Bürger des Wohnorts werden

OBERRIET. Die Oberrieter Ortsgemeinden laden langjährig in der Gemeinde wohnhafte Schweizer ein, sich einbürgern zu lassen. Bei der letzten Aktion bekamen 273 Einwohner das Gemeindebürgerrecht.

Max Tinner
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Die Ortsgemeindepräsidenten vor den fünf Säulen im Kriessner Kreisel, die die fünf Dörfer der Gemeinde symbolisieren. Von links: Andreas Ammann (Holzrhode Kobelwald), Markus Lüchinger (Kriessern), Michael Kolb (Oberriet), Harald Herrsche (Montlingen) und Romeo Gächter (Eichenwies). (Bild: Max Tinner)

Die Ortsgemeindepräsidenten vor den fünf Säulen im Kriessner Kreisel, die die fünf Dörfer der Gemeinde symbolisieren. Von links: Andreas Ammann (Holzrhode Kobelwald), Markus Lüchinger (Kriessern), Michael Kolb (Oberriet), Harald Herrsche (Montlingen) und Romeo Gächter (Eichenwies). (Bild: Max Tinner)

Wo man seit langem wohnt, da fühlt man sich in der Regel daheim. Längst nicht jeder, der in Montlingen wohnt, ist aber auch auf amtlichen Papieren ein Montlinger. Und nicht jeder, der in Kriessern aufgewachsen ist, darf an der Bürgerversammlung der Ortsgemeinde Kriessern mitbestimmen, weil er eben nicht Ortsbürger ist.

Im Rahmen einer Einbürgerungskampagne des Verbands St. Galler Ortsgemeinden laden die fünf Oberrieter Ortsgemeinden Eichenwies, Holzrhode Kobelwald, Kriessern, Montlingen und Oberriet langjährig in der Gemeinde wohnhafte Schweizer ein, jetzt das Gemeindebürgerrecht zu erlangen. Der Wohnort würde so auch zum Bürgerort. Die fünf Ortsgemeinden werden nächste Woche rund 1900 für die Einbürgerung in Frage kommende Einwohner anschreiben.

Beziehung zum Wohnort nötig

Vorausgesetzt wird – nebst dem Schweizer Bürgerrecht – ein besonderer Bezug zum Wohnort. Im Rahmen dieser Aktion einbürgern lassen kann sich nur, wer schon fünf Jahre in der Politischen Gemeinde wohnt. Stichtag ist der 31. Mai dieses Jahres. Bei Ehepaaren reicht es, wenn nur einer der beiden Ehepartner diese Einschränkung erfüllt. Akzeptiert wird die Wohnsitzdauer auch mit Unterbruch: Wer beispielsweise in der Gemeinde aufgewachsen ist, dann aber länger weg war und vor einem Jahr zurückgekehrt ist, erfüllt die Vorgabe auch. So jemand wird aber unter Umständen das Schreiben der Ortsgemeinden nicht automatisch erhalten und ist gebeten, sich bei Interesse auf dem Gemeindeamt im Rathaus Oberriet die Unterlagen zu holen.

In welcher der fünf Ortsgemeinden man sich einbürgern lässt, steht einem frei. Wer einen besonderen Bezug beispielsweise zu Kobelwald hat, kann sich in der Holzrhode einbürgern lassen, auch wenn er in Montlingen wohnt. Wer allerdings bereits Bürger einer der fünf Ortsgemeinden ist, der kann sich nicht in eine andere Ortsgemeinde «umbürgern» lassen.

Jetzt günstiger

Eine solche Einbürgerung für Schweizer Bürger kann natürlich auch nach dieser Aktion beantragt werden. Dann sind aber die vollen Gebühren zu tragen, die in der Gemeinde Oberriet für Einzelpersonen, Ehepaare und Familien regulär 200 Franken betragen. Während der aktuellen Einbürgerungsaktion übernehmen die Politische und die jeweilige Ortsgemeinde je 50 Franken, so dass einen die Einbürgerung noch 100 Franken kostet. Wer Bürger einer Gemeinde eines andern Kantons ist, für den kommen noch 250 Franken für die Erteilung des Kantonsbürgerrechts hinzu.

Die Ortsgemeinden hoffen, mit der Einbürgerungsaktion den Anteil der Ortsbürger an der Gesamtbevölkerung in der Gemeinde erhöhen und den Zusammenhalt im Dorf stärken zu können. Auch die Mitbestimmung in der Ortsgemeinde würde breiter abgestützt. Als willkommener Nebeneffekt würden die Leistungen der Ortsgemeinden zugunsten der Allgemeinheit breiteren Bevölkerungskreisen bewusst.

Beim letzten Mal waren es 273

Es ist dies nicht die erste Einbürgerungsaktion in der Gemeinde Oberriet. Die letzte wurde zur Jahrtausendwende durchgeführt. Dabei sind Ende März 2000 von der Bürgerversammlung der Politischen Gemeinde 273 zugelassene Bürgerrechtsgesuche bestätigt worden.