Corona kam der Feier in die Quere: Der Altstätter Risikopatient Marco Büchel muss Geburtstagsgratulationen am Küchenfenster entgegennehmen

Corona kam der Feier in die Quere – Marco Büchel feierte den 30. Geburtstag völlig anders, als er es sich vorgestellt hatte.

Gert Bruderer
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Am Fenster: Als Risikopatient darf Marco Büchel seine Wohngruppe derzeit nicht verlassen. Wegen Corona muss er zudem seinem Arbeitsplatz in der Rhyboot-Werkstatt fernbleiben.

Am Fenster: Als Risikopatient darf Marco Büchel seine Wohngruppe derzeit nicht verlassen. Wegen Corona muss er zudem seinem Arbeitsplatz in der Rhyboot-Werkstatt fernbleiben.

Bild: Gert Bruderer

Vor einem Jahr, und in vielen Jahren davor, hatte es zum Geburtstag ein Pizzaessen mit der Familie und der Wohngruppe gegeben. Diesmal war ein grosses Fest geplant, mit vielen Gästen, mit Musik und Partystimmung, am liebsten hätte Marco Büchel die Burgtätscher dabei gehabt. Corona kam der Feier aber in die Quere.

Familie am Fenster empfangen

Vor dem Haus der Aussenwohngruppe Rosenau stand am Montagmittag einer der beiden Brüder, Daniel Büchel, während Marco Büchel aus dem Küchenfenster schaute. Als Risiko­patient darf der 30-Jährige die Wohngruppe nicht verlassen. Diese gab ihr Bestes, um ihrem Mitbewohner trotz allem eine möglichst schöne Festfreude zu bereiten. Auch der Rest der Familie kam gegen Abend vorbei, um ebenfalls vor dem Küchenfenster das Beste zu wünschen.

Der in Rebstein aufgewachsene Marco Büchel ist seit über zehn Jahren in der Rhyboot- Werkstatt in Altstätten tätig. Seine Arbeit vermisst er ebenso wie den Ausgang, das Turnen im Turnverein Rebstein und im PluSport. Für jemanden, der Guggenmusik liebt, gern an der Fasnacht ist, sehr viele Leute kennt und gerne Menschen um sich hat, ist der gegenwärtige Ausnahmezustand besonders hart.

Auf die Rhema hatte er sich besonders gefreut, ebenso auf Konzertbesuche mit Freunden. Marco Büchel beschreibt den Alltag als trostlos. Seine Zeit verbringe er grossteils mit Musikhören; besonders die Fäaschtbänkler sagen ihm zu. Ob er im Sommer mit seiner Freundin Naemi am Insieme- Lager in Laax wird teilnehmen können? Marco Büchel hofft es sehr.

Sein Wunsch ist eine Reise nach Amerika

Sein besonderer Wunsch ist allerdings eine Reise nach Amerika mit beiden Brüdern. Nachdem Marco Büchel bereits einmal nach Wien reisen konnte, fassen die Brüder auch die Erfüllung des Amerika-Wunsches ins Auge. Eine solche Reise sei allerdings (aus gesundheitlichen Gründen) nicht ohne weiteres möglich, sondern mit einem besonderen Aufwand verbunden, sagt Daniel Büchel, der wie Philipp, der andere Bruder, im Rhyboot als Betreuer tätig ist.

Von Daniel bekam Marco Büchel zum Geburtstag einen Gutschein, der ihm die Anwesenheit eines Spezialgasts am Geburtstagsfest beschert. Denn das ausgefallene Fest soll möglichst bald ausgiebig nachgeholt werden.