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Comeback-Siegerin stand der Regenkönigin vor der Sonne

Jolanda Neff fuhr im Cross-Country-Weltcup in Val di Sole zum vierten Mal auf den zweiten Platz. Im Short Track holte sie den zweiten Sieg.
Yves Solenthaler
Jolanda Neff zeigte einmal mehr ein starkes Rennen. (Archivbild: Keystone)

Jolanda Neff zeigte einmal mehr ein starkes Rennen. (Archivbild: Keystone)

Mountainbike Im Regen hatte die 26-jährige Thalerin das Kurzrennen vom Freitag vor Landsfrau Sina Frei gewonnen, es war ihr 14.Weltcupsieg, der zweite innert weniger Wochen im seit letzter Saison durchgeführten Short Track.

Beim Siegerinterview beantwortete Neff die Frage, ob sie sich für das Rennen in der olympischen Distanz ebenfalls Regen wünsche. Ihre flehend vorgetragene Antwort: «Yees, please!»

Auf der technisch ohnehin anspruchsvollen Strecke im Trentino kommen Jolanda Neffs herausragende Steuerkünste bei nassem Untergrund noch besser zur Geltung.

Aber der Wunsch der Regenkönigin wurde vom Regengott nicht erhört: Am Samstag trocknete die Strecke ab und am Sonntagmittag starteten die Frauen bei strahlendem Sonnenschein zum fünften Cross- Country-Weltcuprennen der Saison. Allerdings beweist Jolanda Neff gerade in dieser Saison, dass sie auf jeder Strecke und bei allen Bedingungen mit den Besten mithalten kann.

So war es auch am Sonntag in Südtirol, wo sie 2017 ein Weltcuprennen gewann. Aus dem 13.Elite-Weltcupsieg im Cross Country wurde zwar nichts, aber das lag nicht am guten Wetter, sondern an der ein Jahr älteren Französin Pauline Ferrand-Prévot, die nach einem «tollen Battle» (Neff) die Nase leicht vorn hatte.

Pauline Ferrand-Prévots erster Sieg seit vier Jahren

Die 27-Jährige war im September 2015 gleichzeitig Weltmeisterin im Strassenrennen (Goldmedaille von 2014), im Radquer und im Cross Country. Seither sind die Erfolge der Lebensgefährtin von Julien Absalon rar geworden, erst in dieser Saison tastete sie sich nach einer schweren Hüftoperation wieder an die Weltspitze heran.

Im letzten Cross-Country- Weltcup in Les Gets ist sie erstmals wieder aufs Fünfer-Po­dium gefahren, in Val di Sole feierte Ferrand-Prévot ihren vierten Weltcupsieg, den ersten seit vier Jahren.

Jolanda Neff erreichte zum vierten Mal in dieser Saison den zweiten Rang. Im Gesamtweltcup war sie aber die grosse Siegerin des Wochenendes: Weil Weltmeisterin Kate Courtney (USA) ein schwaches Wochenende einzog (Rang 10 im Short Circuit und gar nur 17 im dop­-pelt zählenden Cross Country), übernahm Neff die Führung im Gesamtweltcup. Statt 175 Punkte Rückstand, hat die beste Mountainbikerin der Saisons 2014, 2015 und 2018 nun 33 Einheiten Vorsprung.

Am nächsten Wochenende gastiert der Weltcup-Tross in Lenzerheide, der einzigen regelmässigen Strecke im Weltcup-Kalender, auf der Neff noch nie gewinnen konnte.

Das Rennen in Südtirol nahm für Neff einen in dieser Saison gewohnten Verlauf: Nach einer Schwäche kurz vor der Rennmitte – später als vor einem Monat in Andorra – wurde sie von Ferrand-Prévot um 50 Sekunden distanziert.

Erst als Olympiasiegerin Jenny Rissveds aus Schweden, die mit einer betont ruhigen Fahrweise sukzessive Plätze gutmachte, zu Neff aufschloss, fand diese nach eigener Aussage wieder ihren Rhythmus.

Dieser wirkte wie ein Auftrieb, mit dem Neff in der zweitletzten Runde eine halbe Minute schneller war als die Führende, die auf die anderen Kon­- kurrentinnen keine Zeit verlor. In der letzten Runde schrumpfte der Abstand zunächst lang­samer, aber regelmässig kam die Rheintalerin jeweils 2, 3 Sekunden näher, bis das Unvermeidliche geschah: Die früheren Teamkolleginnen, die sich schon als Nachwuchsfahrerinnen viele Duelle geliefert hatten, bogen gemeinsam in die letzte halbe Runde ein.

Neff vor letzter Abfahrt von der Spitze verwiesen

Wenn eine Fahrerin einen so grossen Vorsprung einbüsst wie Ferrand-Prévot, ist die Gefahr eines mentalen Einbruchs gross. Neff wollte davon profitieren, indem sie sofort ein höheres Tempo anschlug. Aber Ferrand-Prévot liess sich nicht distanzieren, machte in den Aufstiegen gar den etwas stärkeren Eindruck.

So schaffte sie es, Neff vor der letzten Abfahrt zu überholen. Das war wohl die rennentscheidende Szene: Dadurch konnte die Thalerin ihre Vorteile in der Abfahrt nicht ausspielen. Im Sprint gegen die erfahrene Strassenfahrerin versuchte sie, mit Schwung aus der letzten Kurve nach vorne zu preschen – es hat aber nicht mehr gereicht. «Man hat schon im Short Track gesehen, dass die Zielgerade dafür etwas kurz ist.

Auf dem dritten Platz blieb Jenny Rissveds, eine weitere Comebackerin (erster Top-3-Platz seit drei Jahren), Vierte wurde Jana Belomoina mit einem starken Finish. Sina Frei und Alessandra Keller landeten auf den Plätzen elf und 15, Neff war trotz des knapp verpassten Siegs zufrieden: «Aber weil es so knapp war, wird es umso schöner, wenn ich mal wieder gewinne.»

Gesamtweltcup (nach 5 von 7 Renn­wochenenden): 1.Jolanda Neff 1415 Punk­-te; 2.Kate Courtney (USA) 1382; 3.Anne Terpstra (NL) 950; 4.Pauline Ferrand-Prévot (Fra) 940; 5. Anne Tauber (NL) 805; 6.Sina Frei (Sui) 805; 7.Rebecca McConnell 797; 8.Elisabeth Brandau (De) 754.

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