Dank Roman Bieri und seinem Manitou

BERNECK. An der Rettung des 31-jährigen Pferds Rossini aus dem Bachbett des Hinterburgbaches im Bernecker Weiler Kalchofen vor einer Woche waren ein paar Dutzend Helfende beteiligt: Anwohner, Nachbarn, Feuerwehr, Tierarzt, Spezialisten für Grosstier-Rettung.

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Rossini mit Sandra Grabher (l.), Isolde Kothgassner und Eselin Flavia danken Dachdecker Roman Bieri. Flavia ist die treue Freundin des 31-jährigen Rossini, der im Bernecker Kalchofen sein Gnadenbrot geniesst. (Bild: René Schneider)

Rossini mit Sandra Grabher (l.), Isolde Kothgassner und Eselin Flavia danken Dachdecker Roman Bieri. Flavia ist die treue Freundin des 31-jährigen Rossini, der im Bernecker Kalchofen sein Gnadenbrot geniesst. (Bild: René Schneider)

Alle am taghell erleuchteten Einsatzort machten einen sehr guten Job, sagen Rossinis Besitzerinnen und Pflegerinnen Sandra Grabher und Isolde Kothgassner wie auch Stallbesitzer John Dietrich.

Nächtliche Rettungsaktion

Doch haben sie Roman Bieri dieser Tage nochmals an den «Tatort» in den Kalchofen eingeladen, um ihm speziell zu danken. Denn nur dank ihm und seinem Teleskoplader der Marke Manitou habe Rossini in jener Nacht lebend aus seiner misslichen Lage befreit werden können. Zwar waren Feuerwehr, Polizei und andere schnell zur Stelle in jener Nacht. Beherzte Feuerwehrler befreiten schnell Rossinis Absturzort schon mal von Geäst und Gestrüpp. Aber das Pferd war so unglücklich abgestürzt und lag so regungslos wie unzugänglich, dass das Tier erst mal betäubt und eine Rettung per Helikopter ins Auge gefasst wurde. Entdeckt hatte das Pferd Annette Schlenker, die Mieterin der Liegenschaft. «Ich kam spät heim. Rossini begrüsste mich mit Wiehern, was er sonst nie tut. Darum suchte ich ihn mit einer Taschenlampe und fand ihn schliesslich im Bach liegend.» Annette Schlenker hat darauf alle alarmiert. Schnell stellte sich heraus, dass ein Heli-Einsatz bei Nacht an der engen Absturzstelle mit nahen, hohen Bäumen nicht möglich ist. Der Tierarzt befürchtete, dass der betagte Rossini nicht bis zum Morgen überlebt und wohl eingeschläfert werden muss. Den entscheidenden Einfall in der aussichtslos scheinenden Lage hatte dann Nachbar und «Rösseler» Peter Schmid: Roman Bieri mit seinem Pneulader!

Pneulader statt Helikopter

Es sei Zufall gewesen, dass seine Frau Conny nach Mitternacht noch im Büro und erreichbar gewesen ist, sagte der Dachdecker. Dass er mit dem lärmigen Gerät einige schlafende Nachbarn stören musste, sei nicht zu vermeiden gewesen und auch nicht, dass einer der Erwachten befürchtet habe, sein Manitou werde geklaut.

Den Einsatz selber erlebte Bieri als «speziell». «Normalerweise hebe ich Paletten mit Ziegeln auf Dächer, diesmal eben ein Pferd aus dem Bachbett – und das bei Nacht.» Möglich geworden sei die Bergung, weil die Grosstier-Retter ein stabiles Netz über Rossini gezogen hatten und dieser bei der Verpackung «geschickt mithalf». Geglückt sei die Aktion jedoch dank gutem Teamwork aller Beteiligten, betont auch Roman Bieri. (sc)