Das Christkind vom Suruggen

ALTSTÄTTEN/GAIS/REBSTEIN. Seit Jahren wird am Wanderweg zwischen der Landmark und dem Gäbris ein Tännchen zum Christbaum gemacht. Bäumchen schmückendes Christkind ist der Rebsteiner Luciano Soave.

Max Tinner
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Als Luciano Soave und seine Kollegen den Baum dieses Jahr schmückten, lag frischer Schnee, der mittlerweile aber geschmolzen ist. Der Christbaum ist aber auch so eine Augenweide. Bewundern kann man ihn noch bis 6. Januar: Jeweils zum Dreikönigstag räumt das Christkind vom Suruggen ihn wieder ab. (Bild: zVg)

Als Luciano Soave und seine Kollegen den Baum dieses Jahr schmückten, lag frischer Schnee, der mittlerweile aber geschmolzen ist. Der Christbaum ist aber auch so eine Augenweide. Bewundern kann man ihn noch bis 6. Januar: Jeweils zum Dreikönigstag räumt das Christkind vom Suruggen ihn wieder ab. (Bild: zVg)

Für manche Kinder ist es sonnenklar: Das Christkind wohnt auf dem Suruggen, auf dem Hügelzug ob dem Ruppendörfli. Denn dort steht mitten im Wald ein Tännchen, das jeden Winter im Advent zum Christbaum wird. Das Bäumchen wird freilich nicht vom Christkind geschmückt, sondern von Menschenhand, nämlich von Luciano Soave. Der aus Italien stammende Rebsteiner tut dies allerdings schon seit so vielen Jahren, dass Eltern ihre Kinder gerne in ihrem Glauben lassen.

Anfangs war's nur ein Spass

So 17 oder 18 Jahre dürfte es her sein, dass Luciano Soave erstmals Christbaumkugeln auf den Suruggen trug. Damals arbeitete er als Verkäufer bei Mode Weber in St. Margrethen. Montags hatte er jeweils frei. Dann war er oft mit seinem Widnauer Arbeitskollegen Perk Wüst und dessen Frau Vreni unterwegs. Eine ihrer liebsten Wanderungen war eben die Route von der Landmark zum Gäbris.

Dort waren sie auch wieder einmal in der Adventszeit unterwegs. Vielleicht hat sich das Gespräch ja um Christbäume gedreht, die es noch zu kaufen galt. Jedenfalls erachteten sie eines der vielen Tännchen am Wegesrand für besonders christbaumwürdig. Kurzerhand beschlossen sie, es tatsächlich zu einem Christbaum zu machen – gleich dort, wo es stand. Wenige Tage standen sie wieder vor dem Bäumchen und schmückten es mit Christbaumkugeln, die sie in einem Rucksack mitgebracht hatten. «Es war ein Spass, ein Gag, nichts mehr», sagt Luciano Soave lachend. Aber die drei gönnten sich diesen Spass von da an jedes Jahr.

Auch eine Leiter muss mit

Soave führte ihn auch noch fort, nachdem sein Arbeitskollege und Freund verstorben war. Nach einigen Jahren war sein Stammchristbaum allerdings so gross, dass Soave an die oberen Äste nicht mehr herankam. Er musste ein Ersatzbäumchen wählen, dass inzwischen ebenfalls über die übliche Christbaumgrösse hinausgewachsen ist. Der heutige Suruggen-Christbaum ist bereits der dritte. Und auch dieser ist bereits so gross, dass nebst zwei prall mit Christbaumschmuck gefüllten Rucksäcken auch eine Leiter auf den Suruggen zu tragen ist, damit auch die oberen Äste des Baums mit Schmuck behängt werden können. Luciano Soave kann dabei auf zwei Velofahrer-Kameraden zählen, die ihm helfen und im Besonderen die Leiter festhalten, wenn er zu den oberen Ästen hochsteigt. Nach getaner Arbeit wird jeweils mit Prosecco angestossen.

Mittlerweile hat so mancher Wanderer bemerkt, dass das Bäumchen auf dem Suruggen jedes Jahr geschmückt wird. Für den einen oder anderen gehört die winterliche Familienwanderung hierhin zur Weihnachtszeit wie die Bescherung an Heiligabend. Luciano Soave weiss das, weil in den Wirtschaften auf dem Gäbris und auf der Landmark der Suruggen-Christbaum immer wieder Gesprächsthema ist.

«Ich tu es gern»

Und wenn er den Christbaum jeweils zum Dreikönigstag wieder abräumt, hängen auch immer wieder Kärtchen am Baum, auf denen sowohl Erwachsene als auch Kinder dem Christkind oder dem Weihnachtsmann für die Freude danken, die mit dem geschmückten Baum im Wald gemacht wurde. Diese Kärtchen freuen Luciano Soave besonders. Den Verfassern lässt er ausrichten, dass er es gerne tut.

Von der Landmark bis zum Christbaum auf dem Suruggen hat man, je nachdem wie gut man zu Fuss ist, etwa eine halbe Stunde. Wer nicht den gleichen Weg zurück will, dem sei eine Wanderung über den Gäbris nach Gais empfohlen. Reine Wanderzeit zwei bis drei Stunden. Auf die Landmark kommt man aus dem Rheintal mit dem Postauto von Heerbrugg über Oberegg und den St. Anton; sonntags und an Feiertagen auch mit dem RTB-Bus ab Altstätten. Von Gais kommt man mit der Appenzeller Bahn zurück ins Tal nach Altstätten.

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