Das Altersheim Wüschbach schliesst

Der Gemeinderat hat beschlossen, per Ende Jahr den Altersheimbetrieb im Wüschbach einzustellen. Verschiedene Entwicklungen haben zu diesem Schritt geführt. Bereits Ende 2007 war die Wüschbach-Liegenschaft verkauft worden.

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Wolfhalden. Der Landwirtschaftsbetrieb samt dem unteren Heimgebäude wurden an die Pächter-Familie Schmid verkauft mit der Bedingung, dass die Gemeinde im Heimgebäude den Altersheim-Betrieb auf unbefristete Zeit weiterführen kann. Der Betrieb im oberen Heimgebäude wurde bereits Ende 2003 eingestellt, weil sich die Weiterführung in zwei Häusern als nicht mehr vertretbar zeigte. Die Zahl der Pensionäre lag damals ungefähr bei 15 Personen. Bis Ende 2009 konnte diese Zahl ziemlich gleichmässig gehalten werden.

Im Verlaufe dieses Jahres änderte sich dies deutlich. Dazu kam, dass sich bei einem grossen Teil der Bewohner ein sehr hoher Pflegeaufwand einstellte. Schliesslich musste auch zur Kenntnis genommen werden, dass aufgrund bundesrechtlicher Neuerungen per 1. Januar 2011 (Inkrafttreten der neuen Pflegefinanzierung) bei der Führung von Alters- und Pflegeheimen neue Voraussetzungen einzuhalten sind.

Mit dem Entscheid zur Betriebseinstellung übernimmt der Gemeinderat selbstverständlich die Verpflichtung, für die betroffenen Männer und Frauen in Beratung mit den Angehörigen eine gute Nachfolgelösung zu finden. Der Wüschbach-Betrieb beherbergt derzeit sechs Pensionäre.

Mit der Übergabe des unteren Heimgebäudes per Ende Dezember an die Pächter-Familie Schmid geht die Zuständigkeit bezüglich der künftigen Gebäude-Nutzung in private Hände über.

Die Eheleute Schmid haben signalisiert, nebst den hauptsächlichen Raumbedürfnissen für die eigene Familie einen Teil der Räume für private Pensionsplätze bereitzustellen.

Von der Betriebsschliessung weiter betroffen ist das Personal, das teilweise seit vielen Jahren mit unserem Heimbetrieb eng verbunden ist und nun mit einer Kündigung belastet ist.

Gemeinderat und Altersheimkommission drücken auch gegenüber diesem Personenkreis ihr Bedauern aus mit der Zusicherung, auch hier bestmögliche Unterstützung zu bieten auf dem Weg zu einer neuen beruflichen Aufgabe.

Zonenplan-Totalrevision startet

Die wesentliche Grundlage für die bauliche Entwicklung einer Gemeinde liegt in der Zonenplanung.

Aufgrund von allgemeinen Regeln und Erfahrungen sollen Zonenplanungen ungefähr alle 10 bis 15 Jahre einer Totalrevision unterzogen werden. In der Zwischenzeit können geringfügige oder im Einzelfall begründete Änderungen mit Teilzonenplänen nachgesucht und realisiert werden. In gewissem Masse kann demnach auf geänderte Bedürfnisse hin reagiert werden. Die letzte Gesamtüberarbeitung der Zonenplanung von Wolfhalden liegt über 15 Jahre zurück. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat auf dieses Jahr den Start der Totalrevision geplant.

In einem ersten Schritt wurde das Fachplanungsbüro ERR Raumplaner FSU SIA in Herisau mit der planerischen Begleitung beauftragt und eine sechsköpfige Ortsplanungskommission (OPK) eingesetzt. Die OPK steht unter dem Vorsitz von Gemeindepräsident Max Koch. Auf Antrag der OPK hat der Gemeinderat einem Antrag zur zusätzlichen Einsetzung eines ortsplanerischen Fachbeirates entsprochen.

Der Fachbeirat wurde in folgender Zusammensetzung gewählt: Eugen Schläpfer als Vertreter der Landwirtschaft, Lukas Tobler als Vertreter des Landschafts- und Naturschutzes, Hansjörg Nagel als Fachvertreter für Verkehrsplanung, Hubert Bischoff als Fachvertreter für Architektur, Valesca Montanés als KMU-Vertreterin (industrielles Gewerbe), Christian Fisch als KMU-Vertreter (Kleingewerbe), Gülsen Müller als Vertreterin bezüglich Familienentwicklung.

Das Ziel des Gemeinderates liegt darin, die Arbeiten der Totalrevision nun so anzugehen und abzuwickeln, dass Wolfhalden bis spätestens 2013 über eine neue Zonenplanung verfügt. Selbstverständlich wird die Bevölkerung über die einzelnen Schritte informiert und schliesslich für den Entscheid an die Urne gerufen.

Personelle Änderung

Der Kanton AR und die Ausserrhoder Gemeinden betreiben seit über zehn Jahren für ihre gemeinsam genutzten EDV-Anwendungen (Einwohnerkontrollen etc.

) die AR-NET Informatik AG. Nebst diesen zentral betreuten Systemen ist innerhalb der Gemeindeverwaltung ein internes Netzwerk eingerichtet. Wartung und Erneuerung der entsprechenden Geräte und Programme obliegen diesbezüglich der Gemeinde. Das derzeitige Netzwerk samt Server und Clients wurde im Jahre 2004 installiert; eine Ablösung wurde auf dieses Jahr geplant.

Der Gemeinderat hat beschlossen, die EDV-Erneuerung mit einer Kostenfolge von rund 36 000 Franken ebenfalls der AR-NET Informatik AG in Herisau zu übertragen.

Der Gemeinderat nahm mit Bedauern Kenntnis von der Kündigung von Rahel Lieberherr als Verwaltungsangestellte per Ende November. Die sofortige Stellenausschreibung stiess auf grosses Interesse (total 68 Bewerbungen). Aus einer Reihe von verwaltungserfahrenen Bewerbern und Bewerberinnen wurde Yvonne Blatter aus Oberegg als Nachfolgerin von Rahel Lieberherr gewählt.

Yvonne Blatter absolvierte ihre kaufmännische Ausbildung von 2006 bis 2009 bei der Bezirksverwaltung Oberegg. Dort steht sie derzeit noch in einem befristeten Anstellungsverhältnis.

Feuerwehr-Zweckverband

Zu Beginn dieses Jahres zeigte sich, dass auf Anfrage der Gemeinde sich der Zweckverband Regionale Feuerwehr Heiden-Grub-Eggersriet zu Aufnahme-Verhandlungen bereit erklärte. Die weiteren Gespräche bestätigten ein gegenseitiges Interesse an diesem Zusammenschluss bzw.

der Ausdehnung der regionalen Zusammenarbeit. So wurde der Gemeinde Anfang September ein Zweckverbands-Budget 2011 vorgelegt, in dem die regionale Erweiterung eingeplant ist. Bei gesamten Netto-Betriebskosten von 706 800 Franken entfallen 21,33 % oder rund 150 000 Franken auf die Gemeinde Wolfhalden (Heiden: 46,35%, Grub AR: 11,15%, Eggersriet SG: 21,07%). Der Kostenteiler basiert einerseits auf den Einwohnerzahlen und anderseits auf den Versicherungssummen aller brandversicherten Gebäude.

Der Gemeinderat stellt fest, dass mit dem Zusammenschluss die Kosten im gleichen Rahmen bleiben werden. Längerfristig werden mit der gemeinsamen Feuerwehrorganisation jedoch Vorteile erblickt. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat beschlossen, dem regionalen Zweckverband beizutreten. Vorbehalten bleibt der Aufnahmebeschluss der bisherigen Verbandsgemeinden Heiden, Grub AR und Eggersriet SG.

In der Gemeinde Wolfhalden unterliegt der gemeinderätliche Beschluss gemäss Gemeindeordnung dem fakultativen Referendum. Wenn mindestens 30 Stimmberechtigte innert 30 Tagen nach der amtlichen Publikation (bis 1. November) dies schriftlich verlangen, ist das Geschäft der Volksabstimmung zu unterbreiten.

Gasthaus Krone: neue Kühlzelle

Der Gemeinderat hat einem Nachtragskredit von 20 000 Franken für den Einbau einer neuen Kühlzelle beim Gasthaus Krone zugestimmt.

Eine Sanierung zeigte sich als nicht mehr sinnvoll, so-dass die Budget-Summe von 15 000 auf 35 000 Franken erhöht wurde. Die Lieferung der neuen Anlage erfolgt durch die Firma Scheco in Winterthur. (gk)