Das Derby geht an Vorderland

BSG Vorderland gewinnt das 1.-Liga-Début vor eigenem Anhang gegen Appenzell 27:25. Im Auswärtsspiel gegen Kreuzlingen fehlt den Vorderländern bei der 27:44-Niederlage aber die Kraft.

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Die BSG Vorderland mit Claudio Näf gegen Appenzell im Angriff. (Bild: Mea McGhee)

Die BSG Vorderland mit Claudio Näf gegen Appenzell im Angriff. (Bild: Mea McGhee)

Das Zuschauerinteresse für das Derby war gross. Beide Mannschaften waren nicht optimal in die Saison gestartet, wobei der BSG vor Wochenfrist mit dem ersten Sieg ein Befreiungsschlag gelungen ist und das Selbstvertrauen entsprechend gross war. Zudem konnte man das erste Mal in der Meisterschaft in der heimischen Wies-Halle spielen.

Nicht weniger als zwölf Tore fielen in den ersten zehn Minuten – beide spielten offensiv, die Abwehrreihen funktionierten dagegen nicht wunschgemäss, ausgeglichen war auch das Skore.

Offensiver Beginn beider Mannschaften

Die Vorderländer leisteten sich als Erste einige Fehlversuche, wodurch sich Appenzell leicht absetzen konnte. Die BSG reagierte allerdings postwendend und nutzte ihrerseits einige Appenzeller Nachlässigkeiten rigoros aus und wandelte den Zwei-Tore-Rückstand binnen fünf Minuten in eine Zwei-Tore-Führung um. Die Stimmung bei Vorderland und in der Halle war ein erstes Mal auf dem Höchstpunkt.

Geschickt verwalteten die Gastgeber die Führung, bis in der letzten Minute vor der Halbzeit ein Gegenstoss allein vor dem Torhüter vergeben wurde und sogleich ein technischer Fehler folgte. Mit dem Pausenpfiff war Appenzell damit wieder bis auf ein Tor herangerückt.

Nach dem Unterbruch legten die BSG-Spieler einen energischen Start hin, und auch die umgestellte, offensivere Verteidigung zeigte Wirkung. Die Führung konnte so bis auf vier Tore ausgebaut werden. Zu diesem Zeitpunkt kassierte ein Appenzeller seine dritte Zwei-Minuten-Strafe, was gleichbedeutend mit der roten Karte ist – manch einer in der Halle sah darin wohl eine Vorentscheidung.

Die Gäste spielten nach dem Ausschluss allerdings konstant weiter, während Vorderland plötzlich nicht mehr viel gelang. Nach knapp 50 Minuten war der Ausgleich Tatsache, das Spiel stand auf der Kippe. Die Spieler beider Teams zeigten Nerven und scheiterten mehrmals an den starken Torhütern.

Der Siegeswille bei der BSG war wohl minim grösser, denn man konnte stets wieder mit einem Tor vorlegen. Zudem verschossen die Gäste in dieser Phase zwei Penalties und schwächten sich mit einer weiteren Zeitstrafe. Vorderland machte es besser und versenkte seinerseits den entscheidenden Siebenmeter. Knapp vor der Schlusssirene gelang Appenzell nochmals der Anschlusstreffer, danach wurde das Vorderländer Anspiel jedoch regelwidrig behindert, woraus ein weiterer Strafstoss zum 27:25-Sieg für die Vorderländer resultierte.

Über das ganze Spiel gesehen ist der Sieg verdient, ab der 20. Spielminute lag die BSG nie mehr in Rückstand. Während die spielerische Leistung nicht immer auf Top-Niveau war, stimmte die kämpferische Einstellung umso mehr.

Ein Tag nach dem Derby war die Luft draussen

Am Tag nach dem Derbysieg fehlte es der BSG Vorderland aber in Kreuzlingen an Kraft, Durchsetzungsvermögen und auch Willen. Die überzeugenden Thurgauer konnten so nicht annähernd gefährdet werden – Kreuzlingen siegte diskussionslos 44:27 (21:14). (mk)

1. Liga

Vorderland – Appenzell 27:25 (16:15)

Vorderland: B. Rothenberger (1 Tor)/Kappenthuler; Bernet (5), Fejzaj, Küng (1), Mucha (2), Naef (5), Povataj (2), L. Rothenberger, Schulz, D. Schwinn, R. Schwinn (11), Remo Wild, Roger Wild.

Kreuzlingen – Vorderland 44:27 (21:14)

Vorderland: B. Rothenberger/Kappenthuler; Bernet, Fejzaj, Küng (2 Tore), Naef (3), Povataj (5), L. Rothenberger, Schulz (2), D. Schwinn, R. Schwinn (14), Remo Wild, Roger Wild (1).