«Da sind wir Nonplusultra»

Der Rheintaler Kreispräsident Stefan Langenegger besuchte am Turnfest Vorführungen aller regionaler Vereine. Er spricht über seine Tour de Fest, die Resultate und sein Sturmerlebnis.

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Unter den Zuschauern: Kreispräsident Stefan Langenegger (Mitte) verfolgte jeden Rheintaler Verein. (Bild: Samuel Tanner)

Unter den Zuschauern: Kreispräsident Stefan Langenegger (Mitte) verfolgte jeden Rheintaler Verein. (Bild: Samuel Tanner)

Herr Langenegger, es ist Sonntagabend und Sie sind heiser. Das Eidgenössische Turnfest scheint erfolgreich verlaufen zu sein?

Stefan Langenegger: In der Nacht auf Sonntag haben wir im STV Balgach gemeinsam gefeiert, Frauenriege, Männerriege, Aktive. Die Musik dröhnte, entsprechend laut musste man miteinander reden. Der Grund für meine Heiserkeit ist keine durchzechte Nacht ...

... das hätte ich auch nie zu behaupten gewagt. Grund zum Feiern gab es jedoch für viele Turner. Wie schätzen Sie die Leistungen der Rheintaler Vereine ein?

Langenegger: Wir müssen unterscheiden: Am ersten Wochenende startete die Jugend. Und der Nachwuchs aus Balgach und Au erturnte sich Podestplätze im dreiteiligen Vereinswettkampf.

Wie kam dieses Resultat zustande?

Langenegger: Der Kreis Rheintal organisiert seit vielen Jahren Jugendturnfeste – bevor das der kantonale und der schweizerische Turnverband taten. An diesen Anlässen starten die Buben und Mädchen nicht alleine wie etwa am Jugitag, sondern im Team. Und sie turnen die gleichen Disziplinen wie die Grossen. Das hat Zukunft. Und sowohl in Au als auch in Balgach wird eine intensive Jugendförderung betrieben.

Am zweiten Wochenende fanden die Vereinswettkämpfe der älteren Turner statt. Welche Leistungen bleiben in diesen Kategorien?

Langenegger: Bei den Männer- und Frauenriegen erkämpfte sich Oberriet in der zweiten Stärkeklasse des Fit&Fun-Wettbewerbs den Sieg, Marbach klassierte sich im zweiten Rang. In dem Bereich ist das Rheintal das Nonplusultra. Bei den Aktiven sticht natürlich der Sieg der Oberrieter Leichtathleten in der fünften Stärkeklasse heraus.

Es ist ziemlich schwierig, die verschiedenen Leistungen miteinander zu vergleichen. Welchen Wert hat aus Ihrer Sicht etwa die Leistung des STV Balgach, der aus der ersten Stärkeklasse – folglich mit sehr vielen Teilnehmenden – als bestes Rheintaler Team hervorging?

Langenegger: Einen sehr grossen. Am Anfang war nicht mal klar, ob die Balgacher genug Turnerinnen und Turner zusammenbringen würden, um in die erste Stärkeklasse zu kommen. Und am Ende bleibt dieser Erfolg, den man nicht erwarten konnte und der einzigartig ist.

Ein starkes Zeichen also aus zwei Gründen: Einerseits die guten Leistungen, andererseits die grosse Teilnehmerzahl.

Langenegger: Ja, ein solcher Erfolg motiviert. Meiner Meinung nach zählt etwa ein fünfter Rang in der ersten Stärkeklasse mehr als ein erster Rang in der zweiten Stärkeklasse.

Hinzu kommt Nathanya Köhn. Sie gehört zum Nationalkader, das in der Rhythmischen Gymnastik Turnfestsieger wurde. Welchen Stellenwert hat dieses Resultat für den Kreisturnverband?

Langenegger: Den Erfolg gönne ich Nathanya sehr. Ich muss aber ehrlich sein: Hätten Sie mir nicht davon erzählt, ich hätte das Resultat nicht vernommen. Nathanya trainiert in Magglingen, weit weg vom Rheintal.

Mal abgesehen von den Resultaten: Welche sportlichen Momente bleiben aus Ihrer Sicht? Immerhin sind Sie der einzige, der alle Rheintaler Vereine beobachtet hat.

Langenegger: Zum Beispiel die Pendelstafette des STV Balgach. 16 Turnende, Note 9.85, viele junge Turnerinnen und Turner. Eine hervorragende Leistung.

Wobei Sie da als Balgacher nicht ganz objektiv sind ...

Langenegger: Klar, turnerisch bin ich Balgacher. Die Vorstellung war aber so oder so eindrücklich. Ebenso die Grossfeldgymnastik des STV Marbach. Oder die Kleinfeld-Vorführung des STV Altstätten. Dies nicht aus sportlicher Sicht, eher als Symbol. Diese Riege gab es lange nicht mehr, nun finden sich wieder zwölf motivierte Mädchen.

Wie erlebten Sie den Sturm am Donnerstag?

Langenegger: Um 18.10 Uhr sollte Eichberg zur Pendelstafette starten, diesen Auftritt wollte ich verfolgen. Als ich mit dem Velo ankam, war der Auftritt jedoch schon vorbei. Ich zog weiter – sonst hätte ich im Zelt gestanden, als der Wind es beschädigte. Andere traf es: Eichberg hatte vier Verletzte; ihnen wünsche ich gute Besserung. Ich finde dennoch, dass man den Verantwortlichen keinen Vorwurf machen sollte. Und dass das Fest gut organisiert war.

Interview: Samuel Tanner

Die Widnauer suchen den Weg zur nächsten Sportanlage.

Die Widnauer suchen den Weg zur nächsten Sportanlage.

Stolze Fahnenträger: Bei der Schlussfeier präsentierten etwa die Turnvereine aus Lüchingen (Mitte) und der Berneck (2. von rechts) ihre Farben.

Stolze Fahnenträger: Bei der Schlussfeier präsentierten etwa die Turnvereine aus Lüchingen (Mitte) und der Berneck (2. von rechts) ihre Farben.

René Hutter im Einsatz für die Männerriege Au.

René Hutter im Einsatz für die Männerriege Au.

Im Kampf gegen die Zeit: 800m-Läufer des KTV Oberriet. (Bilder: Samuel Tanner)

Im Kampf gegen die Zeit: 800m-Läufer des KTV Oberriet. (Bilder: Samuel Tanner)

Ausdrucksstark: Die Grossfeldgymastiker des STV Marbach.

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