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BOXEN: «Boxen ist mein Leben»

Der 34-jährige Rebsteiner Enes Zecirevic ist vom BC Bad Ragaz zum Boxing Club Genevois gewechselt. In seinem ersten Kampf in Genf siegte er überlegen nach Punkten.
Yves Solenthaler
Der 34-jährige Enes Zecirevic (links) hat seinen ersten Kampf nach fast einem Jahr Wettkampfpause überlegen nach Punkten gewonnen. (Bild: pd)

Der 34-jährige Enes Zecirevic (links) hat seinen ersten Kampf nach fast einem Jahr Wettkampfpause überlegen nach Punkten gewonnen. (Bild: pd)

Yves Solenthaler

Zecirevic, der mit Schweizer Lizenz für Bosnien kämpft, boxte vor einer Woche im Halbschwergewicht (bis 79,3 kg) in Genf gegen den Georgier Davit Ribakoni. In seinem 18. Profikampf feierte er seinen 16. Sieg. «Ich war in der Vorbereitung zweimal krank geworden, deshalb fehlte mir die Kraft für einen K.-o.-Sieg», sagt Enes Zecirevic.

Vorher war er fast ein Jahr nicht mehr im Ring gestanden. Sein Mentor, Dino Caputo vom Box-Club Bad Ragaz, ist aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, den Rebsteiner zu coachen. Nun hat er mit Sa­- mir Hotic aus Genf einen neuen Coach und Manager gefunden. Hotic, Kriegsflüchtling aus Bosnien, war früher selbst ein Boxer. Er hat in der Rhonestadt ein prosperierendes Gym mit insgesamt 350 Faustkämpfern aufgebaut, darunter befinden sich nebst Hobbyboxern auch viele Talente.

«Ex-Trainer Dino Caputo ist für mich wie ein Vater»

Zecirevic spricht kaum Französisch: «Ein paar Brocken beherrsche ich inzwischen aber.» Sein neuer Trainer spricht nicht Deutsch, die beiden verständigen sich jedoch in ihrer Muttersprache Serbokroatisch.

Weitere Kämpfe sind nicht fixiert, Zecirevic hofft auf etwa drei weitere Einsätze in diesem Jahr: «Schön wäre es, wenn ich an der Auer Boxnacht vor Heim­publikum antreten könnte.»

Der Wechsel des Boxclubs ist dem Bosnier, der erst seit sechs Jahren Profi ist – er hat erst mit 23 Jahren angefangen zu boxen – nicht leichtgefallen. «Ich habe Dino Caputo sehr viel zu verdanken. Er hat an mich geglaubt, viel Zeit und auch Geld in mich investiert», sagt Zecirevic. «Wir haben uns auch manchmal gestritten. Aber Dino ist wie ein Vater für mich.»

Auch die Schattenseiten des Profiboxens kennengelernt

Ans Aufhören hat Zecirevic indes nie gedacht: «Vier Jahre werde ich sicher noch weiterkämpfen. Und nach meiner Aktivkarriere werde ich in einer anderen Form dabei bleiben, vielleicht als Trainer oder Manager», sagt der Fitnessinstruktor und erklärt: «Boxen ist meine Leidenschaft, ja es gehört zu meinem Leben.»

Das sagt «Enko», wie er genannt wird, obschon er auch die Schattenseiten des Profiboxens erlebt hat: «Viele Funktionäre betreiben ihre eigene Politik, dabei sollten sie doch das Boxen als Sport unterstützen.» Eine seiner zwei Niederlagen kassierte er in Pec (Kosovo) gegen den Sohn vom Präsidenten des kosovarischen Boxverbands. Vor und während diesem Kampf ist er maximal schikaniert und benach­teiligt worden: «Im Moment war das ein beschissenes Gefühl. Aber danach war es mir Ansporn, noch besser zu werden, es allen zu zeigen.»

«Es allen zeigen», ist ein Grundmotiv von Zecirevic. Weil er so spät mit Boxen angefan­- gen hat, war er nie ein grosser Techniker. Er hatte aber von Anfang an als Amateurboxer einen gewaltigen rechten Haken und feierte damit auch von Anfang an Erfolge – so wurde er 2009 Schweizer Meister. Diese Rechte ist immer noch seine Stärke, aber nicht mehr ausschliesslich. Zecirevic greift immer noch voll an, das zeigen seine zehn K.-o.-Siege als Profi: «Angriff entspricht meinem Naturell. Aber ich habe technisch und vor allem auch taktisch Fortschritte gemacht.»

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