Büchel wie mit einem Turbo

LAUFSPORT. Beim Swissalpine Marathon erzielt der Oberrieter über die Königsdistanz ein Spitzenergebnis.

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Daniel Büchel: Sturmlauf auf die Keschhütte. (Bild: alphafoto.com)

Daniel Büchel: Sturmlauf auf die Keschhütte. (Bild: alphafoto.com)

Über 5000 Läuferinnen und Läufer pilgerten nach Davos, um eine der zahlreichen Startgelegenheiten beim 30. Swissalpine Marathon zu nutzen. Das «Hauptmenu» im Landwassertal ist der Ultramarathon K78. Diese 76 Kilometer, verbunden mit 2560 Meter Steigungen und Gefälle zum Teil im hochalpinen Gelände, mussten in maximal 13 Stunden gelaufen werden. Tagessieger wurde der Ukrainer Evgenil Glyva mit der Zeit von 6:31 Stunden. Nur 20 Minuten länger benötigte die Davoserin Jasmine Nunige, die schnellste Frau auf dieser Strecke. Zum sechsten Mal gewinnt sie den Berglaufklassiker.

Sturmlauf auf die Keschhütte

Der Oberrieter Daniel Büchel kennt die Strecke und das sehr anspruchsvolle Profil des K78. Bereits 2012 und 2013 war er diesen mit Erfolg gelaufen. Für den erneuten Start hatte sich der 47-Jährige hohe Ziele gesetzt – und seine gute Form in den letzten Trainings bewiesen.

Auf den ersten 30, mehrheitlich abschüssigen Kilometern konnten Guido Graf aus Marbach und Felix Benz aus Heerbrugg noch ein ähnliches Tempo laufen wie Büchel. Doch in den Steigungen von Bergün zur Keschhütte und noch höher zum Sertigpass zeigte Büchel seine Stärken am Berg in aller Deutlichkeit. Es scheint, als ob der Garagist im Vergleich mit anderen auf diesem Streckenabschnitt einen Turbo zuschalten konnte, denn er überholte Läufer um Läufer. Auf den letzten 15 Kilometern durchs Sertigtal und zurück auf die Davoser Rundbahn blieb Büchel von den gefürchteten muskulären Problemen beinahe gänzlich verschont. Bereits nach 8:28 Std. erreichte er das Ziel und klassiert sich an 36. Stelle aller 627 Finisher.

Dank einer sehr starken Leistung auf der zweiten Streckenhälfte konnte der Marbacher Guido Graf den Rückstand auf Büchel auf 20 Minuten beschränken, womit er an 56. Stelle der Rangliste steht. Unter die Top 100 hat es auch Felix Benz mit 9:16 Stunden geschafft. Wenig später war auch Roger Coray aus Altstätten im Ziel, der wie Benz vor einer Woche bereits beim Eiger Ultra Trail das Ziel erreicht hatte. Auch Thomas Stieger aus Hard-Oberriet ist ein Finisher und damit ein Sieger. Für ihn war der K78 der erste Ultramarathon. Von den vielen Erfahrungen, die er während 11:10 Stunden machte, wird er bei zukünftigen Herausforderungen profitieren.

Segmüller Spitze über 42 km

Als Alternativen zum K78 stehen in Davos mit dem K42 und dem neuen S42 zwei klassische Marathon-Distanzen zur Auswahl. Zu den schnelleren des S42-Rennens zählen Roland Segmüller aus Eichberg und der Oberrieter Roland Gächter. Für den Marathon mit 1450 Meter Höhendifferenz benötigten beide gut fünf Stunden. Als einzige Rheintaler Frau war Wendy Widmer aus Altstätten in Davos dabei. Sie finishte beim S42 und steht in ihrer Altersklasse an dritter Stelle der Rangliste. Im K42 mit 1800 Meter Steigungen sorgte Andreas Hanimann aus Widnau mit 5:37 Std. vor Moritz Schmid aus Balgach für die Rheintaler-Bestzeit. (pd)

Ranglisten: www.swissalpine.ch