Das Gefühl der Gemeinsamkeit

WALZENHAUSEN. Während zweier Tage probten 45 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Michael Weber Chorliedergut aus fünf Jahrhunderten. Am Sonntag folgte ein Konzert mit der Bläsergruppe Heiden.

Isabelle Kürsteiner
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Höhepunkt des siebten Appenzeller Singwochenendes war das Schlusskonzert in der evangelischen Kirche in Walzenhausen. (Bild: Isabelle Kürsteiner)

Höhepunkt des siebten Appenzeller Singwochenendes war das Schlusskonzert in der evangelischen Kirche in Walzenhausen. (Bild: Isabelle Kürsteiner)

Michael Weber organisierte bereits zum siebten Mal das von Ernst Suhner angedachte Appenzeller Singwochende im «Sonneblick» in Walzenhausen. 45 Sängerinnen und Sänger von Zürich bis Chur liessen sich in das Chorliedergut von mehreren Jahrhunderten einführen. Innerhalb von nur zwei Tagen wurden für das Schlusskonzert zehn Lieder einstudiert. Die Stimmung war am Sonntag in der evangelischen Kirche in Walzenhausen sichtlich gespannt.

Mutige Wahl

Doch schon nach dem Einzug hatte der Ad-hoc-Chor die Zuhörerschaft in ihren Bann gezogen. In der Folge bot er ein veritables Spektrum des Chorgesanges von «Bonum est confidere» (um 1900) über «Aller Augen warten auf dich» aus dem 17. Jahrhundert bis zum zeitgenössischen «Kleines Senfkorn Hoffnung». Sehr mutig dann das Lied aus dem 16. Jahrhundert: «Der Winter ist vergangen». Nun, in Realität steht die kalte Jahreszeit wohl noch vor der Tür. Mit Ohrwürmern wie «Alle Vögel sind schon da» und «Nun ruhen alle Wälder» schloss Michael Weber den ersten Teil des Konzertes. Das Publikum entliess den Chor mit viel Applaus und Bravorufen.

Während sich die Gäste, in diesem Jahr wieder die Bläsergruppe Heiden, aufstellten, wurde das Dargebotene gelobt. Was dann die Bläsergruppe unter der Leitung von Stefan Zeller, dem Schwager von Michael Weber, innerhalb dreier Stücke aufführte, liess Lust auf mehr aufkommen (siehe Kasten). Natürlich verlangte das Publikum eine Zugabe, die gerne gegeben wurde. Dann kam noch einmal der Chor zum Zug. Es folgten ein Spiritual sowie «Abend ward». Zum Schluss forderte Michael Weber auf, das Landsgemeindelied gemeinsam und stehend zu singen, wobei sich der Chor die dritte Strophe vorbehielt. Dieser Aufforderung wurde gerne gefolgt, und für einen Moment sprang der Spirit des Wochenendes, das Gemeinsamkeitsgefühl, das zusammen Singen, auf die Zuhörer über. Es schien eine eingeschworene Gesellschaft zu werden. Im Namen der Sängerinnen und Sänger, einer gut durchmischten Gruppe aus Männern und Frauen aller Altersgruppen, dankte Ernst Suhner Stefan Zeller und Michael Weber. Er sprach allen aus dem Herzen, als er von einem phantastischen Wochenende berichtete und schilderte, mit welchem Elan und Humor Weber die Lieder eingeübt hatte.

Und wie es im Gospel geheissen hatte, die «Good News» sind, dass für das nächste Singwochenende bereits die «Sonneblick»-Häuser und die Kirche reserviert sind. Wer sich ein Wochenende der Chormusik, aber auch der wunderbaren Gemeinschaft widmen will, kann sich bei Michael Weber anmelden.