Brühl war nicht übermächtig

Drei Ligen trennen die beiden Mannschaften in der nächsten Saison, gestern war es nur ein Tor: Der FC St. Margrethen verlor im Testspiel gegen den von Erik Regtop trainierten SC Brühl mit 2:3 (0:2).

Samuel Tanner
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Kronen-Trainer Erik Regtop bei seiner Pausenansprache.

Kronen-Trainer Erik Regtop bei seiner Pausenansprache.

Fussball. Eigentlich schien die Sache klar: Hier das St. Margrether Heimteam, soeben aus der dritten Liga aufgestiegen und erst seit Freitag im Training. Dort der SC Brühl, der nächste Saison Challenge League spielt. Der die Ostschweizer Fussballlegende Marc Zellweger im Kader hat. Der in circa drei Wochen gegen den FC Lugano in die Saison startet.

Und so begann das Spiel denn auch: Der SC Brühl war wacher, war präziser, war in den entscheidenden Situationen überlegen. Drei schnelle Pässe durch die Mitte brachten in der 10. Minute den 1:0-Führungstreffer, erzielt von Michael Hürlimann. Dreizehn Minuten später erhöhte Silvan Eggmann die St. Galler Führung. Ganze 35 Minuten dauerte es, ehe das Heimteam zum ersten Mal gefährlich vor dem gegnerischen Tor auftauchte – Yalcin Yümlü scheiterte jedoch.

Unterschiede in den Details

Anhand von Topskorer Yümlü liessen sich im Laufe des Spiels die Differenzen zwischen den beiden Mannschaften herausschälen: Er, der letzte Saison die 3.-Liga-Verteidiger schwindlig spielte, bewegte sich gestern immer äusserst nah an der Abseits-Grenze, um die Chance zu wahren, den Brühler Verteidigern doch noch einmal zu erwischen. Meistens bremste ihn aber der Pfiff der Schiedsrichterin. Punkto Technik hielt St. Margrethen gut mit. Einige Male narrte beispielsweise Offensivspieler Stif Gulan die Verteidiger des höherklassigen Brühl mit Tunnels. Die Gäste hoben sich durch die Athletik und einige schnell vorgetragene Angriffe ab, zeigten aber vor allem in der zweiten Spielhälfte eine durchzogene Leistung. So liessen sie zwei unnötige Tore der Rheintaler zu, die nach dem Seitenwechsel ebenbürtig waren. In der 73. Minute traf Bakaric per Kopf zum 1:2, in der Nachspielzeit schoss Gulan das 2:3. Dazwischen lag das schönste Tor des Abends: Lulzim Mehmeti brachte Brühl mit einem Weitschuss zwischenzeitlich 3:1 in Führung. Der im Rheintal bekannte Aufstiegstrainer des SC Brühl, Erik Retop, konnte mit seinem Team nicht zufrieden sein. Zwar fehlten ihm mit Zellweger oder Valdet Istrefi wichtige Spieler, doch der Saisonstart rück immer näher. Nino Vrenezi, Trainer in St. Margrethen, nahm das Resultat gestern gelassen: «Ich bin zufrieden mit meinem Team.»

Michael Hürlimann (am Ball) entwischt der St. Margrether Abwehr. (Bilder: Samuel Tanner)

Michael Hürlimann (am Ball) entwischt der St. Margrether Abwehr. (Bilder: Samuel Tanner)

St. Margrethens Ballkünstler Stif Gulan (rechts) erzielte das 2:3.

St. Margrethens Ballkünstler Stif Gulan (rechts) erzielte das 2:3.

Viel Volk: Rund 300 Zuschauer kamen zum Testspiel auf die Rheinau.

Viel Volk: Rund 300 Zuschauer kamen zum Testspiel auf die Rheinau.

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