Das Museum Prestegg ist im Umbruch

Der Umbau zum Haus für Geschichte und Kultur hat begonnen. Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen für nächste Ausstellungen.

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(pd) Im Sommer hat das «Prestegg» seine Räume geschlossen. Das Gebäude wird bis Herbst 2021 in ein Haus für Geschichte und Kultur umgebaut, in dem Museum und Diogenes-Theater unter einem Dach sind. Bis zum Baubeginn Anfang September galt es, den Nordflügel zu räumen, in dem das Restaurant, Mietwohnungen und Museumsbüro des Museums einquartiert waren. «Der Vorstand des Museumsvereins ist dankbar, dass er hierbei auf die Hilfe von Asylsuchenden des Empfangs- und Verfahrenszentrums, von Mitgliedern der Röllelibutzen sowie vielen Freiwilligen zählen durfte», schreibt er in einer Mitteilung.

Tonnen Schutt und ein Stahlgerüst im Nordflügel

Spätestens seit Baubeginn sieht und hört nun auch die Öffentlichkeit, dass das «Prestegg» im Umbruch ist. Zuerst ging es an die Abbrucharbeiten. Tonne um Tonne Schutt wurde aus dem Nordflügel geschafft. Dann begannen die Vorbereitungen für Rück- und Neubau. Dazu wird in zwei Etappen ein Stahlgerüst in den Nordflügel eingebaut, das während der Rückbauarbeiten die Aussenwände stützt. Zurzeit sind Arbeiter an der ersten Etappe. Sie haben mit dem Betonieren des Neubaus begonnen. Verläuft alles nach Plan, beginnen im Februar die Vorbereitungen für Etappe zwei. Dann werden auch die Durchbrüche in den Südflügel geschaffen, die die Ausstellungsräume des Museums und den Eingangsbereich mit dem Theater verbinden werden.

Das Museum hat neue Fundusräume bezogen

Im Zuge der Neupositionierung des Museums wurde auch der Fundus neu organisiert: Die Gegenstände, die bisher in den Kellern von drei Gebäuden gelagert waren, sind nun an einem Ort. Der Umzug von Möbeln, Bildern und unzähligen anderen Objekten erforderte eine sorgfältige Planung und viele Hände. Auch hier durfte der Museumsvorstand auf die Mithilfe von Röllelibutzen, Angehörigen des Zivilschutzes, Kantischülern und Freunden zählen.

Von unschätzbarem Wert im Fundus ist die Arbeit von Registrar Edgar Steiger, der innert kurzer Zeit Ordnung ins Umzugschaos brachte. Nun gilt es, die Inventarisierung weiter voranzutreiben. Nur so kann die Einrichtung des neuen Museums bestmöglich vorbereitet werden.

Jubiläumsjahr von Feuerwehr und Museum

Um den Gästen auch 2020 etwas bieten zu können, ist trotz Umbau eine Sonderausstellung in Planung. «Der Museumsverein freut sich, mit der Hilfe der Feuerwehr Altstätten im Südflügel eine Ausstellung zu deren 150-Jahr-Jubiläum zu realisieren», schreibt dieser. Die Ausstellung wird Anfang April eröffnet und von einem Rahmenprogramm begleitet.

Auch der Museumsverein kann 2020 feiern: Er wurde vor 125 Jahren gegründet. Im Jubiläumsjahr sind verschiedene Anlässe geplant.

Neue Wege geht das Museum ab 2020 in Sachen Inklusion: Mit Texten in leichter Sprache und mit Hilfe von Symbolen werden Kommunikationsbarrieren abgebaut. Von diesem Angebot profitieren nicht nur Menschen mit Behinderung oder mit Lese- und Lernschwierigkeiten, sondern auch Personen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Demenz oder Kinder im Vorschulalter.

Dem Vorstand ist es wichtig, das Museum für möglichst viele interessant zu gestalten. Er freut sich, dass ab 2021 alle Ausstellungsräume mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen erreichbar sein werden.

Zwei Kulturinstitutionen unter einem Dach

Der Vorstand des Museumsvereins dankt in der Mitteilung allen, die mit tatkräftiger Hilfe oder finanzieller Unterstützung zum Gelingen des Projekts «Prestegg, Haus für Geschichte und Kultur» beigetragen haben. Der Diogenes Theater Verein und der Museumsverein Prest-egg werden im Februar zusammen einen Spendenanruf an die gesamte Bevölkerung richten. «Theater und Museum freuen sich, mit dem Haus für Geschichte und Kultur eine in der Region einzigartige Möglichkeit zu schaffen, bei der zwei Kulturinstitutionen unter einem Dach vereint sein werden», so der Museumsverein weiter.