«Brandstiftung ausgeschlossen»

KALTBRUNN. 24 Asylsuchende verlieren in der Nacht auf gestern ihr Zuhause – und damit ihr ganzes Hab und Gut. Ein Brand zerstörte ihre Unterkunft in Kaltbrunn vollständig. Nun müssen sie mit dem Nötigsten versorgt werden.

Alessia Pagani
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Die Einsatzkräfte konnten die Flammen zwar bekämpfen, ein vollständiges Ausbrennen der Asylunterkunft aber nicht verhindern. (Bild: Kapo SG)

Die Einsatzkräfte konnten die Flammen zwar bekämpfen, ein vollständiges Ausbrennen der Asylunterkunft aber nicht verhindern. (Bild: Kapo SG)

Die Flammen waren bereits an der Aussenfassade sichtbar, als die Rettungskräfte nach Mitternacht am Unglücksort eintrafen. Mehrere Patrouillen der Kantonspolizei St. Gallen, der Notarzt und ein Rettungswagen waren vor Ort. Zudem rund 70 Angehörige der Feuerwehren Kaltbrunn, Benken und Uznach, die vergeblich versuchten, das Feuer einzudämmen. Sie konnten nicht mehr verhindern, dass das Betongebäude vollständig ausbrannte. «Die Asylunterkunft ist total zerstört», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen.

Räume unbewohnbar

Die 14 anwesenden Bewohner der Asylunterkunft Kaltbrunn konnten dem Feuer unverletzt entkommen. Glück im Unglück hatten auch zehn andere Asylsuchende, die sich zum Zeitpunkt des Brandes nicht in der Anlage aufhielten.

Die 24 Betroffenen können nicht mehr zurück in ihr angestammtes Heim. Das Haus an der Grafenaustrasse, das den Asylanten Schutz bieten sollte, ist nach dem Flammeninferno nicht mehr bewohnbar. Ob der Eigentümer die Liegenschaft erneut aufbaut und den Asylsuchenden wieder zur Verfügung stellt, kann Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, nicht beantworten.

Vorläufig haben die Hilfesuchenden in der Zivilschutzanlage Kaltbrunn Unterschlupf gefunden. «Das ist nur eine Übergangslösung», sagt Markus Schwizer, Gemeindepräsident von Kaltbrunn. Er selber war die ganze Nacht beim Brand vor Ort. «Wir mussten die Betroffenen schnell unterbringen.» Nun gehe es daran, eine langfristige Lösung zu finden. «Das ist nicht einfach», sagt Schwizer und erklärt, dass nun vielleicht Hilfe auf kantonaler Ebene gesucht werden müsse. «Zuerst muss den Asylsuchenden aber das Nötigste wie Kleider zur Verfügung gestellt werden», sagt Schwizer. Toilettenartikel wurden den Betroffenen, die gemäss Hanspeter Krüsi das ganze Hab verloren haben, gestern schon gestellt.

Keine Brandstiftung

Die Ermittlungen der Kantonspolizei laufen indes auf Hochtouren. «Einige Asylsuchende konnten schon befragt werden», sagte Krüsi gestern Nachmittag auf Nachfrage. Zudem untersuchten die Kriminaltechniker im Innern des Hauses den Brandherd.

«Wir konnten feststellen, dass das Feuer innerhalb des Hauses in einem Wohnraum ausgebrochen ist. Brandstiftung kann somit ausgeschlossen werden», sagt Krüsi.

Als mögliche Ursache kämen nun elektronische Geräte oder aber unachtsam entsorgte Zigaretten in Frage. «Es ist wie ein Puzzle, wir müssen eine Sache nach der anderen untersuchen», sagt Krüsi.

Der vorliegende Fall stellt die Ermittler vor Probleme. In der Unterkunft hätten Menschen aus Somalia, Afghanistan, Syrien oder auch der Türkei gelebt. Die Befragungen können nicht in Deutsch durchgeführt werden. «Wir sind auf Dolmetscher angewiesen», sagt Krüsi. Er zeigt sich aber trotzdem zuversichtlich, dass die Brandursache noch ermittelt werden kann.