Coronakrise: Rheintaler Gemeinden organisieren Hilfe

Im Auftrag der Gemeinden im Mittelrheintal helfen Jugendliche und Freiwillige bei Erledigungen.

Monika von der Linden
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Wer den Einkaufsservice in Anspruch nimmt, sollte den Kassenbeleg aufbewahren. Die Wohngemeinde schickt eine Rechnung über den Betrag. Somit ist kein Bargeld im Umlauf.

Wer den Einkaufsservice in Anspruch nimmt, sollte den Kassenbeleg aufbewahren. Die Wohngemeinde schickt eine Rechnung über den Betrag. Somit ist kein Bargeld im Umlauf.

Bild: depositphotos/miflippo

Es hat sich in der Bevölkerung herumgesprochen: Wer mehr als 65 Jahre alt oder nicht gesund ist, soll zu Hause bleiben. Damit die betroffenen Menschen dennoch versorgt werden, haben Vereine, Unternehmen, Nachbarn und Angehörige vielerlei Hilfsangebote lanciert. Diese ergänzen die Gemeinden im Mittelrheintal ab heute Mittwoch. Widnau, Balgach, Diepoldsau und Berneck sind im Zweckverband Soziale Dienste Mittelrheintal zusammengeschlossen. Roger Märki ist beim Jugendnetzwerk SDM Sozialarbeiter und setzt den Dienst um im Auftrag der Gemeinden und Oberstufenschulen.

Schüler der zweiten und dritten Oberstufe sowie Freiwillige aus den vier Dörfern werden einkaufen und andere Anliegen in der Öffentlichkeit erledigen.

«Bestehende Angebote wollen wir nicht konkurrenzieren», sagt Roger Märki. «Ebenso möchten wir verhindern, dass es besonders gefährdete Menschen in einer der vier Gemeinden gibt, die noch keine Hilfe haben.» Deshalb gelte es herauszufinden, wie gross der Bedarf aktuell ist. Dies kann sich ändern, zum Beispiel, wenn ein Helfender eine Pause einlegen möchte oder Vorräte zur Neige gehen. Wer die Hilfe seiner Wohngemeinde annehmen möchte, meldet sich über die jeweilige Infoline. Roger Märki teilt die Helfer ein. Alle Beteiligten achten darauf, das Coronavirus möglichst nicht zu übertragen. Regelmässig desinfizieren sie berührte Gegenstände und tragen Handschuhe. Wer Einkäufe entgegennimmt, wird darauf hingewiesen, die Ware abzuwaschen, die Einkaufstüte wegzuwerfen und die Hände gründlich zu waschen. Einen direkten Kontakt gibt es nicht. «Wer handlungsfähig bleibt, fühlt sich in der Krise nichWer den Einkaufsservice in Anspruch nimmt, sollte den Kassenbeleg aufbewahren. Die Wohngemeinde schickt eine Rechnung über den Betrag. Somit ist kein Bargeld im Umlauf.t so sehr betroffen», sagt Roger Märki. Er ist zuversichtlich, dass sich genug Helfer melden, damit all jene, die das Angebot in Anspruch nehmen möchten, Hilfe erwarten können.

Die Hilfsaktion ist eine der neuen Formen des Jugendnetzwerks. «Die physischen Jugendtreffs sind geschlossen», sagt Roger Märki. «Jetzt machen wir digitale Jugendarbeit.» Zum Beispiel haben Jugendliche über digitale Medien eine Anregung erhalten, wie sie ihren Tag oder ihre Woche in der Isolation strukturieren können.

Hinweis
Anmeldung über die Infoline der Wohngemeinde: www.balgach.ch, Telefon 058-228-80-50; www.berneck.ch, 071-747-44-77, www.diepoldsau.ch, 071-737-73-00; www.widnau.ch 071-727-03-24. Das Angebot ist befristet bis 30. April. Jugendliche: www.jnw-sdm.ch.