Das Jahr in der Kirche stimmungsvoll begrüsst

OBEREGG. Das traditionelle Neujahrskonzert des Vereins Konzerte in der Kirche Oberegg bot am frühen Abend des 1. Januar reinsten Hörgenuss. Organist Wolfgang Sieber musizierte mit der Hanneli-Musig, und das «Echo vom Kurzenberg» setzte volkstümliche Akzente.

Rolf Rechsteiner
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Wolfgang Sieber (M.), die Hanneli-Musig und der JC Echo vom Kurzenberg beim Schlussapplaus. (Bild: rr)

Wolfgang Sieber (M.), die Hanneli-Musig und der JC Echo vom Kurzenberg beim Schlussapplaus. (Bild: rr)

Oberegg. Das traditionelle Neujahrskonzert des Vereins Konzerte in der Kirche Oberegg bot am frühen Abend des 1. Januar reinsten Hörgenuss. Organist Wolfgang Sieber musizierte mit der Hanneli-Musig, und das «Echo vom Kurzenberg» setzte volkstümliche Akzente.

Der Neujahrstag ist in der Oberegger Konzertreihe dem volkstümlichen Klang gewidmet. Das hat sich bewährt: Auch diesmal war die Kirche bis auf den letzten Platz in den Bänken besetzt. Das Publikum erfreute sich einer bunten Mischung beschwingter Musik. Der Spannungsbogen reichte von Mozart über Rossini und Schubert bis zur Sammlung Hanni Christen, zu Peter Roth und Wolfgang Sieber, der auch als Komponist und Arrangeur tätig ist.

Orgelsoli voller Heiterkeit

Wolfgang Sieber gab den Ton an: Er begleitete dezent zwei Vorträge des Jodelchors, schuf ein solides Fundament für die Hanneli-Musig und tat sich hervor mit drei Solostücken. In einem vierteiligen Zitat aus Mozarts Zauberflöte strich er einmal mehr die Qualitäten der Kuhn-Orgel hervor, etwa mit dem Pfeifchen von Papageno, gefunden im Sifflet und Sarastros Brummbass in tiefem Holz. Locker wirkten die «Trinklieder» von Franz Schubert; während sich Siebers «Gang rüef de Bruune» als währschaft-wuchtige Komposition mit einem fröhlichen «Sennele-hoa-ho» entpuppte.

Die sechs Hanneli-Musiker standen dem Organisten in nichts nach. Sie spielten ihr Können aus und überraschten mit kurzen, heiteren Stücken. Eine «Tarantella» von Giuseppe Verdi, der «Galopp in C» von Franz Schubert, die «Polka in E» von Antonin Dvorák – sie alle machten deutlich, dass die grossen Komponisten auch eine heitere Seite pflegten. Die Polka geriet besonders farbig, da ihr Sieber den Silberklang einer Chilbiorgel unterlegte. Dezenter, aber nicht minder wirkungsvoll begleitete er das Ensemble in einem Walzer-Potpourri aus der Sammlung Hanni Christen und die «Ecossaise in D» von Franz Schubert.

Bewährter Jodelchor

Der Jodelchor «Echo vom Kurzenberg» hatte in der Oberegger Kirche ein Heimspiel. Sechzehn Sänger und drei Jodlerinnen machten den Auftakt mit einem Zäuerli zum Einzug von hinten durch den Mittelgang. Sie gaben dem Konzert eine feierliche Note mit Peter Roths «Üse Vater» und den «Wiehnachtsglogge» von Ernst Sommer.

Die erste Zugabe erfüllte das ganze Gotteshaus. Das Publikum war eingeladen, ein Zitat aus der Zäller Wiehnacht mitzusingen: «Das ischt de Schtern vo Bethlehem». Dann wurden die Ensembles zu weiteren Zugaben motiviert, die auch gewährt wurden.

Die gewählten Stücke waren von beschwingter Heiterkeit und wohltuender Kürze, sodass die fünf Viertelstunden reinen Hörgenusses schnell vergingen.