Butzen rufen zuversichtlich «Hilfe!»

Die Altstätter Röllelibutzen haben ein Problem. Ein grösseres. Sie beklagen ein Missverhältnis am nächsten Schmutzigen Donnerstag: Viel Publikum, aber kaum Kinder am Umzug.

Gert Bruderer
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ALTSTÄTTEN. Doch halt! Diese begründete Vorstellung, die OK-Präsident Alex Zenhäusern schwer auf dem Magen liegt, soll eben

nicht

Wirklichkeit werden. Denn mit einem «Hilferuf» wenden sich die Röllelibutzen als Organisatoren der Altstätter Strassenfasnacht an die Rheintaler Bevölkerung. Vereine, Schulen und Private sind eindringlicher als sonst aufgerufen, sich maskiert und kostümiert am Umzug vom 4. Februar zu beteiligen.

Schulferien als Problem

Das Problem sind Schulferien. Altstätten, Eichberg, Marbach, Rebstein, Balgach, Berneck, Au – sie alle haben vom 31. Januar bis 7. Februar 2016 ihre Sportwoche. Der Auftakt der Altstätter Strassenfasnacht fällt mitten in ihre Ferienzeit.

Der Umstand ist so unüblich, dass die Röllelibutzen ihres Problems erst gewahr wurden, als keine Anmeldungen eingingen. Wie jedes Jahr hatten die Organisatoren zahlreiche Schulen, Vereine, Muki-Turnen, Vaki-Turnen, Kinderkrippen und viele mehr angeschrieben, – und nichts geschah.

Keine einzige Anmeldung.

Keine Gruppe, die ihre Teilnahme am Umzug ankündigte.

Mutige Butzen

Als die Röllelibutzen den ersten Schock überwunden hatten, fällten sie einen beherzten Entscheid: Der Kinderumzug am Schmutzigen Donnerstag soll stattfinden – den Schulferien in vielen Gemeinden zum Trotz. Denn «uns ist dieser Anlass eine Herzensangelegenheit», sagt OK-Mitglied Ruedi Sieber.

Alex Zenhäusern sagt: «Eine Absage wäre die einfachste Lösung, aber den Weg des geringsten Widerstandes gehen wir nicht.» Vielmehr sei es die Absicht der Röllelibutzen, denen, die in der Sportwoche hier bleiben, etwas zu bieten.

Pauschaler Beitrag

Damit das gelingt, herrschen neue Bedingungen.

Bisher bekamen die teilnehmenden Gruppen pro Kind fünf Franken Bastelgeld, ausserdem spendierten die Röllelibutzen den Kindern und ihren Begleitern nach dem Umzug einen Vesper im Zelt. Für den Umzug vom nächsten Schmutzigen Donnerstag stellen die Organisatoren jeder teilnehmenden Gruppe (anstatt des Fünflibers pro Kind) einen festen Betrag nach Aufwand und Absprache in Aussicht, wobei Ruedi Sieber betont, dass der Batzen grosszügig sein werde.

Ausserdem sind die Röllelibutzen bereit, sich an den Fahrspesen zu beteiligen, sofern der öffentliche Verkehr benützt wird. Gedacht ist diese Geste als Ermunterung für auswärtige Schulklassen oder Vereine, allenfalls auch den Weg aus dem unteren Rheintal auf sich zu nehmen, um kostümiert durch die Altstätter Gassen zu ziehen. Auch kleinere Gruppen (Kinder aus einem Quartier oder Kollegen zum Beispiel) sind zu der Teilnahme am Umzug eingeladen, zudem einzelne Masken, die alle einen Verpflegungs-Bon erhalten.

Fasnacht früh wie selten

Wie selten das Problem der Butzen ist, zeigt der Kalender. Dieses Jahr fiel der Schmutzige Donnerstag auf den 12. Februar, im übernächsten Jahr wird es der 23. Februar sein. So früh wie nächstes Jahr, eben am 4. Februar, ist Schmutziger Donnerstag erst nach elf Jahren wieder.

Alex Zenhäusern geht die Jahre durch. Als er stoppt, ist er bei 2035. Der Strassenfasnacht-Auftakt falle dann sogar schon auf den 1. Februar, bemerkt der OK-Präsident. Er lacht. Sofern auch dann in vielen Schulgemeinden Ferien sind, ist nicht mehr er der Präsident, der das Problem zu lösen hat.

Einzelne Umzugsteilnehmer müssen sich nicht anmelden, sondern finden sich am 4. Februar um 13.30 Uhr in der Heidenerstrasse ein (beim evang. Pfarreiheim/Schulhaus Feld). Teilnehmende Gruppen melden sich entweder über die Homepage www.roellelibutzen.ch oder per E-Mail an: okpraesi@roellelibutzen.ch