereits das ganze Schulhaus ausgehöhlt», erklärt Bauleiter Pascal Ritz von der Hutter Nüesch Architekten AG, Berneck. Ebenfalls wurden die Dachziegel entfernt, damit sie beim Abbruch nicht durch die Luft fliegen. Zwischen dem alten und dem neuem Schulhaus wurde eine Schutzwand montiert. «Diese soll das Gebäude vor Staub und herumfliegenden Teilen schützen», erklärt Pascal Ritz. Schritt für Schritt wird das Gebäude nun abgerissen und das Baumaterial noch vor Ort sortiert.

Christopherus retten

Dem Abbruch zum Opfer fallen werden auch die Graffiti von Albert Wider an der Fassade sowie in den Klassenzimmern. Die zwölf Sternzeichen an der Westseite des Schulhauses sowie das 32 Quadratmeter grosse Wandbild auf der Nordseite, das die Geschichte des heiligen Christopherus illustriert, wurden bereits fotografiert. Gespeichert auf einer CD sollen die Bilder der Nachwelt erhalten bleiben.

Der Verein Albert Wider möchte trotzdem alles daran setzen, wenigstens das Bild mit dem heiligen Christopherus zu retten. Da das Graffito Risse aufweist, ist eine Entfernung nur mit grossem technischen Aufwand möglich. Ob sich dieser Aufwand lohnt, wird der Verein vor Ort entscheiden müssen, da er auch für die Kosten aufkommen müsste.