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«Das Ghetto ist in uns selbst»

Schon sein halbes Leben lang schreibt Haris Hasanbegovi? alias Rapanova aus St. Margrethen Rap-Musik. Nun ist sein erstes Mixtape «Kampfasag» gratis als Download erschienen: Ein Album, gewidmet der Kunst des Battle-Rap.
Dominik Bärlocher
Rapanova im Ghetto: Haris Hasanbegovi? (ganz rechts mit weisser Hose) mit Crew und Freunden am Bahnhof St. Margrethen. (Bild: bär)

Rapanova im Ghetto: Haris Hasanbegovi? (ganz rechts mit weisser Hose) mit Crew und Freunden am Bahnhof St. Margrethen. (Bild: bär)

St. Margrethen. Als Rapanova erobert Haris Hasanbegovi? Auftritt für Auftritt die Herzen seiner Fans. Seit acht Jahren schon sieht sich der Sechzehnjährige als Rapper und hat nun sein erstes Mixtape mit dem Titel «Kampfasag» im Internet veröffentlicht. «Ich möchte, dass möglichst viele Leute meine Musik hören, darum ist <Kampfasag> gratis erhältlich», erklärt Haris. Im Laufe des Jahres erscheint jedoch sein erstes Album, das über Internet-Shops vertrieben werden wird.

Ausserdem wird er mit seinen Songs auf einem Sampler des Rorschacher Labels «Parterre Ost» vertreten sein.

Seinen bestbesuchten Auftritt hatte Haris zwar am St. Galler Fest, doch er nennt sein Konzert beim St. Margrether Strassenfest St. Mazamba als grössten Moment seiner Karriere: «Zuhause vor meiner Heimatstadt aufzutreten, war einfach ein unbeschreibliches Gefühl», sagt er.

Ghetto und Kriminalität

In seinen Texten erwähnt Haris mehrfach das sprichwörtliche Ghetto, welches man in seinem St. Margrethen vergebens sucht. «Das Ghetto ist kein Ort, es ist hierzulande ein Gefühl», weiss Haris. Als er nach dem Abschluss der Realschule keine Lehrstelle gefunden hatte, fühlte er sich verlassen und wertlos. Er verbrachte seine Tage perspektivlos damit, mit seinen Freunden am Bahnhof herumzusitzen, zu rauchen und Energy Drinks zu trinken. Das sei sein Ghetto, meint er.

Seine Musik half ihm, nicht in die Jugendkriminalität abzudriften oder sich Drogen hinzugeben.

Vor wenigen Tagen hat Haris nun ein Praktikum als Gipser angetreten. «Obwohl ich in erster Linie Rapper bin, will ich einen echten Beruf lernen», begründet Haris seine Jobsuche.

Battle-Rap in fünf Sprachen

Auf «Kampfasag» findet sich eine Mischung aus Sprachen, mit denen Haris aufgewachsen ist: Englisch, Deutsch, Albanisch, Türkisch und Bosnisch. «Ich wechsle nicht bewusst zwischen den Sprachen.

Was am besten fliesst, kommt in den Track», erklärt Haris. Auch setzt er stereotypen Balkandialekt und perfektes Schweizerdeutsch neben Jargon aus der deutschen Hip-Hop-Szene als Stilelement in seinen Raps ein. «Obwohl meine Texte gewaltverherrlichend sind, bin ich eher ein friedlicher Typ», sagt Haris, denn harte Worte und Ironie dominieren auf «Kampfasag». Rapanova ist Battle-Rapper und hat sich die kunstvolle Beleidigung realer oder imaginärer Gegner zur Aufgabe gemacht.

Das Genre des Battle-Raps existiert schon seit den 70ern. In dieser Form des Sprechgesanges beleidigen sich zwei Kontrahenten möglichst kreativ und gewandt. Dies verfolgt zwei Ziele: Zum einen soll der Gegner so beleidigt werden, dass ihm kein Konter mehr einfällt. Zum anderen muss der Rapper mit seinen Rhymes das Publikum davon überzeugen, dass er der bessere Rapper ist. «Der Beste bin aber ganz klar ich», lacht Haris.

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