DARTS: Bei einigen läuft nichts, bei einem Spieler aber alles

100 Spieler nahmen am ersten ADC-Turnier in Altstätten teil. Millimeter entschieden über den Erfolg.

Lukas Würmli
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Michael Block vom Darts-Club Diepoldsau: In jedem Leg geführt, aber immer am Finish gescheitert. (Bild: Lukas Würmli)

Michael Block vom Darts-Club Diepoldsau: In jedem Leg geführt, aber immer am Finish gescheitert. (Bild: Lukas Würmli)

Zwölf elektronische Darts-Automaten standen in gleichmässigem Abstand an der Wand der Turnhalle Bild, und sie mussten einiges ertragen. Die Organisatoren der Dart-Clubs Altstätten und Diepoldsau sowie Turnierleiter Maurizio Castrovinci freuten sich über gut 100 Teilnehmende, die pausenlos Pfeile warfen. An den Festbänken im Publikumsbereich wurde beim Bier nicht nur das dartstypische Beizen-Ambiente geschaffen, sondern auch über die Partien diskutiert. Vorne an den Automaten war es jedoch ruhig, einzig das Klacken der in die Scheibe geworfenen Pfeile und ab und an ein Jingle für einen besonders guten Wurf war zu hören.

Schweizer Meister und Europatour-Spieler dabei

Das Feld des Hauptturniers liess sich sehen – unter den 53 Teilnehmern figurierten ein ehemaliger Schweizer Meister und mit Michael Tafner gar ein Spieler der europäischen PDC-Dartstour. Auch Michael Block, Präsident des DC Diepoldsau, liess sich die Chance nicht nehmen. Der 49- Jährige spielt mit seinen Kollegen in der C-Liga und staunte beim Blick auf seine Gegner.

Für Sarina Weder vom DC Altstätten ist es derweil die erste Teilnahme an einem grossen Turnier. Die 25-Jährige, die sich im Ausgang mit der Sportart anfreundete, danach ein eigenes Plauschteam gründete und ei­- nes Tages schliesslich vom ihrem Taxifahrer Stani Ryczko in dessen Team berufen wurde, will vor allem Spass haben.

Im ersten Spiel traten die beiden nebeneinander an. Während Block gut skorte und früh in Führung ging, hatte Weder Mühe. «Heute läuft gar nichts», hörte man sie sagen – und nebenan freute sich der Diepoldsauer über 100 Punkte.

Doch diese nützten ihm nichts. Weil Block die letzten Pfeile nicht wie gewünscht platzieren konnte, schloss sein Gegner auf und beendete das Spiel mit dem ersten Pfeil auf ein Doppelfeld. Auch Weder musste sich geschlagen geben, 0:2 verlor sie die erste Partie. Sie überzeugte mit einer guten Wurftechnik, wirkte sehr konzentriert. «Ich treffe einfach nicht immer das Feld, das ich will», erklärte sie ihre Startniederlage.

Turnier-Debütantin siegt im zweiten Spiel erstmals

Im zweiten Spiel steigerte sie sich, gewann mit 2:0 und war zurück im Rennen. «Man sollte halt einfach an den Sieg glauben, der Kopf ist sehr wichtig», so die 25-Jährige. Block haderte derweil weiter mit dem Finish. Auch in der zweiten Runde holte er in jedem Leg einen Vorsprung raus, konnte aber mit den letzten Pfeilen den Sack nicht zumachen. Das Turnier war für ihn bereits nach zwei Runden vorbei.

Mit den Spitzenplätzen hatte auch Weder nichts zu tun. Sie unterlag in der dritten Runde einem starken Manuel de Marco, wurde aber doch noch Zweite in der Wertung der Frauen.

Den Sieg sicherte sich nach über vier Stunden Senad Velagic aus Jenaz. Er war schon am Morgen aufgefallen, als er das Warm-up gewann. «Es gibt Tage, an denen läuft nichts», sagte Block nach seinem Ausscheiden. Anscheinend gibt es im Darts aber auch Tage, an denen man wie Velagic unbezwingbar ist.

Lukas Würmli