Brennende Herzen

RADSPORT. Fünf Montlinger und ein Altstätter sind seit mindestens zehn Jahren immer mit der Tour de Suisse unterwegs. Fünf von ihnen gehören zum Kommunikationsteam: Die Brüder Georges und Jimmy Lüchinger sind Speaker, Jürg Baumgartner, Kurt Herrsche und Basil Winiger Assistenten.

Yves Solenthaler
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Rheintaler Sextett an der Tour de Suisse (v. l.): Georges und Jimmy Lüchinger, Kurt Herrsche, Basil Winiger, Jürg Baumgartner und Emidio Leone. (Bild: Yves Solenthaler)

Rheintaler Sextett an der Tour de Suisse (v. l.): Georges und Jimmy Lüchinger, Kurt Herrsche, Basil Winiger, Jürg Baumgartner und Emidio Leone. (Bild: Yves Solenthaler)

Georges «The Voice» Lüchinger ist als Start- und Ziel-Speaker der Tour de Suisse eine Institution. Er ist ein Profi, und sagte zum Beispiel in Heiden, nachdem über den Lautsprecher ein gerade angesagter Schlager gespielt wurde: «Bei Béatrice Egli brennt das Herz, den Fahrern brennen jetzt die Beine.» In dieser Funktion wird er von Jürg Baumgartner, ebenfalls ein Montlinger, unterstützt.

Drei Info-Autos auf der Strecke

Auch Georges' Bruder Jimmy Lüchinger steht als Speaker im TdS-Einsatz, seit 25 Jahren schon. Er informiert die Zuschauer unterwegs auf der Strecke in einem der drei Autos, die jeweils 10, 5 und 2 Minuten vor der Spitze des Feldes herfahren. Sein Chauffeur und Assistent ist Kurt Herrsche, auch er ein Montlinger.

«Wir müssen während den fünf Rennstunden sehr konzentriert arbeiten – und dabei geht es hektisch zu und her», sagt Jimmy Lüchinger, «nach einer Etappe sind wir jeweils fix und fertig.» Sie informieren sich über Radio-Tour und den internen Funk – je nachdem, in welchem Auto er sitzt, verändert sich seine Aufgabe: Der erste Wagen macht die Begrüssung und liefert ein paar nicht sehr spezifische Informationen. Das zweite und vor allem das dritte Auto gehen genauer auf den Rennverlauf ein. Im Tessin fahren Baumgartner und Lüchinger immer im ersten Auto, dann macht er auf Italienisch nur die Begrüssung. In der Romandie gibt Lüchinger die Zwischenstände auf Französisch durch. Man müsse auf die Stimme achtgeben, damit sie nach neun Tagen Landesrundfahrt nicht plötzlich wegbleibt: «Viel trinken, genug schlafen, zum Frühstück einen Tee, Pastillen lutschen.» Vor zwei Jahren habe einem Kollegen mal die Stimme einen Tag versagt: «Dann mussten wir halt improvisieren.»

Gruss an die Montlinger

Die Arbeit sei zwar streng, mache aber unheimlich viel Spass. Die Rheintaler nehmen jeweils Ferien für die Tour de Suisse: «Wir lernen die Schweiz kennen, erleben viele schöne Dinge und haben einen guten Zusammenhalt im Kommunikationsteam.» Immer ein Highlight sei es, wenn die Tour durch die eigene Region führe: «Am Montag in Oberegg habe ich drei Montlinger erkannt. Da habe ich bei der Begrüssung noch einen speziellen Gruss an die Montlinger gerichtet.» Spannend sei es, die Reaktion der Leute zu beobachten: «Die meisten erschrecken erst, wenn sie direkt angesprochen werden.»

Der einzige Nicht-Montlinger ist der Altstätter Basil Winiger, er ist Chauffeur und Assistent eines anderen Speakers, der die Tour-Zuschauer unterwegs informiert. Emidio Leone, Hauswart in der OMR Heerbrugg, ist der siebte Rheintaler im Bunde. Er ist Chef Werbekolonne, womit er als einziger des Septetts nicht zum Kommunikationsteam gehört.

Gemeinsam ist den sechs Rheintalern die Leidenschaft für die Tour. Um es mit Georges Lüchinger, bzw. Béatrice Egli zu sagen: Auch bei ihnen brennen die Herzen.

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