Das Museum erklärt, was ein Bourdalou ist

RÜTHI/BÜCHEL. Es sieht zwar aus wie eine Saucière, und die meisten halten es auch dafür – es war aber für einen ganz anderen Zweck gedacht: Die damals mangelnden Toiletten und die langen bauschigen Kleider der Damen haben dieses Gerät beliebt gemacht.

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Wenn's pressiert: Ein Bourdalou wurde mit etwas ganz anderem als Sauce gefüllt. (Bild: pd)

Wenn's pressiert: Ein Bourdalou wurde mit etwas ganz anderem als Sauce gefüllt. (Bild: pd)

RÜTHI/BÜCHEL. Es sieht zwar aus wie eine Saucière, und die meisten halten es auch dafür – es war aber für einen ganz anderen Zweck gedacht: Die damals mangelnden Toiletten und die langen bauschigen Kleider der Damen haben dieses Gerät beliebt gemacht. Es erlaubte den Damen, unauffällig ihr kleines Geschäft zu erledigen.

Aufgekommen ist es in der Regierungszeit Ludwig XIV., als «der König der Prediger und der Prediger der Könige», der Jesuit Louis Bourdalou, endlos lange, aber beliebte Predigten hielt, die zu besuchen am Hof zum guten Ton gehörte. Um ein gewisses Bedürfnis zu befriedigen, benutzten die eleganten Damen ein von der Zofe mitgebrachtes passendes Gefäss, das dann den Namen des Predigers erhielt.

Dieses und andere hygienische Utensilien aus der Vergangenheit sind im Schwärzerles-Theres-Huus in Rüthi am kommenden Sonntag ab 14 Uhr mit Führung zu sehen. Ein interessanter Ausflug in die Vergangenheit. (pd)