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Brennsprit unterwegs gekauft

Nach dem schweren Unfall im kantonalen Pfadilager hat die Kantonspolizei St. Gallen erste Ermittlungsergebnisse bekanntgegeben. Die beiden Buben sind weiterhin in kritischem Zustand.
Janina Gehrig
Die Kinder, die den Unfall miterlebten, sind wieder in den normalen Lagerbetrieb eingegliedert worden. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Kinder, die den Unfall miterlebten, sind wieder in den normalen Lagerbetrieb eingegliedert worden. (Bild: Hanspeter Schiess)

OBERBÜREN. Den Brennsprit haben die Jungpfadfinder ohne Wissen der Lagerleitung beschafft. Das ist eines der ersten Ermittlungsresultate der Kantonspolizei St. Gallen nach dem Unfall im kantonalen Pfadilager vom vergangenen Montag. Zwei 11-Jährige hatten hochgradige und grossflächige Verbrennungen erlitten.

Zündwürfel und Lebensmittel

Die 10- bis 14jährigen Kinder waren zu einem Hike aufgebrochen, auf dem sie eine Nacht ohne Erwachsene im Wald zelten sollten. Nebst dem Brennsprit kauften sie sich nach dem Abmarsch vom Lagergelände auch Lebensmittel und Zündwürfel. Nachdem sie ihren Lagerplatz gut fünf Kilometer vom Hauptlager entfernt eingerichtet hatten, stellten sie eine improvisierte Finnenkerze aus Holz her, wobei auch der Brennsprit zum Einsatz kam, wie die Kantonspolizei St. Gallen mitteilt. Dabei spritzte die brennbare Flüssigkeit auf drei der jüngeren Teilnehmer. Zwei von ihnen wurden von den Flammen erfasst, ein drittes Kind verletzte sich leicht. Wie genau es zum folgenschweren Unfall kam, sei nun Gegenstand weiterer Abklärungen, heisst es von Seiten der Kantonspolizei St. Gallen. Für ein strafrechtlich relevantes Verschulden der leitenden Pfadis lägen nach den ersten Erkenntnissen aber keine Anhaltspunkte vor.

Die beiden schwer verletzten Kinder stammen aus dem Rheintal. Welcher Pfadi-Abteilung sie angehören, wolle man zum Schutz der Betroffenen nicht preisgeben, sagt Lager-Mediensprecher Markus Egger. Die Buben befänden sich weiterhin in kritischem, aber stabilem Zustand. Sie werden im Zentrum für brandverletzte Kinder im Kinderspital Zürich behandelt. «Wir sind über die Eltern in Kontakt mit dem Spital», sagt Egger. Das Spital selber gibt keine weiteren Informationen bekannt.

Kein Einzelfall

Die Gruppe der Kinder, die den Unfall miterlebt hatte, werde weiterhin von den Lagerleitern und dem Care Team betreut. «Sie sind wieder im normalen Lagerbetrieb eingegliedert worden», sagt Egger.

In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu schweren Unfällen in Pfadi- oder Cevi-Lagern, drei davon mit tödlichem Ausgang: Im August 2011 stürzte ein 13jähriger Pfadfinder bei einer Gruppenwanderung ohne Lagerleiter an der Pointe de Paray in den Freiburger Alpen ab und starb. Wenige Monate zuvor starb während eines Pfingstlagers der Cevi in Oetwil an der Limmat ein 8jähriges Mädchen. Es war mit einer selbstgebauten Seilbahn in einen Baum geprallt. Im November 2008 verlor ein Teenager bei einer Pfadiübung im zürcherischen Adlikon sein Leben, als ein Böller explodierte.

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