Coronaausbruch in Altstätter Altersheim – eine Bewohnerin stirbt nach Covid-19-Erkrankung im Spital

Ein Viertel der Betagten im Altersheim Sonnengarten ist an Covid-19 erkrankt. Der Krankheitsverlauf ist bei den meisten leicht bis mittelschwer. Eine Frau allerdings, die bereits durch Vorerkrankungen geschwächt war, ist im Spital verstorben.

Max Tinner
Drucken
Teilen
Die Bewohnerinnen und Bewohner des Heims Haus Sonnengarten dürfen bis auf Weiteres nicht besucht werden.

Die Bewohnerinnen und Bewohner des Heims Haus Sonnengarten dürfen bis auf Weiteres nicht besucht werden.

Bild: Max Tinner

Das Altersheim Haus Sonnengarten, das der Stadt Altstätten gehört, ist momentan für Besucher geschlossen. Von 61 Bewohnerinnen und Bewohnern sind bislang 15 positiv auf den Coronaerreger getestet worden; betroffen ist vor allem eine der fünf Wohngruppen. Dies sagt Stadtpräsident Ruedi Mattle auf Anfrage. Die Angehörigen aller Bewohnerinnen und Bewohner sind über die Situation im Heim informiert worden.

Der Krankheitsverlauf sei bei den meisten Betroffenen leicht bis mittelschwer. Sie hätten Husten, erhöhte Temperatur und fühlten sich matt. Manche klagten über Gliederschmerzen. Eine Person habe sich auch bereits gut erholt und gelte inzwischen als wieder genesen.

Allerdings gibt es auch einen Todesfall zu beklagen: Eine Frau, die wegen Corona bereits einige Tage im Spital lag, ist verstorben. Sie hatte diverse Vorerkrankungen. Letzte Woche schien sie sich noch ein wenig zu erholen, sagt Ruedi Mattle. Zuletzt habe sich ihr Zustand aber wieder verschlechtert. «Das macht einen schon betroffen», meint er.

Auch einige Mitarbeitende des Heims erkrankt

Nicht nur Bewohner, auch einige der insgesamt 92 Mitarbeitenden des Heims seien an Corona erkrankt. Acht waren (am Montagabend) in Isolation. Einzelne bereits zu einem früheren Zeitpunkt erkrankte Mitarbeitende sind inzwischen wieder genesen und konnten aus der Isolation daheim wieder zur Arbeit zurückkehren.

«Man rennt der Krankheit immer hinterher»

Wie der Erreger ins Heim kam, lässt sich nicht sagen. Die Mitarbeitenden tragen seit dem Frühling Maske. Auch die verschärften Hygienevorschriften halte man ein, hält Ruedi Mattle fest. Nach dem Auftreten erster Symptome isoliere man die betroffenen Bewohner und teste sie. Da seien aber möglicherweise bereits weitere Bewohner angesteckt worden. Stadtpräsident Mattle sagt:

«Corona hat es so an sich, dass man der Krankheit immer hinterher rennt.»

Noch Ende letzter Woche habe lediglich etwa die Hälfte der aktuell positiv getesteten Bewohnerinnen und Bewohner Symptome gezeigt.

Die Isolationszimmer werden von den Pflegenden nur in Schutzkleidung betreten, die danach entsorgt wird. Auf diese Weise versucht man, den Erreger nicht weiterzutragen. Um eine Ausbreitung auf die noch nicht oder erst vereinzelt betroffenen Wohngruppen zu vermeiden, ist auch die Cafeteria geschlossen. Nicht erkrankte Bewohner dürfen gleichwohl miteinander reden. Ruedi Mattle betont:

«Wir wollen und können die Betagten nicht völlig einsperren.»

Abgeklärt werde derzeit mit dem Kanton, ob nebst den Bewohnerinnen und Bewohnern der bislang hauptsächlich betroffenen Wohngruppe noch weitere getestet werden.