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Das Gemeinschaftswerk

Meinung
Gert Bruderer
Schüler lernen in Altstätten schwimmen, um sich jederzeit über Wasser halten zu können. (Bild: Urs Bucher)

Schüler lernen in Altstätten schwimmen, um sich jederzeit über Wasser halten zu können. (Bild: Urs Bucher)

Leisten wir uns doch mal einen gedanklichen Luxus und vergessen wir für einen Augenblick das Geld. Sodann, grosszügig gestimmt, fragen wir uns: Sind Schwimmbäder nötig? Braucht es Hallenbäder?

Wer diese Antwort mit Ja beantwortet, sagt automatisch auch Ja zum Verlust, der durch Hallenbäder fast zwangsläufig entsteht, denn Hallenbäder sind keine Goldgruben. Wären sie dies, würden genug Hallenbäder bestehen und die Gemeinden könnten sich angenehmeren Dingen zuwenden als der Diskussion über die Notwendigkeit einer offensichtlich benötigten Einrichtung.

Warum Hallenbäder benötigt werden? Sie tun gut. Sie dienen der Gesundheit. Und sie helfen, tragischen Unfällen vorzubeugen. Aus diesen Gründen benützen auch Menschen aus Oberriet, Marbach und Rebstein, aus Rüthi und Eichberg fleissig das Altstätter Hallenbad. Erwachsene und Kinder. Schüler, die hier schwimmen lernen, um sich jederzeit über Wasser halten zu können. Und sie lernen das auf zeitgemässe Art, nicht nach mittelalterlichen Methoden irgendwo in eiskaltem Wasser.

Das Hallenbad der Oberrheintaler steht in Altstätten. Es könnte auch anderswo stehen, doch Altstätten ist der zentrale Ort, und somit ist es sinnvoll, ein neues Hallenbad nicht in Oberriet oder in Rebstein zu bauen, sondern in Altstätten. Für Altstätten selbst ist es natürlich ein Vorteil, das Bad vor der Schultür zu haben.

Altstätten soll mehr als die anderen zahlen, das ist fair. Die Stadt übernimmt deshalb 60 Prozent aller Hallenbadkosten. Zusätzlich bringt Altstätten das Grundstück ein, auf dem das obere Rheintal sein Hallenbad bauen kann.

Von den genannten Gemeinden mit Abstand die grösste ist Oberriet mit seinen fünf Dörfern. Gemäss dem Verteilschlüssel (aufgrund der Einwohnerzahlen) hat Oberriet 18 Prozent aller Kosten zu tragen, falls alle beteiligten Oberrheintaler Gemeinden der Bildung des geplanten Zweckverbands zustimmen.

In der Fasnachtszeit hat der Oberrieter «Dachspätzler» das geplante Altstätter Hallenbad als ein zu teures Projekt der «reichen» Stadtbürger und die Oberrieter Kosten als überrissen dargestellt. Es geht für die Fünf-Dörfer-Gemeinde um eine Beteiligung von 3,8 Mio. Franken an den Baukosten und einen jährlichen Defizitbeitrag von 93000 Franken.

Leider ist ein Hallenbad stets eine teure Angelegenheit! Es kostet sehr viel mehr als eine Sporthalle und hat einen schwer messbaren Nutzen, der weit über die Grenzen der Standortgemeinde hinausreicht.

Für eine einzige Gemeinde stellt ein Hallenbad eine beachtliche, wenn nicht untragbare Last dar. Weil ein Hallenbad zumindest fürs Schulschwimmen mehreren Gemeinden dient und schon insofern eine grosse regionale Bedeutung hat, ist es naheliegend, ein solches Projekt auch gemeinsam zu verwirklichen.

Oberriet könnte sich zwar auf den Standpunkt stellen, es habe schon ein Freibad, schwimmen lernen könne man ja auch im Sommer, wozu also sollte man Altstätten «Geld bringen». Allerdings ist Oberriet mit seinem Freibad fürs Schulschwimmen unzureichend bedient. Die Möglichkeit, gemäss Lehrplan Schwimmen zu unterrichten, ist bei einer Beschränkung auf die warme Jahreszeit stark eingeschränkt. Von ausgesprochenem Wetterpech, das immer möglich ist, ganz zu schweigen.

Den anderen Oberrheintaler Gemeinden fehlt ein eigenes Bad. Ihre Schulen sind darauf angewiesen, den Schwimmunterricht andernorts durchzuführen. Das können sie allerdings weder in Buchs noch in Eschen und auch nicht in Balg-ach. Dort schwimmen schon andere, fehlt es an Kapazität.

Ein Hallenbadprojekt ist somit zwangsläufig als regionale Aufgabe zu sehen. Eine Aufgabe, die sich zugleich als Chance verstehen lässt, den viel beschworenen Zusammenhalt einer Region jetzt, da es darauf ankommt, zu beweisen und nicht im entscheidenden Moment zu kneifen.

Wer ausserhalb der Stadt Altstätten Ja sagt, sagt nicht für die Altstätter Ja, sondern für die Kinder und Erwachsenen der eigenen Gemeinde, aber auch für die Region, deren Chance es ist, sich in einer wichtigen Sache auszuzeichnen.

An einer Versammlung in Kriessern hat Gemeinderat Stefan Lüchinger jüngst ein bestechendes Beispiel genannt. Er erinnerte daran, dass man innerhalb der Gemeinde ja auch das Solidaritätsprinzip hochhalte. Genauso wie ein Hallenbad ein Gemeinschaftswerk für die Region sei, handle es sich bei Oberriets Bildstöckli-Halle um eines der fünf Dörfer der Gemeinde Oberriet.

Gert Bruderer

gert.bruderer@rheintalmedien.ch

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