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Das Olympia-Gewehr ist zurück

Der Thaler Bernhard Lämmli schenkte Walzenhausen das Gewehr des Weltmeisters und Olympiasiegers Emil Kellenberger.
Isabelle Kürsteiner
Peter Eggenberger (rechts) vermittelte die Schenkung des Gewehrs durch Bernhard Lämmli. (Bild: Isabelle Kürsteiner)

Peter Eggenberger (rechts) vermittelte die Schenkung des Gewehrs durch Bernhard Lämmli. (Bild: Isabelle Kürsteiner)

Emil Kellenberger, 1864 geboren, war zuerst Rideauxfabrikant mit Sticklokal im Güetli in Walzenhausen. Kurz nach der Jahrhundertwende kaufte er das «Türmlihaus» von A. Künzler- Weilemann, um den dort eingerichteten «Grand Bazar» weiterzuführen. Gleichzeitig betätigte er sich als Sektionschef. Kellenberger war passionierter Schütze, wobei er 1897 das Kantonale in Bern und 1898 jenes in Neuenburg gewann. Ein Jahr später wurde er dann in Den Haag Vizeweltmeister, im Jahr 1900 Weltmeister und Olympiasieger in Paris. 1901 bis 1903 verteidigte er den WM-Titel erfolgreich in Luzern, Rom und Argentinien.

Durch die Vermittlung Peter Eggenbergers schenkte der Thaler Bernhard Lämmli das Weltmeister- und Olympiasieg-Gewehr der Gemeinde Walzenhausen. Wie die Waffe von Kellen- berger zu Jacob Olibet, Grossvater von Bernhard Lämmli, gelangte, kann der Thaler nur vermuten: «Mein Grossvater, einst von Spanien nach Rheineck eingewandert, war ein guter Schütze und gehörte dem örtlichen Schützenverein an. Es ist gut möglich, dass er Kellenberger die Waffe abgekauft hat.» Lämmli verbrachte als Kind viel Zeit im Rheinecker Restaurant seiner Grosseltern, dem eine spanische Weinhalle und ein Comestibles-Geschäft angehörten. Grossvater Olibet starb 1944 früh, das Gewehr blieb in der Familie. «Weil auch ich leidenschaftlicher Schütze war, schenkte mir Grossmutter die Waffe, eine GP90, ein Karabiner mit Jahrgang 1890 und 7,65- mm-Munition. Auch ich habe damit geschossen. Jetzt kommt die Waffe aber an den Ort, wo sie hingehört», sagt Lämmli.

Im Gang des dritten Stocks zwischen den Büros des Gemeindepräsidenten Michael Litscher und der Gemeindeschreiberin entstand, wie Litscher sagt, das «kleinste Museum der Welt». Im Beisein von Lämmli und Eggenberger zeigte der Gemeindepräsident die Waffe mit Bild der Schützen, die an der WM in Argentinien teilgenommen hatten. Michael Litscher, selbst Jäger, war erfreut über die olympische und weltmeisterliche Waffe, die hergerichtet und schiessuntauglich gemacht wurde. Neben dem Gewehr befinden sich auch eine Urkun- de zum 25-Jahr-Jubiläum der Zeichnungsschule aus dem Jahr 1916, dem Bildnis des Kirchen- und somit Gemeindegründers «Hauptmann Johan Conrad Künzler» sowie eine Dokumententruhe aus der Kirche. Alle Gegenstände können zu den ordentlichen Bürozeiten besichtigt werden.

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