Cäcilianische Kirchenmusik am Pfingstsonntag

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Am Sonntag erklingt eine selten musizierte Messe. (Bild: pd)

Am Sonntag erklingt eine selten musizierte Messe. (Bild: pd)

Altstätten Am Pfingstsonntag, 4. Juni, um 9.30 Uhr erklingt in der Pfarrkirche St. Nikolaus im Festgottesdienst die «Missa Salve Regina» von Johann Gustav Eduard Stehle.

Der Komponist war von 1874– 1913 Kapellmeister in St. Gallen, wo er die Dommusik zu grosser Blüte führte. 1867 veranlasste Franz Xaver Witt in Regensburg eine «Honorar-Ausschreibung» für Messkompositionen im Stil des «Cäcilianismus». Die Ideale dieser kirchenmusikalischen Reformbewegung aus Regensburg waren die strenge Rückbesinnung und Orientierung an der altklassischen Vokalpolyphonie.

Auch in der Schweiz wurden ausgehend dieser Strömung sog. Cäcilienverbände gegründet, die zum Teil bis heute bestehen. Mit seiner Missa «Salve Regina» errang Stehle den ersten Preis des Kompositionswettbewerbes. Die Messvertonung, ursprünglich für vierstimmigen Chor und Orgel, später mit Orchesterstimmen ergänzt, lässt eine gewisse Affinität für die Tonsprache Rheinbergers und Bruckners erkennen.

Stehle verwendet das Anfangsmotiv der marianischen Antiphon «Salve Regina» als melodische Substanz der Messvertonung. Am Pfingstsonntag erklingt die zu Unrecht selten musizierte Messe in der Fassung für vierstimmigen Chor, grosse Orgel, Streichorchester, Waldhörner und Pauken.

Daneben erklingen die traditionelle Pfingstsequenz «Veni creator spiritus» aus dem 12. Jahrhundert, das «festliche Halleluja» des früheren Münchner Domkapellmeisters Max Eham, sowie Orchestersätze bekannter Pfingstlieder. Es musizieren Chor und Orchester St. Nikolaus unter der Leitung von Chordirektor Bartholomäus Prankl. An der Orgel ist Gertrud Längle. Weitere Informationen unter: www.­kirchenmusik-altstaetten.ch . (pd)