Dank Cocktails in die Toscana

Am Samstag steigt einer der edelsten Events im Rheintal: Die Manhattan Cocktail Party. Dahinter steckt der Verein «Impuls – Netzwerk Rheintaler Studenten», der damit sein aussergewöhnliches Vereinsleben finanziert.

Janique Weder
Merken
Drucken
Teilen
Das OK, gekleidet getreu dem Motto «20er-Jahre»: (hintere Reihe von links) Pascal Bürki, Céline Oberle (Vize-Präsidentin), Lucas Eicher, Alessia Ferrari, Lea Altwegg, Renato Raymann, Kevin Studach; vordere Reihe von links: Mario Kohler, Michelle Pils, Dino Pöltinger (Präsident), Sophie Oberle; auf dem Bild fehlt Sebastian Altwegg. (Bild: pd)

Das OK, gekleidet getreu dem Motto «20er-Jahre»: (hintere Reihe von links) Pascal Bürki, Céline Oberle (Vize-Präsidentin), Lucas Eicher, Alessia Ferrari, Lea Altwegg, Renato Raymann, Kevin Studach; vordere Reihe von links: Mario Kohler, Michelle Pils, Dino Pöltinger (Präsident), Sophie Oberle; auf dem Bild fehlt Sebastian Altwegg. (Bild: pd)

100: So viele Pins lassen vier Rheintaler Studenten produzieren, um sie an der Hauptversammlung ihres noch jungen Vereins «Impuls – Netzwerk Rheintaler Studenten» an den Mann zu bringen. Ob das klappt, wissen die Studenten nicht. Denn ausser ihnen ist noch niemand dem Verein beigetreten. Zur HV haben sie zwar per Brief eingeladen, aber: «Wir hatten keine Ahnung, ob überhaupt jemand auftaucht», sagt Präsident Dino Pöltinger aus Berneck.

Fürs Studium weg vom Rheintal

Diese Geschichte liegt fünf Jahre zurück. Mittlerweile sind die Pins verteilt, und «Impuls» zählt über 100 Mitglieder. Es sind aktive und ehemalige Studentinnen und Studenten, allesamt mit Wurzeln im Rheintal. Die meisten haben die Kantonsschule Heerbrugg besucht, und später hat es sie fürs Studium in alle Ecken der Schweiz verschlagen. «Deshalb wollen wir den Kontakt unter den Studenten pflegen», sagt Dino Pöltinger. Vize-Präsidentin Céline Oberle nennt weitere Gründe, warum sich eine «Impuls»-Mitgliedschaft lohnt. So habe man im Studium vor allem mit Gleichgesinnten zu tun, die dasselbe studieren. «Im Verein hingegen treffen Leute mit verschiedenen Ausbildungen aufeinander.» Um den Kontakt aufrechtzuerhalten, organisiert der sechsköpfige Vorstand mehrere Anlässe im Jahr. So übten sich die Mitglieder bereits im Armbrustschiessen, Segelfliegen und Curling oder bestiegen den Säntis. Kürzlich verbrachte der Verein ein Wochenende auf einem Weingut in der Toscana.

Anders als in Studentenverbindungen etwa, ist die Teilnahme an diesen Events freiwillig, betont Dino Pöltinger. Der einzige Pflichttermin im Jahr ist die Manhattan Cocktail Party. Feiern im edlen Ambiente ist das Credo dieses Events. Als Dresscode gelten Cocktailkleider für die Damen, Anzüge für die Herren. Da «Impuls» von den Cocktails über die Dekoration bis hin zur Musik alles selbst organisiert, ist der Verein auf die Hilfe seiner Mitglieder angewiesen. Im vergangenen Jahr waren alleine zehn Leute zwei Tage lang beschäftigt, 11 000 Spiegelchen an die eigens kreierten Kronleuchter zu montieren. Dieser Einsatz kommt den Mitgliedern aber wieder zugute – mit dem Gewinn finanziert der Verein seine Anlässe.

Zum ersten Mal stattgefunden hat die Manhattan Cocktail Party 2009 in Balgach. Die Idee dafür kam einigen Mitgliedern an einem Fest wenige Monate zuvor: Eingezwängt in einem stickigen Partyzelt, kondensierter Schweiss tropfte auf ihre Köpfe. «Da wurde uns klar, dass es den Rheintaler Festen an Qualität mangelt», sagt Pöltinger. Die Manhattan Cocktail Party solle also mehr als «nur das Nötigste» bieten. So kriegt jeder Gast ein Gipfeli auf den Nachhauseweg. «Damit machen wir keinen Profit», sagt Céline Oberle, «dafür bieten wir unseren Gästen einen unvergesslichen Abend.» Dass das aufwendige Konzept auch seine Schattenseiten hat, gibt Céline Oberle zu. Jedes Jahr müsse eine noch bessere Idee her, «das ist nicht immer einfach».

Auf Helfer angewiesen

Die bisherigen Cocktailparties waren immer Wochen zuvor ausverkauft. Woher rührt dieser Erfolg? «Wir sind anders, exklusiv und einmalig im Rheintal», sagt Pöltinger. Für Oberle gibt es einen weiteren, entscheidenden Erfolgsfaktor: Die Freiwilligenarbeit der Mitglieder. «Der Event wäre wirtschaftlich sonst nie realisierbar.»

Am Samstag steigt die fünfte Ausgabe der Cocktail Party. Gibt es Ideen, wie die Party in fünf Jahren aussehen wird? Céline Oberle verneint. Doch das Wissen der letzten Jahre biete sich für weitere Events an. Diese dürfe der Nachwuchs organisieren, sagt die Vize-Präsidentin schmunzelnd. «Mit 35 Jahren wollen wir nicht mehr hinter der Bar stehen.»