Bootseinbrüche sind nicht selten

Josef Müller-Tschirky hat einen Einbrecher in seinem Segelboot erwischt. Ein 24-jähriger Rumäne hat sein Schiff am Samstag als Übernachtungsmöglichkeit genutzt. Boote werden in Rorschach immer wieder aufgebrochen.

Jolanda Riedener
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Im Segelhafen in Rorschach ist ein 24-Jähriger am Samstag in einem Segelboot erwischt worden. Dort hat er geschlafen und sich verpflegt. (Bild: Jolanda Riedener)

Im Segelhafen in Rorschach ist ein 24-Jähriger am Samstag in einem Segelboot erwischt worden. Dort hat er geschlafen und sich verpflegt. (Bild: Jolanda Riedener)

RORSCHACH. Die Segelsaison geht zu Ende, viele machen derzeit ihr Schiff winterfest und lassen es auswassern. So auch Josef Müller-Tschirky, der Präsident des St. Gallischen Yachtclubs. Als er am Samstagmorgen sein Schiff betreten wollte, wartete auf ihn allerdings eine böse Überraschung. Die Bootsabdeckung sowie die Luke seines Segelboots waren geöffnet: «Als ich das Schiff betreten habe, sah ich jemanden in der Koje», sagt Müller-Tschirky. Schnell habe er darauf das Boot wieder verlassen und die Leiter entfernt. Zwei andere Segler, die ebenfalls ihr Schiff winterfest machten, kamen ihm zur Hilfe. Josef Müller-Tschirky und seine Kollegen haben darauf die Polizei alarmiert. Der junge Mann musste im Boot ausharren, bis die Kantonspolizei St. Gallen vor Ort war.

Wollte, dass man ihn laufen lässt

«Der Einbrecher hat nicht versucht zu fliehen. Ausserdem war er sehr schmächtig und war offensichtlich selber erschrocken», sagt Müller-Tschirky. «Der Mann hat mich auf Englisch gebeten, nicht die Polizei zu rufen und ihn stattdessen laufen zu lassen», sagt der Bootsbesitzer. Bei dem Einbrecher handelte es sich um einen 24-jährigen Rumänen, wie die Kantonspolizei St. Gallen mitteilte. «Der Rumäne war alkoholisiert und befindet sich derzeit noch in Haft», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Laut Krüsi ist er in ein weiteres Boot im Hafen eingedrungen.

Geringer Schaden entstanden

«Der Einbrecher hat im Boot übernachtet, von unseren Vorräten gegessen und Kleider meiner Frau angezogen. Es war ihm wahrscheinlich kalt, und meine Kleider waren ihm sicher zu gross», vermutet Müller-Tschirky. Ausserdem wollte er ein Mobiltelefon sowie ein Segler-Messer entwenden. Der Schaden am Boot, der durch das Aufbrechen des Eingangs entstanden ist, sei relativ gering. Allerdings sei die Vorstellung nicht angenehm, dass jemand in seinem Bett geschlafen habe. Beim Segelhafen in Rorschach ist es bereits mehrfach zu Einbrüchen gekommen. Werner Stegmaier ist der Hafenmeister und macht täglich einen Kontrollgang durch den Hafen. «Gäste von anderen Häfen übernachten nicht mehr gerne in Rorschach», sagt Stegmaier. In der Nacht sei auch schon jemand im Schlaf brutal auf dem Boot überfallen worden. Bis auf den Zwischenfall am Samstag sei der Hafen dieses Jahr aber von Einbrüchen verschont geblieben. Beim Hafen in Staad kommen die Bootsbesitzer nur mit einem Code auf den Steg, der mit Stacheldraht geschützt ist. Ein Konzept, das sich laut Hafenmeister Iwan Fisch bewährt hat.