Das Fest der Schalmeien

Das gestrige Krummaseamanndli-Fest der Balgacher Schalmeien war fast so etwas wie eine Vorprobe. Denn nächstes Jahr wird der Verein sein 40-jähriges Bestehen feiern.

Gert Bruderer
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BALGACH. Im Freien, aber im Trockenen traten gestern auf der Sportanlage Riet das Krainer Projekt, sieben auswärtige Schalmeien-Gruppen sowie die einheimischen Schalmeien auf. Man kennt die Balgacher Schalmeien (die aus dem ganzen Tal stammen) talauf, talab, auch wegen der Altstätter Fasnachtsumzüge, an denen die Balgacher stets teilnehmen. Doch Hand aufs Herz, lieber Leser und liebe Leserin: Wissen Sie, wie das Musikinstrument mit seinen acht Rohren gespielt wird? (Ich weiss es seit gestern.)

Schalmei mit drei Ventilen

Vizepräsident Kurt Baumgartner (St. Margrethen) erklärte auf Wunsch, wie man Schalmeien bedient. (Die Präsidentin, Stefanie Wittwer aus Montlingen, Köchin von Beruf, war in der Küche beschäftigt.) Das Instrument der Balgacher Schalmeien hat drei Ventile. Entweder wird keines dieser Ventile gedrückt, eines, zwei oder drei. So ergeben sich acht Möglichkeiten bzw. acht verschiedene Töne, und diese bilden eine Oktave. Halbtöne lassen sich keine spielen. Es gibt vier Stimmen: erste Stimme, Alt, Tenor, Begleitung (Bass), dazu das Schlagzeug.

Umgeschriebene Lieder

«Die Schalmei ist ein sehr einfaches Instrument», sagt Kurt Baumgartner. Weniger leicht ist es, ein neues Stück zu spielen, denn jedes Lied ist für die Schalmei zuerst umzuschreiben. Eines der neueren Lieder, das die Schalmeien verwenden, ist «Atemlos» von Helene Fischer, sie spielen Oberkrainer-Stücke und Märsche.

Eines ihrer Mitglieder, André Breitenmoser, ist in der Band Krainer Projekt Trompeter, und so lag es nahe, diese Band zu engagieren, was sich sichtlich lohnte, denn die Stimmung war dank berühmter Songs wie «Tür an Tür mit Alice» oder «Kiosk» von Beginn an bestens. Geschätzt wurden auch die Kutschenfahrten zum Krummasea.

Drei Gruppen in der Schweiz

Einige der Gruppen, die am Krummaseamanndli-Fest auftraten, waren schon öfter in Balgach zu Gast, manche spielten zum ersten Mal. Sie alle stammen aus dem nahen Ausland, wo das Schalmeienspiel eine viel grössere Tradition hat als bei uns. In der Schweiz gibt es nur drei Schalmeien-Gruppen – in Arbon, Frauenfeld und – eben – in Balgach.

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