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CURLING: Vieles hängt von wenig ab

Laura Engler aus Lutzenberg, eine der besten Schweizer Juniorinnen, steht vor der Matura. Wie sich das nächste Jahr gestaltet, entscheidet sich bald auf dem Eis.
Lukas Pfiffner
Laura Engler spielt im Team Flims-St. Gallen die Nummer drei. (Bild: PD)

Laura Engler spielt im Team Flims-St. Gallen die Nummer drei. (Bild: PD)

Lukas Pfiffner

Als ganz kleines Mädchen mit dem Grossvater auf dem alten Lerchenfeld-Eis. Als dieser als Präsident an der Rangverkündigung Preise überreicht. «Das sind meine ersten Erinnerungen ans Curling», sagt Laura Engler. Ihr Opa und ihr Vater waren in diesem Sport aktiv, selber zu spielen begonnen hat sie als Siebenjährige.

Sie ist in Lutzenberg aufgewachsen, hat kürzlich in St. Gallen eine Wohnung bezogen. 2016 holte sie mit der Schweizer Mixed-Mannschaft an den Youth Olympic Games in Lillehammer Bronze. Kurz nach ihrem 18. Geburtstag hat sie im Oktober mit dem Frauenteam Flims-St. Gallen den Wettkampf der European Junior Curling Tour in Oslo gewonnen, wie einen Monat später jenen in Thun. «Flims-St. Gallen» wird dem Quartett nur zur Hälfte gerecht.

Mit der Kollegin aus Zug spielt Laura Engler im dritten Jahr. Ein weiteres Mitglied kommt aus Lausanne. «Wir finden durch die Spielpraxis immer besser zusammen», sagt Laura Engler. Gemeinsame Trainings finden vor allem im Herbst statt. Während der Saison trainieren die vier von Montag bis Freitag individuell. «Wir sehen uns an den Wochenenden, zum Training oder an Turnieren.»

«… auch wenn es nicht gefroren ist»

Laura Engler trainiert meist zweimal pro Woche auf dem Eis im Lerchenfeld. Intensiv betreut wird sie von der Sportschule Appenzellerland, mit der sie wöchentlich drei Einheiten in Polysport, Athletik und Kraft absolviert. Alles in allem komme sie auf sieben bis acht Trainings pro Woche.

«Rudern betreibe ich auch noch. Mir sagt Wasser zu, auch wenn es nicht gefroren ist», sagt sie und lacht. Im Winter trainiere sie mit dem Seeclub Arbon ein bis zwei Mal pro Woche auf dem Alten Rhein. «Rudern ist ein guter Ausgleich zum Curling, nicht nur in der eisfreien Zeit. Und es bringt mich auch mental weiter, wenn es gilt, sich über die 2000 Meter durchzubeissen.» Im vergangenen Sommer hat sie erstmals an Einer-Regatten teilgenommen.

Das Zwischenjahr sportlich geprägt?

Laura Engler absolviert das letzte Jahr an der Kantonsschule Trogen, Schwerpunktfach Biologie-Chemie. Wie es nach der Matura weitergeht, ist offen. «Eventuell werde ich 2019 ein Sportstudium beginnen, vorher aber sicher ein Zwischenjahr einschalten.» Wie sich dieses gestaltet, hängt vom Abschneiden an den Schweizer Meisterschaften (Mitte Februar) ab. «Wenn wir den Titel holen, wären wir für die Junioren-Weltmeisterschaften von 2019 qualifiziert.»

Die Zukunft wäre dann von einem erhöhten sportlichen Pensum geprägt, intensivem Training, Vorbereitungsturnieren im Ausland. Daneben würde sie wohl einer Arbeit nachgehen. «Wird das Ziel verpasst, fällt unser Team auseinander, weil zwei Kolleginnen altershalber ausscheiden.» Dann ginge es im Frühling darum, neue Teams zu bilden.

Die Chancen für die erste Option? «Es sieht im Moment positiv aus, wir spielen eine gute Saison.» Aber es hängt an den Schweizer-Meisterschaften vieles von wenig ab – von ungefähr kommt es nicht, dass Engler oft vom Mentalen spricht. «Im Curling bedeutet das etwa, die Ruhe zu bewahren, nicht nervös zu werden vor entscheidenden Steinen.» Sie spielt im Team die Nummer drei, geht nicht ins «Haus», um taktische Anweisungen zu geben.

Oft im Zug und im Bus lernen

Sie sei fasziniert von diesem Teamsport, von der Herausforderung, «mit wenigen Leuten so zu spielen, dass es genau passt». Ihr Vater ist ihr persönlicher Trainer und zusätzlich Teamcoach des Quartetts. «Meine Eltern unterstützen mich sehr.»

Ehrgeiz nennt sie als eine Stärke. Wer so viel unterwegs ist, braucht auch Organisationsfähigkeit, Disziplin. «Ich lerne oft im Bus und Zug.» Sie ist fleissige ­Benützerin der öffentlichen Verkehrsmittel.

Demnächst steht die Präsentation ihrer Maturaarbeit auf dem Programm. Titel: «Auswirkungen von Curling auf Menschen mit geistiger Behinderung.» Es sei eine tolle Erfahrung gewesen, mit diesen Leuten auf dem Eis zu sein. «Ich merkte rasch: Was den Spass, die Leidenschaft, die Herzlichkeit betrifft, können wir von ihnen einiges lernen.»

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